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Schüler halten sich auf dem Pausenhof vor dem Gymnasium Geretsried auf.
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Das Gymnasium Geretsried verabschiedet Religionslehrer Richard Neumeier.

Beliebter Lehrer verabschiedet

Richard Neumeier verlässt das Gymnasium – Schüler sind schwer enttäuscht

Der beliebte Religionslehrer Richard Neumeier wird nach den Sommerferien nicht ans Gymnasium Geretsried zurückkehren. Schüler und Lehrer sind alles andere begeistert - auch weil er nicht wie andere Lehrer verabschiedet wurde.

  • Über 1000 Schüler setzten sich bereits vergangenes Jahr für ihren Religionslehrer ein
  • Nun hat Richard Neumeier das Gymnasium Geretsried tatsächlich verlassen
  • Schülerin und Mutter kritisieren Umgang mit engagiertem Pädagogen

Geretsried – Ein Unikat verabschiedet sich leise vom Gymnasium: Wie kürzlich bekannt wurde, wird Richard Neumeier im kommenden Schuljahr nicht mehr in Geretsried unterrichten. Bereits vor einem Jahr machte das Gerücht die Runde, der Vertrag mit dem Religionslehrer solle nicht verlängert werden. Die Reaktion war überwältigend: Über 1000 aktuelle und ehemalige Schüler machten sich mit einer Unterschriftenliste für den katholischen Religionslehrer stark.

Dass Richard Neumeier die Schule nun doch verlassen muss, sorgt bei den Schülern für Entrüstung. Einige Jugendliche hätten einen Abschiedstext für den beliebten Pädagogen verfasst – im Jahresbericht der Schule habe dieser jedoch nicht erscheinen dürfen, berichtet Antonia Pavlas. „Wir haben den Brief dann als Flugblatt vor der Schule verteilt.“

„Wie wir erst kürzlich erfahren mussten, wird uns der von der gesamten Schulfamilie sehr geschätzte Lehrer leider zum Ende des Schuljahres verlassen“, schreibt Antonia Pavlas in dem Text. Bis vor einem Jahr war sie Schülersprecherin und stemmte sich bereits in dieser Funktion mit einem emotionalen Appell gegen den damals bereits befürchteten Abschied Neumeiers.

Bei den Schülern beliebt: Richard Neumeier, ehemaliger Religionslehrer am Gymnasium Geretsried.

Auch in dem aktuellen Schreiben betont die Elftklässlerin, dass Neumeier in den 13 Jahren seiner Tätigkeit das Schulleben „mit seiner gutmütigen und weisen Art bereicherte. Mit unerschöpflichem Engagement stellte er Projekte wie das Meditationswochenende auf der Fraueninsel oder das P-Seminar Meditation und Entspannung auf die Beine“, erinnert sie sich. Diese Angebote hätten für die Schüler einen „Spaßfaktor und viel Lehrreiches“ enthalten.

Der Pastoralreferent sei auch deshalb bei den Schülern so beliebt, weil er als ehemaliger Vertrauenslehrer für jeden ein offenes Ohr gehabt habe. „Benötigte man jemanden zum Reden oder einen guten Rat, so fand Herr Neumeier immer die richtigen Worte und gab einem das Gefühl, die Lösung selbst zu finden. Er begegnete einem als Mensch und sah uns nie von oben herab, sondern als ebenbürtig“, schreibt Antonia Pavlas. „Wir alle bedauern sehr, ein so wertvolles Mitglied unserer Schulfamilie nun doch recht plötzlich und überraschend verlieren zu müssen.“

Eigentlich ist es am Gymnasium Tradition, dass langjährige Lehrkräfte im Jahresbericht mit einem vom Kollegium verfassten Text verabschiedet werden. Im Falle Neumeier entfiel diese Veröffentlichung, wie die Mutter mehrerer Gymnasiasten, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. Obwohl einige andere Lehrkräfte in dem Magazin ausgiebig gewürdigt worden seien, habe es über Neumeier nur einen kurzen Absatz in einer Informationsmail an die Eltern gegeben. Darin schreibt Schulleiter Christoph Strödecke, Neumeier, der seit 2007 Religionsunterricht an der Schule gab, habe seine Hauptaufgabe „nicht nur im Unterricht“ gesehen, „sondern nahm sich viel Zeit für Schülerinnen und Schüler. Auch für die Lehrkräfte hatte er immer ein offenes Ohr“.

Strödecke dankt Neumeier in dem Schreiben „für die geleistete Arbeit und das Engagement am Gymnasium Geretsried“. Bei Schülern, Kollegen und Lehrkräften sei der Pastoralreferent „sehr geschätzt“. Wie der Schulleiter schreibt sei Neumeier „vom Ordinariat für neue Aufgaben vorgesehen“ und verlasse deshalb das Gymnasium. Die Darstellung Neumeiers klingt etwas anders: „Nachdem ich in Geretsried keine Stunden mehr bekommen habe, werde ich in einer anderen Einrichtung unterrichten.“ Mehr möchte er zu der Thematik nicht sagen.

Für die genannte Schülermutter ist dieses Abschiedsschreiben nur ein schwacher Trost. „Die Art und Weise des Umgangs mit einer langjährigen, sehr engagierten Lehrkraft gefällt mir nicht“, sagt sie. Mit der Meinung stehe sie nicht alleine: „Viele andere Eltern – eigentlich alle, mit denen ich gesprochen habe – sind genauso erschüttert darüber.“

Dominik Stallein

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