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Rund 550 Wohnungen sollen auf dem 4,2 Hektar großen, ehemaligen Lorenz-Areal entstehen.

Geplanter Wohnungsbau

Sozialgerecht, geruchsfrei: SPD berät über Lorenz-Areal

Geretsried – Die SPD möchte den von der Stadt geplanten Wohnungsbau auf dem ehemaligen Lorenz-Areal als SoBoN-Projekt verwirklichen. Über den Antrag von Wolfgang Werner wurde beim SPD-Stadtgespräch diskutiert.

SoBoN steht für sozialgerechte Bodennutzung und wurde 1994 vom Münchner Stadtrat eingeführt. In jüngster Zeit hat auch die Stadt Landsberg am Lech ein soziales Wohnungsbauprojekt nach SoBoN aufgelegt. Dabei stellt eine Kommune wie bei einem städtebaulichen Vertrag von Anfang an sicher, dass der Investor – im Fall des ehemaligen Lorenz-Areals die Firma Krämmel – zum einen eine gewisse Anzahl an Sozialwohnungen baut und zum anderen die Kosten für die soziale Infrastruktur, also für Kindertagesstätten (Kita), Senioren- oder Jugendtreffs mit übernimmt. Im Gegenzug erhält der Investor höheres Baurecht.

Zum Teil hat sich die Stadt mit den Vertragspartnern Krämmel und der Baugenossenschaft Geretsried (BG), die ebenfalls mit ins Boot genommen wurde, bereits auf SoBoN-Richtlinien geeinigt: Die geplanten rund 550 Wohnungen sollen zu 30 Prozent Sozialwohnungen, zu 30 Prozent mittelpreisige Mietwohnungen und zu 40 Prozent Eigentumswohnungen werden. Eine Kita und Aufenthaltsflächen für die Allgemeinheit sind ebenfalls in einem ersten Entwurf von Architekt Klaus Kehrbaum vorgesehen.

SPD-Stadtrat Wolfgang Werner wird in der nächsten Stadtratssitzung wie berichtet einen offiziellen Antrag auf SoBoN stellen. „Man schafft damit Transparenz und Planungssicherheit“, sagte er beim SPD-Stammtisch im Café Waldmann. Werner kann sich vorstellen, dass zusätzlich zu einer Kita eine weitere Grundschule nötig wird, falls die Plätze an der Isardamm-Schule für die neuen Kinder nicht ausreichen sollten: „Wenn wir die Mittelschule an der Adalbert-Stifter-Straße ohnehin sanieren, könnte man dort auch über eine Grundschule nachdenken.“ Reiner Berchtold, Stammtisch-Gast aus Wolfratshausen, sagte, der Bedarf an schulischen Räumen werde wegen der steigenden Ganztagsbetreuung mit Verpflegung in Mensen in Zukunft ansteigen: „Die Waldramer Mensa ist jetzt schon wieder zu klein. Dort muss im Schichtbetrieb gegessen werden.“

SPD-Ortschef Martin Bruckner und Parteimitglied Wolfgang Kohler wollen dem sozialen Aspekt von SoBoN einen ökologischen hinzufügen. Sie schlugen Fotovoltaikanlagen auf den (Flach-)Dächern der neuen Wohnblöcke vor. Eine zentrale Heizanlage ist laut Walter Büttner, Stadtrat und BG-Vorstandsmitglied, bereits vorgesehen. Es werde im Moment „sehr viel Gehirnschmalz“ in eine nachhaltige Planung gesteckt, die Soziales, Ökologisches und auch den Verkehr betreffe.

Laut Büttner haben Stadt und Investoren mittlerweile Gespräche mit den benachbarten Unternehmen geführt. Einige sind wie berichtet nicht begeistert davon, dass das Gewerbegebiet Lorenz-Areal in ein Wohngebiet umgewandelt werden soll, da sie Einschränkungen bei der Produktion befürchten. Der Schallschutz sei auch im Falle eines Drei-Schicht-Betriebs in den Firmen gewährleistet, betonte Büttner. Sogar ein Geruchsgutachten sei mittlerweile von Fachleuten – „mehreren Geruchs-Testern mit feinen Nasen“ – erstellt worden, da sich der Wurstwaren-Hersteller Sieber in der Nähe befinde.

„Die Gespräche mit den Anlieger-Firmen laufen sehr unterschiedlich“, verriet Stadtrat Büttner. Klagen ihrerseits seien im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens jederzeit möglich. Deshalb sollen die Wohnblöcke in mindestens drei Bauabschnitten, am weitesten vom Gewerbe entfernt beginnend, realisiert werden. Büttner wies auf das Angebot der Stadt hin, dass Betriebe in das neue Gewerbegebiet Gelting-Ost umziehen könnten.

tal

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