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Frauenpower: Vor allem Mädchen kamen zum Treffen mit dem Jugendrat im Saftladen.

Jugendrat stellt sich im Saftladen vor

Kein Platz für Jugendliche?

Geretsried - Nach dem Ein-Stein war der Jugendrat jetzt im Saftladen zu Gast. Diskutiert wurde vor allem über fehlende Treffpunkte in der Stadt.

Die Jugendräte Kerstin Meier, Simon Vielreicher, Madlen Schubert, Felix Leipold und Birk Tomsu besuchten gemeinsam mit Stadtjugendpflegerin Sonja Schütz und Jugendreferentin Heidi Dodenhöft das Jugendzentrum Saftladen. Überwiegend Mädchen waren gekommen, um mit den Jugendvertretern zu diskutieren.

Selma (14) und ihre Freundinnen beklagten, dass es keine öffentlichen Plätze gebe, auf denen sich Jugendliche zum Ratschen treffen könnten. Von den Spielplätzen würden sie vertrieben, sagte Selma. Jugendrat Felix Leipold berichtete, dass er einmal mit Freunden auf einer Bank bei einem der neuen Fahrradrastplätze gesessen habe. Ein Radler habe die Gruppe beschimpft, sie würde ihren Müll liegen lassen. Dabei habe man alles in den Abfallbehälter geworfen.

Ein Mädchen meinte, man werde gleich dumm angeredet, wenn man als über 16-Jährige „mal ein Bier“ am Abend trinke. Gegen ein Bier spreche sicher nichts, erklärte dazu Heidi Dodenhöft. Laut einer Satzung der Stadt ist der Alkoholgenuss auf öffentlichen Anlagen verboten, „soweit dadurch die öffentliche Sicherheit und Ordnung beeinträchtigt werden kann“. Für Dodenhöft würde nichts dagegen sprechen, wenn sich junge Leute abends auf Spielplätzen, die eigentlich nur bis 14 Jahre benutzt werden dürfen, zusammensetzen und leise unterhalten. Es komme eben darauf an, sich anständig zu verhalten, niemanden zu stören und seinen Müll zu entsorgen.

Stadtjugendpflegerin Sonja Schütz ermunterte die Besucherinnen, sich bei der Neugestaltung von Plätzen wie jetzt dem Karl-Lederer-Platz einzubringen – nach dem Motto: „Liebe Stadträte, vergesst die Jugendlichen nicht bei eurer Planung.“ Man könne die Jugendräte jederzeit kontaktieren (die E-Mail-Adressen sind auf der Homepage der Stadt unter dem Stichwort Jugendrat veröffentlicht). Felix Leipold sagte, er bekomme öfters Feedback und Anregungen von Jugendlichen auf seiner Facebook-Seite, worüber er sich freue.

Dodenhöft warb bereits für die nächste Wahl des Jugendrats in eineinhalb Jahren um Kandidaten zwischen zwölf und 18 Jahren. Die Räte werden für drei Jahre gewählt. Zwei Mädchen hoben die Hand auf die Frage, ob jemand sich dieses Ehrenamt für sich vorstellen könnte. Ein anderes Mädchen wollte wissen, ob der Job nicht „ziemlich stressig“ sei. Kerstin Meier antwortete, es gebe anstrengende Phasen wie die Organisation des Kino-Open-Air im Oktober. Madlen Schubert ergänzte, als Jugendrat eröffneten sich aber auch tolle Möglichkeiten. So durften sie und Peter Curtius kürzlich an einer Reise nach Brüssel teilnehmen. Auch eine Fahrt nach Berlin ist noch geplant.

von Tanja Lühr

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