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Glückwunsch: Nach 60 Jahren erneuerten Herta und Karl Kugler ihr Eheversprechen. Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (hinten) gratulierte im Namen der Stadt.

Diamantene Hochzeit

Herta und Karl Kugler heiraten nach 60 Jahren noch einmal

Geretsried - Zwei Geretsriedern der ersten Stunde gratulierte Vize-Bürgermeister Hans Hopfner zur Diamantenen Hochzeit: Herta und Karl Kugler.

Das Hochzeitsbild aus dem Jahr 1956.

„Wer sich ein bisschen mit der Geschichte der Stadt Geretsried auseinandergesetzt hat, der kennt die Namen Karl und Herta Kugler“, sagte Vize-Bürgermeister Hans Hopfner. Herta Kugler kam vor 70 Jahren mit dem ersten Vertriebenentransport aus Graslitz im Egerland nach Geretsried. Ihr späterer Mann Karl traf im Herbst 1946 mit einem Zug aus Tachau in Böhmen ein. Beide gehören der Generation an, die diese Stadt aufgebaut hat.

Der 60. Hochzeitstag wurde im geschmückten Garten der Kuglers an der Egerlandstraße gefeiert. Zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte waren gekommen, um den beiden Jubilaren zu gratulieren. In einer zweiten Hochzeitsmesse erneuerten Herta (85) und Karl (89) ihr Eheversprechen. „Das haben sich meine Eltern gewünscht“, erklärte Karl Kugler junior den Gästen. Eigentlich wollte die Familie in der Kirche feiern. Wegen gesundheitlicher Probleme wurde die Messe kurzerhand in den Garten verlegt.

Auch wenn Geretsried längst ihr Zuhause geworden ist, haben Herta und Karl Kugler die Erinnerung an ihre alte Heimat stets wach gehalten. „Sie haben einen entscheidenden Anteil am Erfolg des Museums geleistet“, zollte Vize-Bürgermeister Hopfner dem Ehepaar Respekt. Über Jahrzehnte betreute Karl Kugler mit anderen das Heimatmuseum unter dem Dach des Rathauses. Er hat die Sammlung maßgeblich aufgebaut. Seine Frau Herta berichtet als Zeitzeugin immer wieder über das Schicksal der Heimatvertriebenen – zuletzt im April dieses Jahres, als an die Ankunft der ersten 554 Menschen aus Graslitz vor 70 Jahren erinnert wurde.

Herta Kugler kam damals mit ihrer Familie im Barackenlager auf der heutigen Böhmwiese unter, ihr späterer Mann Karl lebte im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Rüstungswerke (heute Rathaus). 1947 gründete dessen Vater, der Volksschullehrer Karl Kugler, die Sing-, Spiel- und Tanzgruppe. Daraus gingen die Chorvereinigung und die Egerländer Gmoi hervor. In beiden Vereinen sind Herta und Karl Kugler bis heute engagiert.

von Dominik Stallein

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