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Marcel Sternkopf: Der Geretsrieder will dem Internetriesen Amazon mit einem regionalen Einkaufsportal die Stirn bieten.

Vor Ort im Internet shoppen

So will ein Geretsrieder Internetriese Amazon die Stirn bieten

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Ob er ein Idealist ist? „Schon ein bisschen“, meint Marcel Sternkopf und schmunzelt. Der Geretsrieder will in der Region ein digitales Kaufhaus etablieren und dem Internetriesen Amazon die Stirn bieten.

Geretsried – Anfang des nächsten Jahres soll die Plattform „Lokaso Isartal“ ans Netz gehen. Sternkopf ist 29 Jahre alt, selbstständig und in der IT-Branche tätig. Wie viele in seiner Generation schaut er sich im Internet um, wenn er Kleidung oder Schuhe braucht. „Ich kaufe eher weniger im stationären Einzelhandel“, gibt der Unternehmer zu. „Ich habe nicht die Zeit, groß einkaufen zu gehen, und ich will die Dinge schnell haben“, begründet er sein Kaufverhalten.

Handel vor Ort unterstützen

Trotzdem müsse es doch möglich sein, den Handel vor Ort zu unterstützen. Das dachte sich Sternkopf vor zwei Jahren. Seitdem beschäftigt er sich mit dem Thema Einzelhandel. Schnell merkte er allerdings, dass sich einige Händler schwer tun mit der Präsenz in der digitalen Welt. „Es gibt Händler, die sind nicht mal mit einer Visitenkarte im Internet vertreten“, so die Erfahrung des Experten. Oft hätten sie auch gar nicht die Zeit – und das Budget –, sich um eine Webseite oder und einen Online-Shop zu kümmern. „Für einen einzelnen ist das ein Riesenaufwand“, räumt Sternkopf ein.

Das brachte ihn auf die Idee, die lokalen Händler unter einen Hut zu bringen. Der Geretsrieder nahm vier digitale Kaufhäuser unter die Lupe und suchte sich eines heraus, das seiner Meinung nach den stationären Einzelhandel am besten im World Wide Web abbildet. Am meisten überzeugte ihn das Konzept von „Lokaso“ in Siegen. „Das läuft seit einem Jahr. 50 Einzelhändler beteiligen sich daran“, berichtet Sternkopf. Er nahm im Mai Kontakt zu den Siegenern auf und kaufte eine Lizenz für ein Postleitzahlengebiet, das von Oberhaching bis nach Königsdorf und von Dietramszell bis Berg reicht. Jetzt hofft der 29-Jährige, dass sich genügend Händler finden, die bei „Lokaso Isartal“ mitmachen. „Wir brauchen 30, um starten zu können und 50, um schwarze Zahlen schreiben zu können.“ Bislang seien fünf Verträge unterschrieben, mündliche Zusagen habe er von zehn Einzelhändlern aus der Region.

Partner gesucht

Sternkopf gibt offen zu, dass „viele skeptisch demgegenüber sind“ und der Aufklärungsbedarf „enorm“ sei. Deshalb habe er den Start von „Lokaso Isartal“ auch verschoben, und zwar auf Anfang des nächsten Jahres. Außerdem ist er auf der Suche nach einem Partner, am liebsten ein Unternehmer aus dem Einzelhandel, der sich auch vorstellen kann, später als Geschäftsführer von „Lokaso Isartal“ tätig zu sein.

Zwei Jahre hat Sternkopf nach eigenen Angaben schon in das Projekt investiert und dabei noch keinen Euro verdient. Aufgeben? Das kommt für ihn nicht in Frage. Sternkopf: „Es muss doch möglich sein, bei uns etwas zu etablieren, das nicht Amazon heißt.“

Lokaso Isartal

Händler, die bei „Lokaso Isartal“ mitmachen, bezahlen eine Monatspauschale von 249 Euro. „Die ersten 30 bekommen die Pauschale für 199 Euro pro Monat“, bietet Marcel Sternkopf an. Von den 249 Euro fließen 50 Euro in die Entwicklung der Plattform, der restliche Betrag ist für das Marketing vorgesehen. Für die Lieferung der Artikel zum Kunden müssen Händler monatlich noch einmal neun Prozent vom Online-Umsatz bezahlen. Wer bei „Lokaso Isartal“ bestellt, bekommt seine Waren noch am gleichen Tag geliefert. „Schön wäre, wenn wir 80 Prozent des Alltagsbedarfs abdecken können“, so Sternkopfs Wunsch.

Kontakt

Wer sich für „Lokaso Isartal“ interessiert, kann mit Marcel Sternkopf Kontakt aufnehmen, entweder unter Telefon 08171/ 4 28 77 77 oder per E-Mail an marcel.sternkopf@lokaso.net.

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