Ein quirliges Kerlchen: Für den kleinen Rocky sucht Tierheimleiterin Manuela Ravara ein Zuhause.
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Ein quirliges Kerlchen: Für den kleinen Rocky sucht Tierheimleiterin Manuela Ravara ein Zuhause.

Josefa-Burger-Tierheim in Gelting

Rettung in letzter Minute: Manuela Ravara über ihre Gäste im Tierheim und einschneidende Erlebnisse

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Das Jahr 2020 hatte auch es auch für das Josefa-Burger-Tierheim in sich. Die Corona-Pandemie spielte dabei keine so große Rolle. Das traurige Schicksal einiger Katzen dagegen schon.

  • Seit über 25 Jahren gibt es in Gelting das Josefa-Burger-Tierheim
  • Leiterin Manuela Ravara kümmert sich von Anfang an um seine meist vierbeinigen Bewohner
  • Für zwei ihrer Schützlinge sucht sie ein Zuhause

Gelting – Für die vierbeinigen Bewohner des Josefa-Burger-Tierheims in Gelting spielt die Corona-Pandemie keine große Rolle. Für ihre Besucher schon: Der Tag der offenen Tür und andere Veranstaltungen mussten ausfallen. Außer den Paten, die Heimtiere betreuen, darf kein Fremder ins Haus. Aktuell ist das nicht ganz so schlimm. Derzeit suchen nur eine Katze und ein Hund ein neues Zuhause.

Unternehmungslustige Familie für Rocky gesucht

Mischlingshund Rocky ist eineinhalb Jahre alt. Für den Rüden mit großem Bewegungsdrang sucht Tierheimleiterin Manuela Ravara eine unternehmungslustige Familie. Die fünfjährige Katzendame Heidi musste ins Tierheim, weil sie nicht in das neue Zuhause ihres Frauchens mit umziehen durfte. Noch ungewiss ist die Zukunft von zwei Katzen und zwei Katern. „Da muss das Gericht entscheiden, was mit ihnen passiert“, berichtet die 57-Jährige.

Rettung aus verwahrloster Wohnung

Die Katzen haben ein wirklich trauriges Schicksal hinter sich. Sie wurden im Sommer in einer verwahrlosten Wohnung im nördlichen Landkreis gefunden, der Mieter lag dort bereits eine Woche tot. Einem Nachbarn war ein beißender Gestank aufgefallen, er verständigte die Polizei. „Mit der Information, dass sich zwei Katzen in der Wohnung befinden, rückte ich zum Noteinsatz aus“, berichtet Ravara. „Es boten sich mir Bilder, die mich erschauern ließen.“

Die Zustände in der Wohnung seien furchtbar gewesen – Lebensmittel, Müll und sonstiger Unrat lagen zentimeterhoch herum. Bewaffnet mit einem Fangnetz versuchte die Tierschützerin, die verängstigten Vierbeiner zu erwischen, und stellte dabei fest, dass es insgesamt vier Katzen waren. Zunächst hatte die Geltingerin eine vor längerer Zeit verendete Katze gefunden, „die allem Anschein nach verhungert war“. Nach einer Stunde hatte Ravara schließlich die lebenden vier Fellnasen in Transportboxen verfrachtet. Im Tierheim wurden die bedauernswerten Kreaturen medizinisch versorgt und aufgepäppelt. Ein Katzenleben konnte nicht gerettet werden, das lange Hungern hatte die Gesundheit des Tieres unheilbar geschädigt.

Etwa vier Wochen später gab die Staatsanwaltschaft die Wohnung frei, und die Vermieterin entdeckte eine weitere Katze – in der mit schmutziger Wäsche gefüllten Waschmaschine. Ravara: „Bei der Abholung des Tieres staunte ich nicht schlecht, denn es war nach der langen Zeit in einem guten Zustand, abgesehen davon, dass es natürlich unterernährt war.“

Tiere sind über den Berg

Jetzt, nach fünf Monaten, sind die zwei Katzen und die zwei Kater über den Berg. Das Quartett im Alter von elf bis 16 Jahren lebt nun in einem Katzenhaus mit behaglicher Fußbodenheizung und Außengehege. „Man macht schon viel mit“, sagt Ravara, die das Tierheim seit seiner Gründung vor 26 Jahren leitet. „Doch das war für mich wirklich ein einschneidendes Erlebnis.“

Aber es gab auch freudige Anlässe im Jahr 2020: Zahlreiche Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Hasen konnten die Tierschützer erfolgreich vermitteln – darunter welche mit Behinderungen. Einige Tiere haben Wohnrecht auf Lebenszeit, weil sie für eine Vermittlung zu krank oder schwach sind. Aktuell sind es etwa 30 Dauergäste, die von Ravara ihr Gnadenbrot bekommen. Von einem treuen Begleiter musste sie sich in diesem Jahr schweren Herzens verabschieden: Wachhund Nebbia, ein Maremmano-Abruzzese, starb Ende August. „Fast 13 Jahre lang beschützte er mich“, sagt Ravara. „Ihn wird keiner ersetzen können.“

Viele Futterspenden

Geldspenden sind der Tierheim-Leiterin zufolge in diesem Jahr leicht zurückgegangen. Nach wie vor groß sei dafür die Bereitschaft, Futter zu spenden.

nej

Infos im Internet:

www.tierheim-gelting.de

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