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Ein Umzug für alle: Haflinger, Ponys un d sogar die Eselin „Liesl Karlstadt“ kamen gestern samt ihren Besitzern nach Gelting, um sich geistlich segnen zu lassen. 

Unter dem Schutz des heiligen Silvester

Mit 120 Tieren: Traditioneller Umritt der Geltinger Brauchtumsgruppe

Rund 120 Pferde und Ponys sowie ein Esel erhielten am Sonntagvormittag in Gelting beim traditionellen Silvesterritt der Brauchtumsgruppe den kirchlichen Segen. Die warmen Temperaturen lockten zahlreiche Zuschauer nach draußen.

Gelting – Nach dem Gottesdienst in der Kirche St. Benedikt trat Kaplan Thomas Barenth hinter den kleinen, am Maibaum aufgebauten Altar. Einmal mit erhobenem Kreuz, einmal mit Weihrauch und einmal mit Weihwasser segnete er die dreimal an ihm vorbeiziehenden Rösser und Reiter. „Möge der Heilige Silvester, Schutzpatron der Haustiere, eure Pferde, euch und eure Angehörigen, eure Ställe und Höfe beschützen“, sagte Barenth.

Als Symbol für diesen Schutz erhielt jeder Teilnehmer von der Brauchtumsgruppe eine Stallplakette. Evi Mehner aus Wolfratshausen besitzt schon fünf oder sechs davon. Von klein auf läuft ihre siebenjährige Eselin „Liesl Karlstadt“ beim Silvesterritt mit – gewaschen und gestriegelt, mit Blumenkranz auf dem Kopf und in den Schweif eingeflochtenen Blüten. „Ich kann zu Fuß mit Liesl nach Gelting und wieder zurück laufen. Das ist herrlich“, sagt Evi Mehner. An den großen Leonhardi-Fahrten im Landkreis nehme sie nicht teil. „Da brauchst mit Esel oder Pony nicht aufkreuzen“, meint sie lachend. In Gelting aber sei jedes Mitglied der Gattung Pferd willkommen.

Der kleinste Vertreter dürfte heuer der zehnjährige „Thommy“, ein weißes Mini-Shetlandpony mit höchstens 80 Zentimeter Stockmaß, gewesen sein. Der Zwerg stammt aus dem Stall von Ute Grötzner aus Gelting. Auch sie liebt die Veranstaltung, weil sie so „gemütlich und familiär“ sei, sagt Grötzner. An Alter war wohl die 24-jährige „Leika“ von Stephanie Waldherr aus Gelting kaum zu übertreffen. Die Haflingerstute hat schon ein ganz wolliges, lockiges Fell, so wie es auch langhaarige Hunde mit den Jahren bekommen. Fidel und munter ist „Leika“ trotzdem noch.

Süddeutsche Kaltblüter aus Warngau zu Gast

Eine weite Anfahrt nahm Josef Huber mit seiner Tochter auf sich. Die beiden waren aus Warngau mit dem Anhänger angereist. Seit etwa 40 Jahren – also fast von Anfang an – kommt er mit seinen Süddeutschen Kaltblütern nach Gelting, erzählt Huber. Um fünf Uhr morgens sei er aufgestanden, um „Stern“ und „Rosario“ herzurichten. Er ist ein begeisterter Pferdewallfahrer.

Regelmäßiger Ehrengast des Silvesterritts ist mittlerweile Bürgermeister Michael Müller. Neben Stadtrat Franz Wirtensohn umrundete er auf seinem braven Graubraunen dreimal die Kirche. Vor den beiden offiziellen Vertretern der Stadt ritten Markus Wirtensohn, der die Standarte der Brauchtumsgruppe Gelting hochhielt, und Peter Höck aus Beuerberg, der ein Holzkreuz trug. Während die Prominenz routiniert im Sattel saß, merkte man einigen vierbeinigen Teilnehmern ihre Nervosität durchaus an. Manche Pferde tänzelten, vollführten Drehungen oder schalteten zwischendurch auf stur, indem sie einfach stehen blieben.

Noch während dieser schön zu beobachtenden Vorstellung bereitete Monika Holzheuer, Vorsitzende der Brauchtunsgruppe, zusammen mit vielen fleißigen Helfern alles für die Brotzeit im Kindergartensaal vor. Bei Weißwürsten, Wienern, Bier und alkoholfreien Getränken sowie zur Musik der Deininger Blaskapelle klang die seit 1975 stattfindende, von Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz sicher begleitete Traditionsveranstaltung aus.

So schön war der Silvesterritt 2017 in Gelting

Tanja Lühr

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