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Die Bautafel  an der Banater Straße
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Die Bautafel steht schon länger, nun darf das Projekt an der Banater Straße realisiert werden.

Landratsamt erteilt Baugenehmigung für „Mammutprojekt“ in Geretsried

Lorenz-Areal: Bauer Group reicht sieben Klagen ein

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Theoretisch kann es jetzt los gehen: Das Landratsamt hat die Baugenehmigung für das von der Firma Krämmel geplante neue Quartier erteilt. An der Banater Straße sollen 770 Wohnungen entstehen.

  • Auf dem Lorenz-Areal entsteht ein neues Quartier mit 770 Wohnungen
  • Die Baugenehmigung liegt vor, nur der Bebauungsplan ist noch nicht rechtskräftig
  • Nicht alle sind mit dem Projekt einverstanden

Update vom 24. September: Die Anwälte der Bauer Group haben am Donnerstag sieben Klagen beim Verwaltungsgericht München eingereicht. Das teilte die Geschäftsführende Gesellschafterin, Dr. Monika Bayat, am späten Nachmittag mit.

Die Klagen richten sich gegen die Baugenehmigungen des Landratsamts für die rund 770 Wohnungen samt Kindertagesstätte, Tiefgarage und Boarding-House, die das Bauunternehmen Krämmel auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße in Geretsried plant. Bayat: „Nachdem wiederholte Bemühungen unsererseits, eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt Geretsried und der Vorhabenträgerin über eine ,Kompromissplanung‘ herbeizuführen, leider gescheitert sind, haben wir keine Alternative, als das Vorhaben einer gerichtlichen Überprüfung zuzuführen.“

Der Kompressorenhersteller befürchtet Immissionsbelastungen für die Bewohner des neuen Quartiers inmitten von Gewerbebetrieben. Das Vorhaben würde zu einem „städtebaulichen Missstand“ führen. Der Stadtrat hat den Bebauungsplan noch nicht zur Satzung beschlossen. Dies soll am Dienstag, 29. September, um 17 Uhr in den Ratsstuben geschehen. 

Geretsried – Das neue Quartier mit rund 770 Wohnungen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal an der Banater Straße ist durch. Das Landratsamt hat die Baugenehmigungen erteilt. Korbinian Krämmel, Geschäftsführer der gleichnamigen Wolfratshauser Baufirma, hat die Bescheide am Mittwoch abgeholt.

„Es ist ein großes und freudiges Ereignis“, sagt Krämmel. Seine Firma habe lange darauf hingearbeitet. „Wir sind sehr glücklich, dass der Wohnraum nun endlich geschaffen werden kann. Die Wohnungsnot ist hochbrisant.“

Auf dem 4,7 Hektar großen Areal sind geförderte und frei finanzierte Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen geplant. Geretsrieder erhalten das Erstzugriffsrecht. Zu dem neuen Quartier gehören außerdem eine Tiefgarage, eine Kindertagesstätte und ein Boardinghouse. Es soll in mehreren Bauabschnitten realisiert werden.

Baubeginn steht noch nicht fest

Auf einen Baubeginn will Krämmel sich nicht festlegen. Die Firma werde die Planungen nun weiterführen und „möglichst zügig mit dem Hochbau starten“. Bis der erste Kran steht, werde es noch ein bisschen dauern, anvisiert sei, nächstes Jahr mit den Baumaßnahmen zu beginnen.

Voraussetzung für die Genehmigungen waren der empfehlende Satzungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplans durch den Entwicklungs- und Planungsausschuss sowie der Durchführungsvertrag zwischen Krämmel und Stadt. Beides liegt seit Juli vor. „Der Stadtrat wird planmäßig in seiner regulären Sitzung am 29. September den Satzungsbeschluss des Bebauungsplans zur Banater Straße fällen“, kündigt Zweite Bürgermeisterin Sonja Frank an. Angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt freue sich die Stadt über das Projekt an der Banater Straße und die Baugenehmigung dafür.

Landrat steht hinter „Mammutprojekt“

Diese habe das Landratsamt aus baurechtlicher Sicht für das kommunalpolitisch bedeutsame Projekt bereits erteilen dürfen, obwohl der Bebauungsplan der Stadt noch nicht rechtskräftig ist, erklärt Sprecherin Sabine Schmid in einer Pressemitteilung. Landrat Josef Niedermaier habe sich im Landratsamt und auch in Gesprächen mit der Regierung von Oberbayern sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr für eine schnelle Entscheidung eingesetzt. „Für unseren Landkreis ist das Vorhaben von sehr hoher Bedeutung, da hierdurch dringend notwendiger Wohnraum, vor allem auch zu erschwinglichen Preisen, geschaffen wird“, so Niedermaier.

Für die Behörde sei das „Mammutprojekt“ mit „nicht unerheblichem organisatorischen Aufwand“ verbunden gewesen, so Schmid. Diese habe über ein Dutzend Ordner an Bauanträgen prüfen müssen. Auch der Entwurf des entsprechenden Bebauungsplans der Stadt Geretsried sei einer kursorischen Prüfung auf Rechtmäßigkeit unterzogen worden.

Bauer Group droht mit Klage

Die Baugenehmigung ist nicht für jeden eine gute Nachricht. Größter Kritiker des Vorhabens ist bekanntlich der benachbarte Kompressorenhersteller Bauer. Das Unternehmen hat bereits mehrmals signalisiert, vor Gericht ziehen zu wollen. Die Geschäftsführende Gesellschafterin Dr. Monika Bayat kündigt auf Nachfrage unserer Zeitung eine schriftliche Stellungnahme an, „nachdem wir Rücksprache mit unseren Anwälten gehalten haben“.

Auch das Landratsamt thematisiert etwaige Klagen in seiner Pressemitteilung. Diese könnten nicht ausgeschlossen werden, auch „wenn dieses Mammutvorhaben nunmehr bauaufsichtlich genehmigt ist“, so Schmid. „Ob diese allerdings gegebenenfalls Aussicht auf Erfolg haben, hängt von der Rechtmäßigkeit des noch zu beschließenden und bekanntzumachenden Bebauungsplans der Stadt Geretsried ab.“

Korbinian Krämmel macht sich diesbezüglich keine Sorgen. „Ich gehe nicht davon aus, dass an den Entscheidungen gerüttelt werden kann“, so der Geschäftsführer. Die Stadt Geretsried und das Landratsamt hätten das Vorhaben immer unterstützt, und jeder habe Sorgfalt walten lassen. Krämmel: „Im Fokus steht, dass für viele Familien Wohnraum entsteht, der gefragt und gefordert ist.“

sw

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