Der „Dialog“ von Ernst Grünwald (hier eine Miniatur, die als Kulturpreis vergeben wurde). 
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Kommt ins Stadtzentrum: Der „Dialog“ von Ernst Grünwald (hier eine Miniatur, die als Kulturpreis vergeben wurde). 

Wunsch nach Gesamtkonzept

Vom Blauen Bunker bis zum Kreisverkehr: Kunstbeirat soll Kunst im öffentlichen Raum zur Geltung bringen

  • Doris Schmid
    VonDoris Schmid
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Wie mit Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Geretsried umgehen? Darüber soll sich ein noch zu bildender Kunstbeirat Gedanken machen.

Geretsried – Erinnerungssteine, Gedenktafeln, Gemälde, zeitgenössische Skulpturen, Volks- und Gebrauchskunst: Obwohl Geretsried als Gemeinde erst 71 Jahre alt ist, hat die Stadt einiges zu bieten. Wie mit Kunst im öffentlichen Raum umgegangen werden soll, darüber soll sich ein noch zu bildender Kunstbeirat Gedanken machen.

Der Kulturausschuss des Stadtrats war in seiner jüngsten Sitzung beeindruckt: Fast eine halbe Stunde präsentierte Rathausmitarbeiterin Anita Zwicknagl in Wort und Bild, welche Kunstgegenstände es in Geretsried zu sehen gibt – sei es im Rathaus, auf öffentlichen Plätzen, an Häusern, in Kirchen, auf dem Waldfriedhof, in Schulen und sogar in einer Straßenkurve. In der sogenannten Hollywoodkurve an der B11 prangt der Geretsried-Schriftzug.

Die Museumsfachkraft zeigte auch Kunstwerke, die aufgrund ihres Standorts wenig zur Geltung kommen. Parkende Autos und achtlos abgestellte Mülltonnen ließen den Obelisken am Geltinger Dorfplatz optisch untergehen. Ähnlich das Bild an der Kreuzung Am Stern: Dort steht die Bronze-Figur „Der Jüngling“ und direkt dahinter eine Werbetafel.

Die Aufstellung weiterer Kunstwerke ist bereits geplant, beispielsweise auf dem renovierten Karl-Lederer-Platz. Die Skulptur der „Dialog“ von Ernst Grünwald soll in der Nähe des Subway-Imbiss aufgestellt werden. Gerade sei man noch dabei, statische Probleme abzuklären, berichtete Zwicknagl. Auch die Bronze-Figur „Harlekine“ des verstorbenen Bildhauers Hans Kastler kommt in die Neue Mitte. Für den eingelagerten „Geher“ von Otto Süßbauer müsse man noch einen Standort – vielleicht an der Egerlandstraße – finden. Das wäre wohl eine der ersten Aufgaben für den Kunstbeirat, den die Stadt einrichten möchte.

Ziehen ins Stadtzentrum: Die Skulptur „Harlekine“ von Hans Kastler.

Die Idee stieß bei den Mitgliedern des Kulturausschusses auf offene Ohren. Bürgermeister Michael Müller (CSU) wünscht sich von solch einem Gremium, dass es ein Gesamtkonzept erstellt, wie mit Kunst im öffentlichen Raum umgegangen werden soll. Seine Parteifreundin Sabine Lorenz und Wolfgang Werner von der SPD kamen auf den Blauen Bunker zu sprechen. Vor Jahren war schon einmal im Gespräch, die Ruine Nahe des Festplatzes für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen. Statische Probleme ließen das damals nicht zu. „Der steht auf der Agenda“, sagte dazu Rathauschef Müller. „Es wäre dort vieles möglich“, ergänzte Kulturreferent Hans Ketelhut, der sich seit Jahren eine Nutzung der Ruine wünscht.

SPD-Rat Werner fragte nach dem Kreisverkehr an der Bundesstraße 11. Er wollte wissen, ob man dort ein Kunstwerk aufstellen kann. „Ich sehe so was oft.“ Bürgermeister Müller berichtete, dass an dieser Stelle die Staatsstraße 2369 in die B11 münde und damit dort die Kompetenzen der Stadt enden. Zuständig sei das Staatliche Bauamt in Weilheim. Aber man könne die Idee prüfen lassen.

Das Gremium beschloss einstimmig, einen Kunstbeirat zu gründen. Ihm sollen angehören: Vertreter der einzelnen Stadtratsfraktionen mit dem Bürgermeister als Vorsitzenden, Vertreter der Verwaltung, Künstler und Freischaffende sowie ein Professor für Kunst/Kunstgeschichte.

nej

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