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Wenig Teilnehmer, viel B egeisterung: Die Teilnehmer am Volkstanz-Workshop.

„Volkstanz ist kein Schuhplattln“

Das lernt man beim Volkstanz-Workshop in Geretsried

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„Eins-Zwo-Drei“ – am Samstag fand der erste Volkstanz-Workshop unter dem Titel „Bavarian Dancefloor“ in der Aula der Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße statt.

Geretsried – Initiiert wurde der Kurs von der Stadt Geretsried, „um Nachwuchs an den Schulen und Jugendzentren zu rekrutieren“, erklärte Anita Zwicknagl. Sollte dieser Workshop gut ankommen, dann könne man ihn künftig als kostenfreies Angebot für die Nachmittagsbetreuung in der Mittelschule einrichten, schlug die Kulturmanagerin von Geretsried vor.

„Wir dürfen Fehler machen“

„Volkstanz ist kein Schuhplattln“, erklärte Werner Grimmeiß, der sich als versierter Tanzpartner für den Workshop zur Verfügung stellte. Der Volkstanz sei kein professionelles Schautanzen wie es die Trachtenvereine vorführen. „Wir tanzen nur zum Spaß und dürfen Fehler machen.“ Der Kreis der interessierten Anfänger war zwar am Samstag überschaubar, dafür aber schnell zu begeistern für Sternpolka, Hiatamadl und den Chiemgauer Dreher. Erika Fernolent (Trachtengruppe Siebenbürger), Astrid Völler und Fabiana Hodolitsch von der Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn leiteten den Kurs.

Gregor Ober aus Waldram kam zum Workshop . Er tanzt bereits Standard- und lateinamerikanische Tänze. Nun möchte er auch den Volkstanz ausprobieren, sagte der 22-Jährige, der seine Freundin Laura Baumgartner aus München mitgebracht hatte. Die 17-Jährige tanzt Ballett. Der Volkstanz interessiere sie deshalb, weil „er viel geselliger ist“. Juliane Krohn aus Waldram spielt eigentlich Fußball. Aber „Volkstanz braucht man halt fürs Oktoberfest“, erklärte die Schülerin.

Norddeutsche und osteuropäische Einflüsse

Über Tradition und Herkunft der alpenländischen Tänze weiß Werner Grimmeiß viel zu berichten. Es gebe Tausende davon. Die Tanzkreise könnten nur einen Bruchteil erlernen. Zudem haben sich durch die Mobilität der Gesellschaft traditionelle Tänze aus Norddeutschland, Osteuropa und Amerika auch in Bayern etabliert. „Wir tanzen den „Holsteiner Dreitour“ oder den „Jiffy-Mixer mit Partnertausch“, erläuterte Grimmeiß. Allerdings seien diese anspruchsvollen Figurentänze noch nichts für Anfänger. Am Samstag wurden deshalb erste Grundschritte und Figuren von Walzer, Polka und Mazurka einstudiert. Der Workshop endete beim Offenen Tanzen im Ratsstubensaal unter musikalischer Leitung von Heini Zapf und der Auftanzmusik. Dann durften die Volkstanz-Debütanten im Takt von „Eins-zwo-drei“ ihr neu erlerntes Können unter Beweis stellen. 

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