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Interessanter Vortrag: Der bekannte Fernsehmoderator Moritz Küffner gab an der Karl-Lederer-Grundschule Tipps für einen besseren Umgang miteinander.

Fernsehmoderator Moritz Küffner referiert an der Karl-Lederer-Grundschule

Probleme mit den lieben Kleinen? Experte gibt Tipps

Geretsried - Der Fernsehmoderator Moritz Küffner war an der Karl-Lederer-Grundschule zu Gast. Er gab Tipps zu einem besseren Umgang miteinander.

An den Schulen treten immer mal Konflikte auf – zwischen den Schülern, zwischen Schülern und Lehrern, zwischen Eltern und Lehrern. An der Karl-Lederer-Grundschule gab es in jüngster Zeit vermehrt Probleme im Umgang miteinander. Die Eltern ergriffen deshalb die Initiative und organisierten einen Informationsabend mit dem Titel „Wertschätzende Kommunikation – ein Werkzeug zur Konfliktlösung“. Die Mutter Jennifer Kübler konnte den Münchner Kommunikationsexperten Moritz Küffner als Referenten gewinnen. Er ist bekannt als Fernsehmoderator bei KiKa, Premiere und Kabel 1 sowie als Autor von Fachbüchern.

Um wertschätzend miteinander zu kommunizieren, sei es wichtig, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und sie selbstbewusst zu äußern, sagt Küffner. Der Mensch, der selbstzentriert – nicht egoistisch – lebe, könne am meisten lieben. Die Bedürfnisse des anderen seien dabei genau so wichtig. Er nennt ein Beispiel, das vielen der etwa 50 anwesenden Eltern nur allzu vertraut ist: Das Kind will abends nicht ins Bett gehen.

Wenn das Kind abends nicht ins Bett will

Der Referent, selbst Vater, berichtet, wie er das Problem gelöst hat. Er erklärte seiner Tochter, er brauche am Feierabend seine Ruhe. Sie könne in ihr Zimmer gehen und aufbleiben, so lange sie es für richtig halte. Bis ein Uhr nachts hörte er das Grundschulkind noch rumoren. Es fiel ihm schwer, nicht doch ein Machtwort zu sprechen. Am nächsten Morgen war das Mädchen entsprechend unausgeschlafen und schlecht gelaunt. Dasselbe wiederholte sich noch einmal. Am Abend darauf war die Tochter so müde, dass sie freiwillig früh schlafen ging. „Das tat sie seitdem immer, es gab nie mehr Diskussionen.“

Mit vielen Beispielen aus Erziehung, Partnerschaft und Beruf veranschaulicht der Konfliktmanager, wie kooperative Kommunikation aussieht. „Wir sind aufs Rechthaben gebürstet“, macht er als einen Hauptgrund für Streit aus. Würde man sich mehr in die Situation des Gegenübers versetzen, gäbe es weniger Konflikte. „Jeder hat aus seiner Sicht Recht, selbst wenn er einmal zu einer Notlüge greift“, wirbt Küffner bei Eltern und Lehrern um Verständnis für die Kinder. Es sei entscheidend, zuhören zu können. Nicht, um über eine möglichst schlaue Antwort nachzudenken, während der andere noch redet (was die meisten tun), sondern um zu verstehen, was er sagt.

Man muss mit sich selbst im Reinen sein

Außerdem müsse Kritik sich immer auf das Verhalten des anderen beziehen, nicht auf den Menschen selbst. Als einer Mutter im Publikum beim Schildern eines Problems mit ihrem Sohn das Wort „Rotzlöffel“ herausrutscht, erinnert Küffner sie daran. Er sagt, der Dalai Lama lebe seit 35 Jahren nach dem Grundsatz, dass er zwar das Verhalten der Chinesen gegenüber den Tibetern anprangere, nicht aber die Chinesen an sich schlecht mache. Der Referent räumt ein, dass die lieben Kleinen einen oft zur Weißglut bringen können. Sein Rezept gegen Ärger aller Art lautet: „Wer mit sich selbst im Reinen ist, kann niemand anders verschmutzen.“ Fahre er zum Beispiel rechtzeitig mit dem Auto zu einem Termin, könne ihn ein Trödler im Wagen vor ihm nicht aus der Fassung bringen.

Küffners interessanten Vortrag hat die Graphikerin Anja von Klitzing bildlich auf einer großen Tafel, die noch in der Aula steht, für alle sehr eingängig festgehalten. An hilfreicher Literatur empfiehlt der Kommunikationswissenschaftler am Ende unter anderem Marshall Rosenbergs „Vier Schritte zu gewaltfreier Kommunikation“. Küffner selbst hat gemeinsam mit dem Betriebswirt Stefan Günzinger ein Hörbuch mit dem Titel „Segelst du schon oder ruderst du noch?“ zum Thema kooperative Kommunikation herausgebracht.

Tanja Lühr

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