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Viele Köche verderben den Brei? Nicht in diesem Fall. Neun Starköche zauberten am Montagabend im Ristorante Italy von Umile Amodio (3. v. re.) ein Sechs-Gänge-Menü. Im Mittelpunkt stand die berühmte Miesmuschel aus dem apulischen Tarent.

Neun Spitzenköche treten zum Kochfestival an

Küchenschlacht in Umiles Restaurant Italy

Geretsried – Mamma mia, was war da los! Im Geretsrieder Italy traten neun Spitzenköche zum Kochfestival an. Ein Fernsehsender zeichnete das Spektakel auf. Im Mittelpunkt stand die berühmte Miesmuschel.

Mamma mia, che spettacolo! Im Ristorante Italy zauberten am Montagabend neun Starköche ein Sechs-Gänge-Menü vom Feinsten. Zum „Festival Italiano della Cucina con la cozza tarantina“, zum italienischen Kochfestival im Zeichen der berühmten Miesmuschel aus Tarent, hatten Gabi und Umile Amodio samt ihrer vier Kinder eingeladen.

Das Italy ist einer von zwölf Ausrichtern des internationalen Wettbewerbs. Zum ersten Mal wird einem deutschen Lokal die Ehre zuteil, Gastgeber des vom Kulturzentrums „Renoir“ im apulischen Tarent organisierten Events zu sein. Dessen Direktor, „Direttore“ Mimmo Lardiello, moderiert den Abend gestenreich auf Italienisch, Umiles Tochter Anna Amodio übersetzt ins Deutsche.

Das Sprichwort, dass viele Köche den Brei verderben, mag dann zutreffen, wenn sich alle an einem Gericht versuchen. Beim Kochfestival hat jeder der neun Teilnehmer seine Aufgabe und seine Ecke in Umile Amodios Küche beziehungsweise im Garten, wo noch zusätzliche Arbeitsflächen und Herdplatten aufgebaut sind. Dort draußen unterm Zeltdach wälzt Rosario Annunziata seine Reis-Muschel-Bällchen in Panade, um sie anschließend mit Scampi- und Champagnercreme auf dem Teller anzurichten. „Die tarantinische Miesmuschel ist die beste der Welt. Sie wurde gestern Abend frisch aus dem Meer nach Geretsried geliefert“, erklärt Franco Amodio stolz. Der Neffe des Gastgebers arbeitet im Wolfratshauser Italy. Er selbst füllt den kostbaren Import zusammen mit Spargel in handgemachte Ravioli. Küchenchef, „Commissario“ Antonio del Sole, wirft einen letzten kritischen Blick auf die „Leckerbissen vom Rind“ und die „Tournedos vom Seebarsch“, die einzigen beiden Speisen ohne das apulische Schalentier, bevor die Ober des Italy sie an die Tische zu den rund 70 Gästen tragen.

Ein Fernsehteam eines apulischen Privatsenders hält das ganze Spektakel mit der Kamera fest. Neben den acht Herren in weißer Schürze kämpft nur eine Frau um den Titel beim Festival, die Rumänin Alina Abasiroiu. Sie sei das gewohnt, sagt sie, werde doch die italienische genau wie die deutsche Gastronomie von Männern dominiert. Gastgeber Amodio steuert sein beliebtes „Dolce della Casa“ bei, mit Sahnecreme gefüllte Profiterole. Wer nach diesem Dessert noch kann, gönnt sich zum Abschluss die Früchte mit einem „Hauch von Minze“. Der Verfasser der Speisekarte wird dabei doch nicht an Monty Python gedacht haben?

Den illustren Gästen – unter ihnen die ehemaligen Trainer des FC-Bayern, Andi Brehme und Klaus Augenthaler – gefällt das typisch italienische, wegen des großen Andrangs etwas chaotische Dinner mit Live-Musik. Zum Sieger wird am Ende Enzo Cecere gekührt – Koch des Geretsrieder Italy. Ihm ist auch der Kontakt zum Veranstalter zu verdanken. Für Cecere geht es jetzt zur nächsten Festival-Station nach Miami, außerdem erhält er eine Geldprämie. Bis 2 Uhr morgens wird noch gefeiert, von den weltberühmten tarantinischen Miesmuscheln ist am Ende keine einzige übrig.

von Tanja Lühr

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