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Christus segne dieses Haus: Begleitet von Pfarrer Georg März (hinten re.), Koordinator Dr. Manfred Waltl (hinten li.) und einigen Betreuerinnen besuchten die Sternsinger gestern den Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl (hinten, 2. v. li.) im Rathaus.

Dritter Bürgermeister empfängt kleine Könige und erzählt aus seiner Jugend

Schlägerei mit wilden Sternsingern

Geretsried - Am Montag statteten die Sternsinger dem amtierenden Dritten Bürgermeister Gerhard Meinl im Rathaus einen Besuch ab - und erfuhren Erstaunliches. 

Rund 35 Mädchen und Buben zwischen drei und 13 Jahren sind heuer im Stadtgebiet unterwegs, um als Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet um Spenden für notleidende Kinder in aller Welt zu bitten. Als Beispielland hat das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ als Organisator der bundesweiten Aktion in diesem Jahr Bolivien ausgewählt. In dem südamerikanischen Land zieht die Bevölkerung zunehmend in die Städte, die Landbevölkerung verarmt. „Diesen Menschen sollen nicht nur Almosen entgegengebracht werden, sondern vor allem Respekt“, erklärt Pastoralreferent Dr. Manfred Waltl von der Katholischen Stadtkirche Geretsried.

Waltl koordiniert seit der Zusammenlegung der beiden Pfarreien Maria Hilf und Heilige Familie die gemeinsame Sternsinger-Aktion. In der Heiligen Familie betreuen Brigitte Kilian und Judith Körbel die Sternsinger, in Maria Hilf sind es Monika Schlag, Maria Mumoth, Tatjana Guggenberger und Martina Altenburger. Weitere Eltern übernehmen Fahrdienste und kochen Mittagessen.

„Christus mansionem benedicat“ - Christus segne dieses Haus

Am Sonntag wurden die hübsch verkleideten kleinen Könige nach einem Gottesdienst in der Kirche Heilige Familie von Pfarrer Georg März ausgesandt. Seitdem gehen sie mit Weihrauchkessel, Stern und Spendenbüchse ausgestattet von Haus zu Haus. Mit Kreide schreiben sie nach dem Aufsagen ihres Gedichts und dem Singen eines Lieds die Buchstaben C*M*B auf die Türen, die Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Diejenigen Bewohner, die sich zuvor bei den Pfarreien angemeldet hatten, werden auf alle Fälle besucht. „Die anderen versuchen wir so gut wie möglich abzudecken“, erklärt Manfred Waltl. Er freut sich, dass es heuer nach einer kleinen Flaute im Vorjahr wieder gelungen ist, mehr Kinder und Jugendliche zum Mitmachen zu motivieren. So sei in diesem Jahr eine Gruppe mehr zustande gekommen.

Dritter Bürgermeister Meinl singt fehlerfrei mit

Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl erzählte den Kindern gestern Vormittag von seiner Zeit als Sternsinger. Er sei „lange und intensiv“ im Musikerviertel unterwegs gewesen, sagte Meinl. Mit „wilden Sternsingern“, die nicht im Namen der katholischen Kirche um Geld gebeten hätten, habe er sich manche Schlägerei geliefert. Dass der stellvertretende Rathauschef tatsächlich sehr aktiv war, stellte er unter Beweis, als er mit den Kindern fehlerfrei das Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland“ sang und aus dem Gedicht zitierte, das er in seiner Jugend damals aufgesagt hatte.

So wie im Rathaus wurden die Kinder in Gartenberg überwiegend freundlich empfangen, erzählte die 13-jährige Leonie von der Heiligen Familie. „Nur wenige machten die Tür nicht auf. Einmal rief jemand aus dem Fenster: ,Wir schlafen gerade‘“. Leonie, im fünften Jahr als Dreikönigssingerin im Einsatz, lässt sich davon aber nicht die Freude an ihrem Ehrenamt nehmen. „Es ist ein schönes Gefühl, mit dieser Aktion etwas für arme Menschen tun zu können“, sagt das Mädchen.

Tanja Lühr

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