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Gemeinsam am Netz mit Weltmeistern und Olympioniken: Eine chinesische Badminton-Auswahl, die demnächst gegen das deutsche Nationalteam spielt, war für ein Training zu Gast beim TuS Geretsried. 

Geretsried

Lehrstunde mit Olympioniken

Badminton - Chinesische Auswahl absolviert Trainingspartie beim TuS Geretsried.

So einem starken Gegner sahen sich die Geretsrieder Badminton-Spieler bislang noch nicht gegenüber. In dieser Woche besuchte eine chinesische Delegation das Bayernliga-Team des TuS. Die asiatische Auswahl war gespickt mit Weltklasse-Sportlern. Unter anderem spielten mehrere Weltmeister, ehemalige Olympioniken und die amtierende Badminton-Olympiasiegerin in Geretsried auf. Der Trainer der Mannschaft, Hong Bao Zhang, musste bei einem Blick auf die deutsche Sportlandschaft erst einmal schlucken: „In China hat unser Sport einen Stellenwert wie der Fußball in Deutschland.“ Millionensummen würden dort für die Infrastruktur der Sportart fließen. In der Provinz Jiang Su beispielsweise, wo die Sportler herkommen, entstünde derzeit eine zweistöckige Halle mit zwölf Badmintonfeldern. Seine Schützlinge seien allesamt Profis.

Die Förderung, die das Badminton im Reich der Mitte erhält, zeigte sich auch in der Karl-Lederer-Turnhalle. Die chinesischen Meister dominierten die Trainingsspiele nach Belieben, die TuS’ler gewannen keine einzige Partie. Ganz so deutlich wie befürchtet fielen die meisten Ergebnisse jedoch nicht aus. „Wir haben uns gar nicht so schlecht geschlagen“, sagte Lea Heinle, die im Doppel antrat. Bessere Gegner als die Chinesen habe sie bislang noch nicht gehabt, sagte die Schüler: „Aber ich glaube, dass sie gegen uns nicht mit vollem Einsatz gespielt haben.“ Das konnten auch die etwa 30 Zuschauer beobachten: Die Spieler aus der Volksrepublik nahmen einige Bälle an, die bereits weit im Aus waren. Erst wenn die deutschen Trainingspartner beim Spielstand bedrohlich nahe herankamen, donnerten die Olympioniken zentimetergenaue Schmetterbälle an die Auslinie.

Den Kontakt hergestellt hatte Erich Wille, Badminton-Spartenchef des BCF Wolfratshausen. Er war von einer Firma angesprochen worden, ob die Mannschaft aus Jiang Su hier ein Testspiel austragen könne. „Beim BCF haben wir aber nur Freizeitteams“, erläuterte der Wolfratshauser. Deshalb klopfte er beim TuS an, wo man begeistert war, einmal gegen solche Stars antreten zu dürfen. Für die zwölfköpfige Delegation aus Asien diente der Besuch als Einstimmung auf ein Aufeinandertreffen mit der deutschen Nationalmannschaft in Saarbrücken. „Wir müssen uns an die Hallenhöhe und den Boden gewöhnen“, ließ der chinesische Trainer seinen Dolmetscher erklären. Die Badmintonhallen in China seien rund zwei Meter höher, der Untergrund weniger rutschig. „Das merken die Spieler sofort. Damit müssen wir umgehen lernen, bevor wir gegen die Nationalmannschaft spielen.“ An die deutsche Küche wagten sich die Asiaten übrigens nicht heran: Zum Abendessen ging es in ein chinesisches Restaurant in Wolfratshausen. dst

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