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Das Mehrparteienhaus an der Sudetenstraße musste komplett evakuiert werden. 
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Mehrparteienhaus evakuiert 

Großbrand in Geretsried: Löscharbeiten dauerten über 16 Stunden

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Für etwa 20 Geretsrieder begann das neue Jahr mit einem riesigen Schrecken: Der hintere von zwei durch eine Tiefgarage verbundenen Wohnblöcken an der Sudetenstraße 43 geriet kurz nach Mitternacht – vermutlich durch Silvesterraketen – in Brand und musste geräumt werden. 

Geretsried/Reichersbeuern – Bei der Integrierten Leitstelle Oberland ging am Montag gegen 0.20 Uhr ein Notruf ein. Der Anrufer meldete einen Brand auf einem Balkon im dritten Stock eines Wohn- und Geschäftshauses. Als die Feuerwehr dort eintraf – im Einsatz waren gut 60 Kräfte der Wehren aus Geretsried, Gelting, Königsdorf und Osterhofen mit zwölf Fahrzeugen –, hatten die Flammen bereits auf den Dachstuhl des Anwesens übergegriffen. „Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner des gesamten Wohnhauses evakuiert“, heißt es in einer Mitteilung aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die Sprecher Jürgen Thalmeier am Montag kurz nach 11 Uhr verschickte. Erik Machowski konkretisierte dies zwei Stunden später. Betroffen von der Räumung seien zwölf Wohnungen, sagte der Erste Kommandant der Geretsrieder Feuerwehr auf Nachfrage unserer Zeitung. Jene Bewohner, die am frühen Neujahrsmorgen nicht spontan bei Verwandten und Freunden untergekommen sind, habe das BRK in der Rettungswache betreut. 

Die Löscharbeiten zogen sich über fast den ganzen Neujahrstag. Die Eindämmung des Feuers war auch deshalb so schwierig, weil das Gebäude durch seine Lage für die Brandbekämpfer schwer zugänglich ist. Am Vormittag mussten die Brandbekämpfer abermals aufs Dach, da sich in den Morgenstunden in der Isolierung offensichtlich Glutnester entzündet hatten. Teilweise mussten die Einsatzkräfte das Dach abdecken, um das kokelnde Dämmmaterial zu entfernen. Feuerwehr-Chef Erik Machowski rechnete am Mittag mit einem Einsatzende nicht vor Einbruch der Dunkelheit. „Dann wären unsere Leute 16, 17 Stunden im Einsatz.“ Mittlerweile hatte er das Technische Hilfswerk (THW) hinzugezogen. „Wir können eine Dachhaut zwar öffnen und schließen“, sagte Machowski, „aber für eventuell nötige Abstützmaßnahmen benötigen wir die Hilfe des THW.“ Die Bemühungen der Hilfskräfte hatten Erfolg: Gegen 17.30 Uhr meldete die Geretsrieder Polizei, dass acht der zwölf betroffenen Wohnungen wieder freigegeben worden seien. Die Bewohner der vier weiterhin gesperrten Appartements wüssten Bescheid, so Polizeiobermeisterin Stephanie Soldner. 

Kriminalpolizei sucht nach der Brandursache

Der Kriminaldauerdienst (KDD) geht derweil der Ursache des Feuers nach. Die Behörde in Weilheim ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. „Aufgrund der bislang gewonnen Erkenntnisse kann ein Zusammenhang zwischen dem Brand und dem Silvesterfeuerwerk nicht ausgeschlossen werden“, sagt Polizeisprecher Thalmeier. Die Ermittler hoffen in diesem Zusammenhang auf Zeugen. Wer Personen kennt, die kurz vor der fraglichen Brandzeit Silvesterraketen in der Nähe des Brandorts in der Sudetenstraße 43 in Geretsried abgeschossen haben, solle sich beim KDD unter der Telefonnummer 08 81/64 00 melden, sagte Thalmeier. Vielleicht habe auch jemand beobachtet, von welchem Standort eine Rakete abgeschossen wurde, die möglicherweise auf dem Balkon im dritten Stockwerk des betroffenen Objektes landete. 

Auch in Reichersbeuern hatte die Feuerwehr am Silvesterabend zu tun. Gegen 20 Uhr kam es dort in einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße zu einem Zimmerbrand. Vier Bewohner wurden dabei verletzt. Der KDD übernahm ebenfalls die Ermittlungen. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten sei kurz vor 20 Uhr ein Röhrenfernseher im Erdgeschoss des Hauses implodiert. „Dadurch kam es zu einem Zimmerbrand mit starker Rauchentwicklung, bei dem vier Hausbewohner eine Rauchgasvergiftung erlitten“, sagte Polizeisprecher Thalmeier. Sie seien zur stationären Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Die örtliche Feuerwehr brachte das Feuer schnell unter Kontrolle. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 15.000 Euro.

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