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Durch diese Rohre muss das Wasser kommen: Ein Blick in die aufwändige Ultrafiltrationsanlage. 

Ultrafiltrationsanlage

Mehr als nur ein Kaffeefilter

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Die Ultrafiltrationsanlage (UF-Anlage) für die drei Trinkwasserbrunnen von Geretsried und Königsdorf läuft „zufriedenstellend“. Das melden die Stadtwerke Geretsried auf ihrer Internetseite. Dennoch wird es noch ein paar Tage dauern, bis die UF-Anlage offiziell in Betrieb genommen wird. Erst dann kann in Absprache mit dem Gesundheitsamt die seit mehr als drei Jahren geltende Abkochanordnung aufgehoben und die Chlorung sukzessive reduziert werden.

Geretsried/Königsdorf - Ursprünglich sollte die UF-Anlage bereits Ende 2016 in Betrieb gehen. Um die Versorgungssicherheit über die Feiertage nicht zu gefährden, entschlossen sich die Stadtwerke, damit bis zum neuen Jahr zu warten. Am 26. Januar wurde begonnen, die Aufbereitungsanlage immer tagsüber temporär in das Wassernetz einzubinden. „Inzwischen läuft die Anlage mit einem Brunnen im 24-Stunden-Betrieb“, erklärt auf Nachfrage Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt. Nun wird der zweite Brunnen eingebunden und der 24-Stunden-Betrieb nochmals getestet. Zudem werden verschiedene Sonderfälle durchgespielt, zum Beispiel wenn der Strom ausfällt und auf Notstrombetrieb umgeschaltet werden muss.

Erst wenn alle Tests erfolgreich abgeschlossen sind, soll die Anlage offiziell in Betrieb genommen und die Abkochanordnung aufgehoben werden. Dazu wird es vor Ort einen Pressetermin geben. „Wir wollen kein unnötiges Risiko eingehen“, erklärt Loibl die Verzögerung. „Es soll alles zu 100 Prozent sicher und störungsfrei ablaufen.“ Das sieht auch der Königsdorfer Bürgermeister Anton Demmel so. Anders als in Geretsried bekommt er fast täglich Anfragen von Bürgern, wann die Abkochanordnung endlich aufgehoben wird. Aber die Versorgungssicherheit gehe vor, sagt Demmel. „Wenn wir mit aller Gewalt in den Betrieb gehen und es passiert was – das will keiner haben.“

Die Stadtwerke hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass die Inbetriebnahme sehr komplex ist. „Viele Komponenten, vergleichbar mit vielen Zahnrädern, müssen hier ineinandergreifen und sauber funktionieren.“ Oder wie es der Königsdorfer Bürgermeister formuliert: „Das ist kein Kaffeefilter, den man nur in die Leitung hängt.“

Wenn die UF-Anlage für beide Geretsrieder Brunnen läuft, verfügt die Anlage über die volle Kapizität. Der Königsdorfer Brunnen soll nach Auskunft von Demmel erst später zugeschaltet werden. Bis dahin werden die Königsdorfer über die Geretsrieder Brunnen mitversorgt. Da das Trinkwasser in einer Anlage zusammenläuft, „weiß künftig niemand mehr, aus welchem Brunnen es ursprünglich kommt“, erklärt der Bürgermeister.

Die Kosten für die Anlage belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro und werden anteilig von Geretsried und Königsdorf übernommen. Weil diese Kosten auf die Gebühren umgelegt werden müssen, haben beide Kommunen den Wasserpreis erhöht: Königsdorf um 25 Cent auf 1,10 Euro und Geretsried um 30 Cent auf 1,92 pro Kubikmeter (netto). Dort wurde allerdings gleichzeitig der Abwasserpreis gesenkt, so dass die Mehrbelastung unter dem Strich zehn Cent pro Kubikmeter beträgt.

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