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Die Schaffung von Wohnraum ist für Landrat Josef Niedermaier „ein Megathema“. Deshalb ist er mit Bürgermeister Michael Müller (CSU) ener Meinung, was den Karl-Lederer-Platz angeht. 

Stammtisch der Freien Wähler 

Landrat stellt sich kritischen Fragen

Eine Menge Fragen brannten den Besuchern des Freie-Wähler-Stammtischs am Montagabend auf den Nägeln. Nicht alle konnte der Ehrengast, Landrat Josef Niedermaier, beantworten. 

Geretsried Knapp 30 Mitglieder und Interessierte waren trotz schönsten Biergartenwetters zu dem Stammtisch im Gasthof Geiger gekommen. Mehrere Vertreter der Geretsrieder Sportvereine nutzten die Gelegenheit, mit dem Landrat über die vom Kreis geplante Turnhalle für Gymnasium und Realschule am Schulzentrum zu reden.

Thema 1: Turnhalle am Schulzentrum

Niedermaier hatte zuvor beteuert, es sei „keine Boshaftigkeit gegenüber Geretsried“, dass sich der Bau verzögere. Wie berichtet hat der Schul- und Bauausschuss des Kreistags beschlossen, noch einmal von der Regierung von Oberbayern prüfen zu lassen, ob eine DIN-Zweifachhalle wie ursprünglich vorgesehen wirklich ausreicht, oder ob doch lieber eine Dreifachhalle auf dem nördlichen Schulgelände entstehen soll. Aufgrund der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) rechnet man nämlich mit steigenden Schülerzahlen und mit mehr Sportunterricht, konzentriert auf den Vormittag.

Mirko Naumann, Vorsitzender des TuS, drängte auf eine „schnellstmögliche“ Entscheidung und Umsetzung der Pläne. Der Landrat erklärte, es hänge davon ab, ob der bisherige Architekt im Falle einer Entscheidung für die größere Halle umplanen dürfte oder ob eine Neuvergabe des Auftrags nötig wäre. Das würden die Juristen derzeit ausloten.

FW-Mitglied Harald Abel sprach sich angesichts des zu erwartenden Zuzugs für die größere Variante aus. Auch der ehemalige TuS-Vorsitzende Stephan Heinle sagte, er wäre über diese Lösung froh. FW-Stadtrat Lorenz Weidinger dagegen will an der DIN-Zweifachhalle festhalten: „Das Vergabeverfahren würde zu lange dauern und die Dreifachhalle wäre nur minimal größer als die DIN-Halle. Es fällt so viel Sportunterricht an den Schulen aus, dass wir schnell eine weitere Halle brauchen.“ Niedermaier entgegnete, der Unterricht falle nicht wegen fehlender Hallenkapazitäten, sondern wegen Lehrermangels aus. Die FW-Kreisvorsitzende Susanne Merk verteidigte die Entscheidung des Schul- und Bauausschusses. Das Gremium sei der Meinung gewesen, man sollte nichts bauen, das in ein paar Jahren schon wieder zu klein sein könnte.

Thema 2: Bürgerbegehren Karl-Lederer-Platz

Wie es mit dem Bürgerbegehren zum Karl-Lederer-Platz weitergehe, wollte FW-Neumitglied Jennifer Kübler vom Landrat wissen. Sie würde sich einen Kompromiss zwischen dem Willen der Initiatoren des Begehrens und den Plänen der Stadt wünschen. Niedermaier verwies an FW-Fraktionssprecher Robert Lug. Er persönlich habe eine klare Meinung zu dem Projekt, so der Landrat: „Ich gehe mit Bürgermeister Michael Müller d’accord. Man muss künftig in die Höhe bauen. Die Schaffung von Wohnraum ist das Mega-Thema unserer Zeit.“

Lug hütete sich, der Sitzung am kommenden Dienstag, 27. Juni, vorzugreifen, in der der Stadtrat über das weitere Vorgehen entscheidet. Zunächst aber sei es Sache der Juristen, über die Zulässigkeit des Begehrens zu entscheiden. Lug nannte die Situation „saublöd“. Der Protest der Bürger komme viel zu spät. Sollte es einen Bürgerentscheid geben und sollte die Stadt unterliegen, hocke man auf einer riesigen Baustelle und womöglich Schadensersatzforderungen seitens der Bauherren. Dass das passiert, glaubt Stadtrat Weidinger nicht. Er geht im Falle eines Entscheids felsenfest von einer „Zweidrittel-Mehrheit für die Pläne der Stadt“ aus. Stephan Heinle appellierte an die Befürworter, Position zu beziehen und gegebenenfalls zur Abstimmung zu gehen.

Thema 3: Radwegunterführung an der St 2369

Stammtisch-Besucher Michael Newel sagte, er begrüße den von der Stadt geplanten Radfahrer- und Fußgängertunnel unter der Staatsstraße 2369, Höhe Breslauer Weg. Gleichzeitig sollte aber die Geschwindigkeit auf der Staatsstraße, der „reinsten Rennstrecke“ begrenzt werden. Niedermaier sagte, das sei sie ja – auf 100 Stundenkilometer. Je weniger Schilder, desto vernünftiger würden die Leute fahren, meinte er. Auf die Frage eines anderen Besuchers nach einem Radweg von Geretsried nach Bad Tölz antwortete der Landrat, die Realisierung scheitere an den Grundstückseigentümern. Er verstehe jedoch die Landwirte, die ungern Grund verkaufen würden, weil ihre Flächen direkt an der Straße für sie nun einmal einfach zu bewirtschaften seien. Tanja Lühr

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