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Herzlich Willkommen: SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Werner und SPD-Ortschef Martin Bruckner begrüßten in ihrer Heimatstadt den Bundestagsabgeordneten Klaus Barthel und Verdi-Vize-Vorsitzende Andrea Kocsis (v. re.). 

In den Ratasstuben

Markige Worte beim Maiempfang in der „SPD-Hochburg“

SPD-Bundestagsabgeordneter Klaus Barthel lädt erstmals in Geretsried zum Maiempfang. Dabei wirfte er der CSU „Alltagsrassismus“ vor.

Geretsried – Bisher lud der scheidende Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel immer im Landkreis Miesbach zu seinem Maiempfang ein. Am Sonntag bat er die rund 70 Gäste erstmals in den Geretsrieder Ratsstuben und durfte dabei auf die Unterstützung des SPD-Kreisverbands zählen. „Wir machen unseren Maiempfang schon am 30. April, weil die SPD ihrer Zeit voraus ist“, kommentierte SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Werner den vorgezogenen Termin. Und begrüßte danach mit Geretsrieds Vize-Bürgermeister Hans Hopfner den Holzkirchener Direktkandidaten für den Bundestag, Hannes Gräbner, die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Andrea Kocsis, sowie mit Klaus Barthel gleich vier Redner. Zwischendurch spielte die Musikgruppe Balkandina.

Sozialausgaben müssen erhöht werden

Nachdem Vize-Bürgermeister Hopfner seine Heimatstadt als „SPD-Hochburg“ bezeichnet hatte, plädierte Hannes Gräbner für eine Erhöhung der Sozialausgaben. „Die Mindestrente muss über der Grundsicherung liegen“, forderte der 49-Jährige. Ins gleiche Horn stieß Andrea Kocsis. Eine ausreichende Rente sei die Voraussetzung für ein „Altern in Würde“. Im gleichen Atemzug prangerte die Gewerkschafterin die „Tarifflucht“ deutscher Unternehmer an. Viele Arbeitnehmer müssten heute rund um die Uhr erreichbar sein sowie auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Zudem sei eine Aufstockung des Pflegepersonals und mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau unabdingbar. Finanziert werden könnten diese Maßnahmen ihrer Ansicht nach vor allem über eine höhere Besteuerung der Besserverdienenden. „Wir wollen ein Land, in dem sich die Wirtschaft in den Dienst des Menschen stellt und nicht umgekehrt“, unterstrich Kocsis. Noch deutlichere Worte als seine Vorredner fand abschließend Barthel. Denn der 61-jährige Kocheler, der vor 23 Jahren in den Bundestag einzog, ließ kein gutes Haar an der bayerischen Staatsregierung. Vor allem die seiner Meinung nach erkennbaren Tendenzen, Flüchtlinge und hilfsbedürftige Einheimische gegeneinander auszuspielen, missfielen ihm. „Der CSU geht’s nur um ihren Alltagsrassismus“, wetterte er.

Barthel zeigt sich ungedurldig

Ungeduldig zeigte sich Barthel bei Infrastrukturmaßnahmen, die zu lange auf sich warten ließen: „Das sehen wir ja hier in Geretsried, wie lange wir für ein paar Kilometer S-Bahn-Strecke benötigen“. Als er sich mit einem „herzlichen Glückauf“ verabschiedete, standen alle Genossen auf und feierten ihn mit stehenden Ovationen. Viel Zeit, das Buffet zu genießen, hatte der Anwärter auf den Vorsitz der Bayern-SPD indes nicht. Noch am Abend fuhr er mit einem Nachtzug nach Nordrhein-Westfalen, um in Moers eine Rede zu halten. Peter Herrmann

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