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Im stimmungsvollen Zelt hätten viele der Kulturherbst-Veranstaltungen stattfinden sollen.

Paukenschlag: Veranstalter meldet Insolvenz an

Kulturherbst abgesagt: Was wird aus den Tickets?

Geretsried - In wenigen Tagen hätte der Geretsrieder Kulturherbst starten sollen. Daraus wird nichts: Der Veranstalter hat das Kulturfestival kurzfristig abgesagt. Die Stadt reagiert.

Diese Nachricht erschüttert die Kulturszene: Der Geretsrieder Kulturherbst wird abgesagt. Das schreibt Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia in einer Mitteilung an unsere Zeitung. "Auf Grund der schlechten Ticketverkaufslage des Geretsrieder Kulturherbstes 2016 ist es meiner Gesellschaft als Veranstalter leider nicht mehr möglich, diese Kulturveranstaltung durchzuführen." Es hätte sich ein Bogen spannen sollen von regionalen Künstlern bis zu großen Stars, die nach Geretsried gekommen wären.

Veranstalter will am Freitag Insolvenz anmelden

Für den Unternehmer Zwipf-Zaharia habe die Entwicklung "dramatische Konsequenzen", schreibt er in der E-Mail vom Mittwochmittag. Er sehe sich gezwungen, am Freitag, 23. September, beim Amtsgericht Kempten einen Insolvenzantrag zu stellen.

Das Festivalteam: Florian Zwipf-Zaharia (li.) und Harry Helfrich.

Florian Zwipf-Zaharia, der seit 13 Jahren den Kultursommer in Garmisch-Partenkirchen organisiert, hätte das Festival vom 1. bis 9. Oktober auf die Beine stellen sollen. Als künstlerischer Leiter fungierte Harry Helfrich, Regisseur der Kulturherbst-Theaterstücke „Aufstand“ und „Flucht“.
 
2012 und 2014 hatte die Stadt Geretsried als Veranstalter des Kulturherbsts fungiert. Festivalleiter war der Geretsrieder Günter Wagner. Für 2016 beschloss der Stadtrat, die Organisation komplett nach außen zu vergeben und das Budget deutlich zu senken. Statt wie zuletzt 120.000 Euro übernimmt die Stadt Geretsried diesmal nur eine Ausfallbürgschaft von maximal 80.000 Euro.

"Das ist sehr bedauerlich für die Geretsrieder Kulturszene"

Laut Zwipf-Zaharia hat seine Gesellschaft gegenüber der Stadt die Durchführung des Kulturherbsts abgesagt. "Das ist sehr bedauerlich für die Geretsrieder Kulturszene und die Interessierten von hochwertigen Kulturveranstaltungen im Allgemeinen", schreibt er. "Leider ist derzeit generell ein Rückgang des Interesses an Großveranstaltungen spürbar, über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren."

Bei zu wenig Interesse könne Zwipf-Zaharia als Veranstalter dem nichts entgegen setzen. Überraschenderweise hätten selbst die höheren Schulen des Landkreises nicht rechtzeitig Interesse bekundet, mit ihren Schülern die angebotene „Momo“-Theaterproduktion zu besuchen, erklärt er.

Was passiert mit bereits gekauften Eintrittskarten?

Die Stadt Geretsried hat für 14 Uhr zu einer Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Müller eingeladen. „Wir haben mit der cultus production GmbH einen überregional bekannten und erfahrenen Veranstalter ausgesucht“, sagte Müller. „Die Insolvenz hat uns alle kalt erwischt. Wir bedauern die Absage des Kulturherbstes zutiefst und sind sehr enttäuscht.“

Bereits gekaufte Tickets für den Geretsrieder Kulturherbst verlieren laut Stadt ihre Gültigkeit, Anfragen hierzu seien an den Veranstalter zu richten. Die Verwaltung berate derzeit über das weitere Vorgehen und werde dies in den entsprechenden Gremien zeitnah thematisieren. Zur etwaigen Durchführung von Veranstaltungen des Kulturforums im Rahmen des Kulturherbsts würden derzeit ebenfalls Gespräche geführt.

dor

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