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Auf zum Weißwurstfrühstück im Jugendzentrum Saftladen: (v. li.) Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Kreis- und Stadträtin Sabine Lorenz, Kultusminister Ludwig Spaenle und Bundestagskandidat Alexander Radwan.

Thema Schule

Kritische Fragen an den Minister

Über das Modell Lerninseln, über Inklusion und Jugendsozialarbeit an Schulen diskutierten rund 40 Besucher am Donnerstagvormittag bei einem Weißwurstfrühstück im Jugendzentrum Saftladen mit Kultusminister Ludwig Spaenle.

Geretsried – Hergestellt hatte den Kontakt zu ihrem Parteifreund die CSU-Kreis- und Stadträtin Sabine Lorenz. Sie lud Spaenle in die Schulstadt Geretsried ein. Viele Schulleiter und Elternvertreter stellten dem Minister kritische Fragen.

Keine Kritik gab es am neuen Pädagogik-Konzept der Lerninseln. Es wird seit diesem Schuljahr von Realschule und Gymnasium in einem Interimsgebäude betrieben. Nach der Generalsanierung des Schulzentrums soll es fester Bestandteil an beiden Schulen werden. Realschul-Konrektorin Christine Venus-Michel stellte das Prinzip, das auf selbstständigem Lernen beruht, vor. Spaenle lobte, dass der Landkreis nicht nur in räumlicher, sondern auch in pädagogischer Hinsicht investiere. Die Elternbeiratsvorsitzende der Mittelschule, Maria Burger, die auch an ihrer Schule gerne Lerninseln hätte, fragte nach Zuschüssen. Laut Spaenle sind diese möglich.

Toni Lenhart, Elternsprecher an der Realschule, beklagte den Lehrermangel. Seiner Aussage nach kommt auf 25,9 Realschüler ein Lehrer – weniger als an Gymnasium und Mittelschule. Der Minister entgegnete, es seien 2000 zusätzliche Planstellen für die bayerischen Schulen geschaffen worden, hauptsächlich um Schüler mit Migrationshintergrund separat fördern zu können.

Norbert Spiegl und Markus Ertl machten sich für mehr Inklusion stark. Es sei immer noch die Ausnahme, dass geistig behinderte Kinder und Jugendliche Regelschulen besuchten. Sie würden ihr Leben von der Schule bis zum Beruf meist in Sondereinrichtungen verbringen, sagte Spiegl. Fast alle jungen Menschen mit Handicap im Landkreis würden auf die von Von-Rothmund-Schule der Lebenshilfe in Bad Tölz gehen. Spaenle musste zugeben, dass man in Bayern von der 100-prozentigen Inklusion, wie sie zum Beispiel Italien vorlebe, noch weit entfernt sei. Es gebe jedoch vermehrt Schulen mit dem Profil Inklusion sowie Außenklassen für Schüler mit Handicap an Regelschulen, in denen Behinderte und nicht Behinderte unter anderem gemeinsam Sportunterricht hätten.

Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, leitet die Ganztagsbetreuung an der Mittelschule. Er wünscht sich mehr Geld vom Freistaat für diese wichtige Aufgabe. Auch die Jugendsozialarbeit an Realschule und Gymnasium sollte der Staat seiner Meinung nach bezuschussen.

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