Neue Mitte Geretsried
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Soll Aufenthaltsqualität bieten: In der „Neue Mitte“ wurde nicht an alle gedacht, kritisiert Andreas Wagner.

Bundestagsabgeordneter vermisst Leitsysteme für Blinde

Andreas Wagner: Mehr Barrierefreiheit im Geretsrieder Zentrum

  • vonPeter Herrmann
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Während einer Einladung in sein Wahlkreisbüro machte Linken-MdB Andreas Wagner auf einige Versäumnisse in Geretsrieds „Neuer Mitte“ hin.

Geretsried – Vor sieben Jahren stellte Andreas Wagner (Die Linke) im Rahmen einer Bürgerversammlung erfolgreich den Antrag, dass allen Bürgern eine barrierefreie Nutzung von Verkehrsflächen, Gebäuden, Einrichtungen und Dienstleistungen ermöglicht werden müsse. Bei der bereits fortgeschrittenen Umgestaltung der „Neuen Mitte“ sieht er diese Vorgabe jedoch noch nicht verwirklicht.

Im Rahmen einer öffentlichen Versammlung in seinem Wahlkreisbüro am Kirchplatz ging Wagner ins Detail. „Wenn man ein Zentrum neugestaltet, ist vor allem ein Leitsystem für Blinde wichtig“, erklärte er. Dies vermisse er am Karl-Lederer-Platz. Ihm war schon 2013 wichtig, dass ein barrierefreier Zugänglichkeitsplan nach den Prinzipien des Konzepts „Design für alle“ als Leistungsmerkmal in öffentliche Ausschreibungen aufgenommen wird. Denn Nachbesserungen und nachträgliche Umbauten sind meist teurer. „Ich werde diesen Antrag wohl demnächst erneut stellen“, kündigte Wagner an.

Der Schwerpunkt seines politischen Engagements liegt aber (noch) in Berlin. Als Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt er beispielsweise einen Ausbau sowie eine Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). „Wegen der coronabedingten Abstandsregelungen müssten die Taktung und die Wagenzahl tendenziell ausgeweitet werden“, wünscht sich Wagner. In einem Bundestagsantrag der Linken wird die Aufrüstung von ÖPNV-Unternehmen mit Filtereinrichtungen zur Reduktion, zusätzliche Ticketautomaten und Trennscheiben bei Bussen gefordert.

„Bericht aus Berlin“ im Wahlkreisbüro

Dass Corona auch andere Bereiche seiner politischen Arbeit beeinflusst, zeigte sich bei Wagners „Bericht aus Berlin“ im Wahlkreisbüro. „Diese Veranstaltung musste mehrere Monate lang ausfallen, nun wurde die Höchstteilnehmerzahl auf zehn begrenzt“, sagte Bundestagsabgeordnete. So fanden sich am Samstagvormittag neben Wagner lediglich fünf Parteifreunde ein – unter ihnen Kreisrat Peter Maier aus dem Landkreis Weilheim-Schongau. Bei Kaffee und Kuchen diskutierten die Linken vorwiegend über Bundespolitik. Ob Corona, Schweinepest, Massentierhaltung oder die Ausbeutung von Wanderarbeitern – in der rund zweistündigen Versammlung blieb nahezu kein „Aufregerthema“ außen vor.

Die Umsetzung der politischen Forderungen der Linken dürfte vor allem das Durchhaltevermögen von Wagner beanspruchen. Wie in unserer Zeitung berichtet, will er aufgrund gesundheitlicher Probleme bei den im nächsten Jahr stattfindenden Bundestagswahlen nicht mehr kandidieren.

ph

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