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57 Millionen Euro will die Stadt in den nächsten vier Jahren investieren - in das neue Stadtzentrum, das neue Hallenbad, in die Mittelschule und das Eisstadion.

Haushalt 2018

Mehr geht nicht mehr: Geretsried investiert 57 Millionen Euro

Die Freien Wähler und die CSU freuen sich, mahnende Worte kommen von FDP, SPD und Grünen. Am Dienstag verabschiedete der Geretsrieder Stadtrat einstimmig das 57-Millionen-Euro-Investitionspaket.

Geretsried Die Stadt steht finanziell so gut da wie selten zuvor. Die Steuern sprudeln, auf der Bank liegt genügend Geld für die Großprojekte der kommenden vier Jahre. Diese lassen sich mit einer – im Vergleich zur Gesamtsumme – minimalen Kreditaufnahme verwirklichen. „Die Vorhaben tragen zur Attraktivität unserer Stadt bei. Wir investieren in Bildung und Familienfreundlichkeit“, sagte Bürgermeister Michael Müller (CSU) mit Blick auf den noch für heuer geplanten Hallenbad-Neubau, auf die Sanierung des Eisstadions und die Erweiterung von Grund- und Mittelschule. Kämmerer Helge Balbiani fügte hinzu, man habe auch noch „Reserven für Unvorhergesehenes“.

Der Sprecher der Freien Wähler (FW), Robert Lug, erklärte, seine Fraktion freue sich auf das Mammutprogramm. Er hoffe, dass die Wirtschaft weiterhin so boome. Was für eine Berg- und Talfahrt die Kommunalpolitik sei, habe man vor zehn Jahren erfahren, als die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund der Finanzkrise rund zehn Millionen Euro weniger als jetzt betrugen.

Lug gab bei aller Euphorie zu bedenken, dass die Baukosten steigen würden, vor allem bei der Sanierung der Mittelschule und bei der Überdachung des Eisstadions, dass der Klimaschutz die Stadt nach dem Scheitern der Geothermie mehr kosten werde als vorgesehen, und dass künftig die Betriebskosten einen erheblichen Posten darstellen würden. Der FW-Vorsitzende schlägt die Erweiterung des neuen Gewerbegebiets Gelting-Ost vor und plädiert dafür, Menschen mit gutem Einkommen nach Geretsried zu locken.

Auch Gerhard Meinl (CSU) erinnerte an die „volatile“ Gewerbesteuer. Er mahnte seine Stadtratskollegen zur Haushaltsdisziplin: „Haltet die Füße still. Mehr, als wir uns vorgenommen haben, geht beim besten Willen nicht.“ Die 57 Millionen Euro Ausgaben von 2018 bis 2021 beruhten weitgehend auf bestehenden Beschlüssen. Diesem Paket „stimmen wir mit Freude zu“, so Meinl im Namen der CSU.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Kerstin Halba wies darauf hin, dass man aufgrund der prognostizierten Bevölkerungszunahme mehr Kindertagesstätten, mehr Platz an der Isardamm-Grundschule, mehr Straßen und Radwege brauche sowie eine Alternative zur Geothermie finden müsse. Sie regte an, lieber bereits 2018 statt wie geplant 2019 einen Kredit aufzunehmen, um die aktuell niedrigen Zinsen auszunutzen.

Ihr Fraktionskollege Walter Büttner formulierte den Vorschlag als Antrag. Er zog ihn jedoch zurück, nachdem Michael Müller ihm erklärt hatte, dass man 2018 nicht einmal die 31 Millionen Euro Guthaben auf dem Konto ausgeben könne. Wozu also womöglich Strafzinsen riskieren? Den Bock schoss Büttner mit seiner Fantasterei über eine künftige Große Kreisstadt ab. Bei einer Einwohnerzahl ab 30 000 könnte Geretsried diesen Status theoretisch beantragen. Büttner: „Wenn ich bis 2020 noch hier sitze, dann sag’ ich mal, sollte Geretsried Wolfratshausen geschluckt haben.“

Grüne und FDP erklärten sich mit dem Haushalt, den jetzt nur noch das Landratsamt absegnen muss, ebenfalls einverstanden. Günther Fuhrmann (FDP) bat jedoch darum, das Verkehrswegenetz nicht aus den Augen zu lassen: „Es wird ein ganz schöner Druck entstehen durch all die Baumaßnahmen.“

Dr. Detlev Ringer (Grüne) ging auf die hohen Personalkosten ein. Im Vergleich zum Vorjahr sollen sie heuer um rund 1,5 Millionen Euro und in den Folgejahren kontinuierlich um rund 200 000 Euro pro Jahr steigen. Ringer: „Der Bürgermeister will mehr Geld für Mitarbeiter – das soll er kriegen.“ Diese Notwendigkeit sahen die anderen Fraktionen ebenfalls ein.

Tanja Lühr

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