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Die inzwischen geschlossene Firma Sieber.

Im Landtag

Listerien-Skandal bei Sieber: Jetzt sind die Labore im Visier

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Der Listerien-Skandal bei der Geretsrieder Wurstfabrik Sieber ist für die Beteiligten noch nicht ausgestanden. Das Umweltministerium deutet an, dass nun Maßnahmen gegen die Labore eingeleitet werden können.

München/Geretsried – Nicht nur für Geschäftsführer Dietmar Schach von der insolventen Wurstfabrik Sieber, sondern auch für verschiedene Labor-Betriebe könnte der Listerien-Skandal noch Konsequenzen haben. Das deutete die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) bei einer Aktuellen Stunde im Landtag an. „Wir werden uns vorbehalten, gegen Labore weitere Maßnahmen einzuleiten“, sagte Scharf bei einer Debatte über Folgerungen aus den Listerien-Funden bei dem inzwischen geschlossenen Unternehmen in Geretsried. Die Aktuelle Stunde hatte die SPD beantragt. Durch die Listerien waren insgesamt acht Menschen gestorben, vier davon aus Bayern (sie hatten teilweise Vorerkrankungen). Außerdem gab es mindestens 76 Krankheitsfälle.

Hintergrund von Scharfs Ankündigung ist, dass bei firmeninternen Kontrollen in dem Betrieb im September 2013 und Oktober 2014 eine hohe Listerien-Belastung gefunden worden war – wie man heute weiß. Doch weder Geschäftsführer Schach noch die von ihm beauftragten Labore gaben die Befunde damals an die Behörden weiter. Die Laborresultate kamen erst im April dieses Jahres bei einer Gerichtsverhandlung ans Licht, an deren Ende Geschäftsführer Schach zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft haben gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die Frage, ob auch gegen beteiligte Labore wegen Verstoßes gegen die Meldepflicht vorgegangen wird, steht im Raum. Ihr Vorgehen jedenfalls sei „kriminell“ gewesen, stellte der Abgeordnete Benno Zierer (Freie Wähler) in der Parlamentsdebatte fest. Zierer ebenso wie der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn forderten weitere Konsequenzen aus dem Skandal. Das Kontrollnetz müsse noch engmaschiger werden, schließlich sei Sieber im März 2016 nur durch einen „Glückstreffer“ (von Brunn) aufgeflogen – damals erwies sich ein per Stichprobe zufällig aus einem Discounter entnommenes Wacholderwammerl als hochgradig kontaminiert.

Scharf hingegen hielt von Brunn eine „Aversion gegen die Fakten“ vor. Schließlich sei die Lebensmittelüberwachung schon nach dem Bayern-Ei-Skandal neu strukturiert worden – diese Maßnahmen müssten erst greifen. Der Staat könne jedoch nicht „völlige Keimfreiheit“ garantieren, schwarze Schafe werden es immer geben. 

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