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Wie verlässlich sind die Medien? In einer Umfrage bewerteten die angehenden Abiturienten Presse, Funk und Fernsehen besser als das Internet. 

Aktionstag am Geretsrieder Gymnasium

Wie orientieren in der digitalen Welt?

Geretsried - Wie entstehen Nachrichten? Wo lauern Gefahren bei der Nutzung von Facebook, WhatsApp & Co? Darum ging es bei „W²-Tag Medien und Kommunikation“ am Geretsrieder Gymnasium.

„Die heutige Jugend besitzt eine hohe Medienkompetenz.“ Dieses Fazit zog Franz Haider, Medienpädagoge beim Katholischen Kreisbildungswerk, aus seinen Seminaren. Dennoch gab es für die Schüler der Q11 immer noch Neues und Interessantes zu erfahren beim dritten Wissenschafts- und Wirtschafts (W²)-Tag. Schule soll bei der Aktion einmal „mehr sein als Fachunterricht und Prüfungen“, wie Direktor Dr. Hermann Deger erklärte. Der Elternbeiratsvorsitzende Dr. Michael Pauli und Bürgermeister Michael Müller nannten das diesjährige Thema in ihren Grußworten zukunftsrelevant. 

Vorgeschmack auf die Universität

So wie die vom Elternbeirat initiierten W²-Tage laufe der Betrieb an der Uni ab, bereitete Pauli die angehenden Abiturienten vor. In verschiedenen Seminaren ging es um die Entstehung von Fernseh- und Rundfunknachrichten, um Medienethik und -kompetenz. Die Redakteurin Gudrun Hubatsch vom Bayerischen Fernsehen berichtete anhand eines Beispiels, wie die Tagesschau der ARD entsteht. Wie eine Reporterin vor Ort die Bundeskanzlerin bei deren Besuch der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth interviewt und alles blitzschnell geschnitten werden muss, wie eine aktuelle Meldung über Österreichs Beschluss, eine Obergrenze für Asylbewerber einzuführen, das Thema beeinflusst und die Planung umwirft, wie Sendeplätze verteilt werden und wie das weltweite Korrespondentennetz der ARD funktioniert.

Die Zukunft gehört dem Qualitätsjournalismus

 „Nachrichten? Brauch’ ich nicht, ich hab’ WhatsApp“ hatte Carl-Christian Eick, Redaktionsleiter des Geretsrieder Merkur/Isar-Loisachboten sein Referat provokativ überschrieben. Er wies auf den Unterschied zwischen gründlich recherchiertem, kritischem und deshalb „wertigem“ Journalismus und unkontrolliert in den sozialen Netzwerken verbreiteten „scheinbaren Neuigkeiten“ hin. Eick warnte die jungen Leute davor, nach dem Motto vorzugehen: „Wenn ich im Netz finde, was ich glaube, muss es ja stimmen.“ Beispiel: die Stimmungsmache rechter Parteien gegen Asylbewerber via Facebook. Qualitätsjournalismus – ob gedruckt oder online – hat seiner Überzeugung nach Zukunft.

Medienkompetenz ist zukunftsrelevant

Die Schüler in Franz Haiders Seminar „Speed-Media – eigene Medienkompetenz stärken und weitergeben“ bewiesen, dass sie recht gut darüber Bescheid wissen, welche Webseiten gefährlich sind, mit welchen Suchmaschinen ihre Recherche nicht nachverfolgt werden kann und wo man seriöse Informationen im Netz erhält. Obwohl sie alle der Smartphone-Generation angehören, bewerteten sie bei einer Umfrage Presse, TV und Radio als zuverlässigere Quellen im Vergleich zum Internet. Damit, so Haider, spiegelten sie das Bild der Gesamtbevölkerung.

Tanja Lühr


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