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Das Schulzentrum muss dringend saniert werden. Einen Neubau findet Landrat Josef Niedermaier utopisch.

Nur nicht bei voller Fahrt bremsen

Millionen-Sanierung am Schulzentrum: Ausschuss sagt Ja

Geretsried – Die Generalsanierung des Schulzentrums hat eine weitere Hürde genommen. Der Schul- und Bauausschuss des Kreises erteilte dem nochmals überarbeiteten Projekt inklusive des so genannten Lerninselkonzepts mit einem Gesamtkostenvolumen von nun 37,5 Millionen Euro mit elf zu zwei Stimmen sein Einverständnis.

Vorbehaltlich einer nochmaligen Flächenberechnung und damit einhergehender Überprüfung der Kosten für einen vergleichbaren Neubau. Das muss bis zum 11. Juli erledigt sein. Dann soll auch der Kreisausschuss dem Mammutprojekt zustimmen.

Die vom Architekturbüro Drescher & Kubina prognostizierten 103 Millionen für einen kompletten Neubau sorgten in der Sitzung am Mittwoch erneut für hitzige Diskussionen. Der Geretsrieder Kreisrat Robert Lug (Freie Wähler) unterstellte dem Architekten Dieter Kubina, den Ausschuss mit falschen Zahlen zu bedienen. Lugs Addition der angegebenen Maße ergebe eine Gesamtfläche von maximal knapp 18 000 Quadratmetern statt 25 000 beziehungsweise 34 000 Quadratmetern, die Kubina ermittelt hatte. Folglich beliefen sich die Kosten für einen Neubau nur auf rund 40 statt 103 Millionen. „Wie kommt diese Differenz zustande, wo sind die Rechenfehler?“, fragte Lug. Eine klare Antwort auf die Frage konnten ihm weder Kubina noch Hauptamtsleiter René Beysel auf die Schnelle geben.

Unterstützung erhielt der Geretsrieder Neubau-Befürworter von Nikolaus Trischberger (CSU). So ganz stimme die Berechnung wohl nicht. Auch seiner Meinung nach seien die 103 Millionen Euro falsch, merkte der Gaißacher Kreisrat an. „Eine seriöse Vergleichsrechnung hätte uns manche Diskussion erspart“, sagte er. Auch Franz Demmel (CSU) war der Meinung: „Ein genauer Vergleich ist leider ausgeblieben. Das wäre beizeiten notwendig gewesen.“

„Ein bisschen entsetzt“ zeigte sich René Beysel über den Verlauf der Diskussion. „Man kann einen Telefonhörer in die Hand nehmen und das klären, wenn es solche Diskrepanzen gibt. Dann hat man jetzt nicht so ein Chaos.“ Außerdem sei vom Ausschuss längst beschlossen worden, dass ein Neubau nicht zielführend ist und nicht weiter verfolgt wird. Dagegen sprächen vor allem die rund 20 Millionen Euro, die in den vergangen zehn Jahren schon im Schulzentrum verbaut worden seien – inklusive sechs Millionen Fördergelder, die an den Freistaat zurückgegeben werden müssten, wenn neu gebaut werde.

„Wenn’s unwirtschaftlich ist, kriegen wir es bei der Prüfung unseres Förderantrags ohnehin aufs Tablett. Aber ich bin sicher, dass da nichts anderes rauskommt. Für mich ist der Weg zu einem Neubau utopisch“, sagte Landrat Josef Niedermeier (FW). Das Projekt sei schon voll in Fahrt. Er rate davon ab, auf die Bremse zu treten.

Die Kreisräte Robert Lug und Franz Demmel stimmten der Empfehlung nicht zu. Zu den 37,5 Millionen Euro addieren sich für weitere Baumaßnahmen wie Interimsgebäude, Heizwerk, neue Zweifach-Turnhalle und Sanierung von Pausenhof und Parkflächen nach derzeitigem Stand weitere mehr als 15 Millionen Euro.

von Rudi Stallein

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