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Auf Nebenstraßen durch die Heimat: Altlandrat Manfred Nagler (hinten li.) spielte beim jüngsten Seniorenausflug den kompetenten Reiseleiter. 

Besonderer Reiseleiter

Mit dem Altlandrat durch die Region

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Anekdoten auf den Nebenstraßen gab es vor Kurzem zu hören: Den Seniorenausflug durch die Heimat begleitete Altlandrat Manfred Nagler als Reiseleiter.

Geretsried– Auf ausgetretene Pfade wollte sich Dr. Sabine Gus-Mayer mit dem jüngsten Ausflug nicht begeben. Der Vorsitzenden des Vereins Seniorenfreizeit Isar-Loisach schwebte etwas Besonderes vor, nämlich auf Nebenstraßen da hinzufahren, „wo wir sonst auf Hauptstraßen durchfahren, wenn wir woanders hinfahren“.

Zweitens sollte es ein außergewöhnlicher Reiseleiter sein: Sabine Gus-Mayer gewann Altlandrat Manfred Nagler trotz dessen angeschlagener Gesundheit für ihre Idee. „Wer könnte uns auf so einer Fahrt besser begleiten und uns Interessantes von damals und heute erzählen?“

Ein kleines Jubiläum

Drittens war dieser Trip für die Seniorenreferentin des Geretsrieder Stadtrats ein kleines Jubiläum. Seit fünf Jahren organisiert sie Seniorenausflüge. „Wir haben klein angefangen mit drei Fahrten“. Ein Jahr später waren es sechs, „und als es 2014 elf Ausflüge waren, fragte mich mein Mann schon: ,Wo soll das noch hinführen?‘“. Die Antwort: zu 22 Fahrten in diesem Jahr.

Der insgesamt 66. Ausflug Anfang September mit Reiseleiter Nagler an der Spitze führte die Gruppe also zunächst nach Herrnhausen und Hofstätt, deutlich ländlich geprägte Dörfer. Der Altlandrat plauderte aus dem Nähkästchen: „Hier wirken ortsverbundene Gemeinderäte, die immer sehr kritisch gegenüber dem Landratsamt sind.“ Weiter ging’s nach Königsdorf. „Eine schön gewachsene Gemeinde, um die Kirche herumgruppiert, so wie es sich gehört.“ Von einem Königsdorfer bekam Nagler übrigens einst jenen Pfirsichbaum, der bis heute seinen Garten in Thanning ziert. Kein Wunder: Er war 16 Jahre Vorsitzender der bayerischen Gartenbauvereine.

Gebietsreform und Umzug

In Bad Tölz erinnerte der 78-Jährige an die Gebietsreform 1972, als sich die Stadt mit Wolfratshausen einen Wettstreit um den Kreisstadt-Status geliefert hatte. Ausgang bekannt. Umso erstaunlicher, dass mit Nagler ein „Nordstaatler“ Landrat wurde. Thema war natürlich auch der Umzug des Landratsamts vor 20 Jahren auf die Flinthöhe. Der Landkreis hatte damals das gesamte Kasernengelände gekauft und „Prügel wegen des vielen Geldes“ einstecken müssen, blickte Nagler zurück. Heute fühlt er sich bestätigt: Auf der Flinthöhe hätten sich „attraktive Geschäfte, Banken und Restaurants angesiedelt. Bad Tölz hat davon enorm profitiert und einen Preis für Stadtentwicklung bekommen.“

Zwischen den Stationen im Bus unterhielt Nagler seine Mitreisenden mit Anekdoten. So sei er nach einigen Jahren als Lehrer in Thanning zum Gemeindeschreiber auserkoren worden. Damals habe es Prämien für gefangene Mäuse gegeben, erzählte er. Eines Tages sei ein Bürger vor ihm gestanden, habe ein Sackerl mit Mäuseschwänzen ausgeleert und ihn aufgefordert sie zu zählen. „Es waren 324 Stück.“ Der Bürgermeister wies Nagler an, pro Stück 50 Pfennig auszuzahlen. Nagler wiederum forderte den Mäusefänger auf, das stinkende Zeug sofort von seinem Schreibtisch zu räumen. Da habe der Bürgermeister widersprochen: „Die bleiben hier, sonst verkauft er sie im Nachbardorf nochmals.“

Ein besonderes Highlight

Highlight des Tages war der Besuch der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Dietramszell: Die ehemalige Kreisheimatpflegerin Barbara Regul erklärte die Geschichte der 1765 erbauten Barockkirche, die der 2004 gegründete Verein zur Erhaltung der Leonhardikirche vor dem Verfall rettete. Zwischen den Ausführungen Reguls musizierten Naglers Enkelkinder Anna, Kaspar und Quirin für die Seniorengruppe auf Gitarre, Ziehharmonika und Klarinette. „Ein einmaliges, sehr berührendes Erlebnis für uns alle“, sagt Gus-Mayer. „Es war wirklich ein einmaliger Ausflug“, freut sich die Seniorenreferentin im Geretsrieder Stadtrat. Die Fahrt sei ihrem Motto „Unser Landkreis, Unsere Heimat“ in jeder Hinsicht gerecht geworden.

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