Zum Anbeißen: FSJlerin Johanna Seidl (li.), Schülerin Tara, Lehrerin Barbara Süßmann und Schülerin Diane zeigen ihre „brotZeit“-Tüten.
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Zum Anbeißen: FSJlerin Johanna Seidl (li.), Schülerin Tara, Lehrerin Barbara Süßmann und Schülerin Diane zeigen ihre „brotZeit“-Tüten.

Statt Frühstück in der Mensa

Kreative Zwischenlösung an Schule: Wegen Corona gibt es „brotZeit“ zum Mitnehmen

Eigentlich können die Kinder der Karl-Lederer-Schule jeden Morgen in der Mensa zusammen frühstücken. Wegen Corona geht das nicht - es gibt aber eine Alternative.

Geretsried – Schule bedeutet nicht nur Unterricht. Zu ihr gehören auch viele Projekte, Angebote und Aktionen, die sich über Jahre etabliert haben und den Alltag der Mädchen und Buben bereichern. Mit der Corona-Pandemie ist das meiste davon weggebrochen. Um die Lücken zu füllen, braucht es Kreativität und Flexibilität. Ein Beispiel dafür ist das Engagement von „brotZeit e.V.“ an der Karl-Lederer-Schule.

Seit etwa zehn Jahren gehört die Karl-Lederer-Schule zu den inzwischen über 200 Schulen in Deutschland, in denen die Heranwachsenden mit einem kostenlosen Frühstück in den Tag starten können. Die Idee dazu hatte die Schauspielerin Uschi Glas. Das Projekt will dazu beitragen, dass kein Kind hungrig lernen muss. Dank des Münchner Vereins „brotZeit e. V.“ werden die Kinder morgens in der Mensa an der Johann-Sebastian-Bach-Straße von drei lieben Seniorinnen mit einem Buffet voller ausgewogener und frischer Lebensmittel begrüßt.

„Es ist eine ganz, ganz tolle Aktion“

„Es ist eine ganz, ganz tolle Aktion“, sagt Lehrerin Barbara Süßmann, die das Projekt an der Karl-Lederer-Schule betreut. 40 bis 50 Schüler würden zu normalen Zeiten täglich vor Unterrichtsbeginn bei den „brotZeit“-Damen vorbeischauen. Finanziert wird alles von „brotZeit e. V.. „Es ist ein niederschwelliges Angebot. Jedes Kind darf kommen“, erklärt Süßmann. Da nicht nur die Grundschüler, sondern auch die Mittelschüler willkommen seien, nutzen auch viele Geschwisterkinder das Frühstücksangebot, etwa weil die Eltern morgens schon in der Arbeit sind. „Es ist sehr nett, wenn sie miteinander kommen“, findet die Lehrerin.

Nur: Seit Beginn der Pandemie ist all das nicht mehr wie gewohnt möglich. Vergangenes Schuljahr blieb das Licht in der Mensa komplett aus. „Im September konnten wir unter strengen Hygienemaßnahmen wieder starten“, berichtet Süßmann. Statt sich an den gedeckten Tisch setzen zu dürfen, musste jedes Kind sein Frühstück an der Theke selbst abholen. Gegessen wurde mit Abstand zueinander, und die „brotZeit“-Damen dokumentierten, wo wer sitzt.

Alternative: Frühstück zum Mitnehmen

Seit Dezember geht auch das nicht mehr. „Darüber waren wir sehr traurig“, berichtet Süßmann. Der Verein „brotZeit“ entwickelte eine Idee, um die Kinder dennoch weiterversorgen zu können: Frühstück zum Mitnehmen. Zunächst wurden die „brotZeit“-Tüten als Modellversuch an manchen Schulen getestet. „Jetzt dürfen wir es auch ausprobieren“, freut sich Süßmann.

Seit April können Eltern beziehungsweise ihre Kinder jede Woche Bestellscheine ausfüllen. Johanna Seidl, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, bereitet die gewünschten Brote zu und steckt sie samt Apfel oder Gurke in Tüten und händigt sie den Schülern aus. Als im Landkreis Präsenzunterricht stattfinden durfte, habe das gut funktioniert, sagt Süßmann. Während Wechsel- oder gar Notbetreuung war die Organisation allerdings schwieriger. „Es muss sich einspielen.“

Trotz der guten Zwischenlösung hofft die Lehrerin, dass die „brotZeit“-Damen die Kinder bald wieder persönlich in der Mensa versorgen können. Schließlich geht es nicht nur um einen vollen Bauch. „Das Soziale ist auch ganz wichtig.“

sw

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