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Die Liebe war das zentrale Thema einer Frühlingsmatinée in der Geretsrieder Musikschule. Mitwirkende waren Ulrike Wenicker-Kuhn, langjährige frühere Lehrerin an der Geretsrieder Musikschule und Konzert-Pianistin, die Mezzosopranistin und Chorsolistin der Bayerischen Staatsoper, Theresa Labrzycki, der Klarinettist, Pianist und langjährige Soloklarinettist der Bayerischen Staatsoper, Iván Mähr, und Werner Kuhn als Rezitator.

„Gib mir mein Herz zurück“

Lieder, Arien, Literatur: Matinée in der Musikschule

Geretsried – „Gib mir mein Herz zurück“ war das Motto der Frühlingsmatinée in der Musikschule Geretsried. Die Zuschauer bekamen Lieder, Arien und Literatur zu hören.

Als Hannes Kirchhofer, Vorstand der Geretsrieder Musikschule, am Sonntagvormittag das Publikum im heimelig gestalteten Ingrid-Obser-Saal seiner Schule begrüßte, waren zahlreiche Gäste und auch die ersten Sonnenstrahlen neugierig gekommen. Ulrike Wenicker-Kuhn, langjährige frühere Lehrerin an der Geretsrieder Musikschule und Konzert-Pianistin, hatte die Liebe in all ihren Facetten zum zentralen Thema der Veranstaltung gemacht. Mit ihrem Ensemble, der Mezzosopranistin und Chorsolistin der Bayerischen Staatsoper, Theresa Labrzycki, dem Klarinettisten, Pianisten und langjährigen Soloklarinettisten der Bayerischen Staatsoper, Iván Mähr, und ihrem Ehemann Werner Kuhn als Rezitator gestaltete sie gemeinsam die kommenden, sehr abwechslungsreichen zwei Stunden.

Die angekündigte Lied- und Gedichtauswahl aus Barock, Klassik und Romantik war eine ganz außergewöhnliche. Mit der klagenden, sehnsuchtsvollen Barock-Arie einer unbekannten leidenden Liebenden von Francesco Rossi nahmen zunächst Schmerz und grenzenlose Sehnsucht den Raum ein, um ihn danach mit dem eindringlichen spätromantischen Liebeslied „Still wie die Nacht“ aus der Feder von Carl Bohm wärmend zu füllen. Mit der „Romanze und Szene“ aus der Oper „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni nach einer Erzählung des sizilianischen Schriftstellers Giovanni Verga lernte das Publikum dann eine andere Art der Liebe kennen. Große Liebe mit großen Versprechungen kann an Treulosigkeit zerbrechen und lässt gar in Eifersucht rasen bis in den tragischen Tod, herzzerreißend gesungen von Theresa Labrzycki. Mit der wirbelnden musikalischen Herausforderung an den Klarinettisten, der „Fantasia da Concerto“ aus der Oper „I Puritani“ von Vincenzo Bellini, ging der erste Teil zu Ende. Nach der Pause ertönten zwei vergnügte, teilweise schelmische Stücke des „polnischen Schubert“ Stanislaw Moniuszko, in denen es auch um den Sieg der heiratswilligen Frauen über die unentschlossenen Männer geht. Es führte das vertonte Gebet „Ave Maria“ an die höchste aller Mütter, in der Fassung von Pietro Mascagni und Bogumil Zepler, zu Clara und Robert Schumann, die einen jahrelangen juristischen Streit gegen Claras Eltern führten, um letztlich heiraten zu können. Aus der seiner Frau gewidmeten Liedsammlung „Myrthen“ wählten die Musiker „Die Widmung“ aus.

Für das Abschlusslied hatte sich Louis Spohr, ein deutscher Geigenvirtuose und Komponist der Romantik, der Faust-Legende in ihrer ursprünglichen Form angenommen. Seine Kunigunde, vom heimlich eingeflößten Liebestrank wie von Geisterhand zum von Mephisto verjüngten liebestollen Faust hingezogen, sang sich in traumhafte Liebeserwartung, der – man ahnt es – nichts wirklich Gutes folgen sollte.

Kenntnisreich führte Wenicker-Kuhn ein in die Geschichte rund um die ausgewählte Musik. Ihr Ehemann Werner Kuhn spannte derweil sehr gekonnt vortragend den Bogen von Lied zu Lied mit ausgewählten Gedichten und kurzen Geschichten – auch aus den Federn von anonymen Sagenerzählern und von Robert Burns, Emmanuel Geibel, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Hesse, Kaiserin Sissi, König Ludwig II., Friedrich Rückert und Giovanni Verga. Die gelungene Zugabe bildete die weltbekannte „Habanera“ aus der Oper Carmen von Georges Bizet.

Nach einem wunderschönen Konzert war dem in Sachen „Liebe“ nichts mehr hinzuzufügen.

von Assunta Tammelleo

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