Ex-1860-Präsident Dieter Schneider gestorben

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Rund 42.000 Quadratmeter groß ist die Industriebrache zwischen der Elbe- und der Banater Straße in Geretsried. Auf dem ehemaligen Lorenz-Areal sollen 550 bis 600 Wohnungen gebaut werden. Die Weichen stellt am 15. Dezember der Stadtrat.

600 neue Wohnungen könnten entstehen

Lorenz-Areal: Gewerbe darf nicht das Nachsehen haben

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Geretsried - Bis zu 600 Wohnungen könnten auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Elbestraße entstehen. Prinzipiell befürworten das die Fraktionssprecher im Stadtrat. Von den Freien Wählern gibt es allerdings Gegenwind.

Hans Hopfner, SPD-Fraktionssprecher

In Abstimmung mit der Baugenossenschaft (BG) als möglichem Projektpartner will der Unternehmer Reinhold Krämmel 550 bis 600 Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal errichten. Ein Antrag dazu wird am 15. Dezember im Stadtrat behandelt. „Wenn man in Betracht zieht, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt, ist das absolut notwendig“, sagt SPD-Fraktionssprecher Hans Hopfner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Wohnungsmarkt in der größten Stadt im Landkreis ist aktuell so gut wie leer gefegt – genau drei Mietwohnungen bietet ein Immobilienportal im Internet an. Vor allem an bezahlbarem Wohnraum mangelt es. Der sei in den vergangenen Jahren „deutlich“ zu kurz gekommen, ergänzt Hopfner. Nach einer langen Pause wird die BG im kommenden Jahr zwar 27 Sozialwohnungen bauen, aber das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Projekt in der Dimension, wie von Unternehmer Krämmel geplant, sei da nur „begrüßenswert“. Allerdings, so schränkt der Stadtrat ein, sei das ehemalige Lorenz-Areal Teil des Gewerbegebiets Nord. „Es muss eine Verträglichkeit geschaffen werden.“ Das heißt, die Gewerbebetriebe dürften nicht eingeschränkt und für die Bewohner müsste Schallschutz gewährleistet werden. Aber man stehe ja erst am Anfang. „Details werden sich in der nächsten Zeit ergeben.“

Robert Lug, Sprecher der Freien Wähler im Stadtrat

Für CSU-Fraktionschef Volker Reeh hat das bestehende Gewerbe Priorität. „Sollten dort Wohnungen gebaut werden, muss der Gewerbebetrieb uneingeschränkt gewährleistet sein, und zwar rund um die Uhr“, fordert der Wirtschaftsreferent des Stadtrats. „Das betrifft vor allem die direkten Nachbarn Speck Kolbenpumpen und Bauer Kompressoren.“ In Verhandlungen und mit „handfesten Verträgen“ müssten solche Punkte geklärt werden. „Da kann man sehr viel regeln und sehr viel ausschließen.“ Bei 600 neuen Wohnungen rechnet Reeh außerdem mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen in Gartenberg. „Da muss sich dringend was ändern.“ Besonders die Einmündung Blumenstraße/Elbestraße sowie die B 11-Einfahrt Geretsried-Mitte müssten ertüchtigt werden. „Sonst wird es unweigerlich zu Unfällen kommen“, befürchtet der Stadtrat.

Als „offen“ bezeichnet Robert Lug die Position der Freien Wähler (FW) bei diesem Thema. Aber mit der Vorgehensweise ist der Fraktionschef ganz und gar nicht einverstanden. Bislang sei noch völlig unklar, was genau und vor allem wie hoch auf dem 4,2 Hektar großen Areal gebaut werden soll. „Wir erwarten, dass alle Karten offen auf den Tisch gelegt werden, und zwar von allen Beteiligten“, kritisiert Lug. Es könne nicht sein, dass nur ein engerer Kreis – bestehend aus Rathausspitze, Bauunternehmer und Baugenossenschaft – bei diesem Projekt mitrede „und der Stadtrat als Stimmvieh missbraucht wird“, echauffiert sich Lug. „Nach dem Johannisplatz ist das unser größtes Bauprojekt, das kann nicht einfach so durchgewunken werden.“

Lug wiederholt, dass sich die Freien Wähler der Wohnraum-Diskussion nicht versperren wollen. Aber aus seiner Sicht gebe es Alternativen zum ehemaligen Lorenz-Areal – und zwar in der Stadt und auf der Böhmwiese. So könnten einzelne Flächen nachverdichtet und Bauland auf der Böhmwiese ausgewiesen werden. „Mir ist klar, dass das deutlich schwieriger ist. Aber den ersten Schritt hat Bürgermeister Michael Müller ja schon gemacht“, so Lug. Wie berichtet werden auf der Böhmwiese drei Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber entstehen.

Volker Witte von der Fraktion der Grünen im Stadtrat war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Doris Schmid

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