Fleißige „Waldarbeiter“ der Mittelschule haben zwei Benjeshecken im Waldpark errichtet.
+
Fleißige „Waldarbeiter“ der Mittelschule haben zwei Benjeshecken im Waldpark errichtet.

Waldpark soll ein Stück Natur in der Stadt bewahren

Mit dieser Hecke wollen Schüler Tiere in den Waldpark locken

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
    schließen

Aus Altholz haben Schüler der Mittelschule kürzlich eine Benjeshecke im Waldpark gebaut. Sie soll den Tieren dort helfen - das Projekt kommt aber auch den Schülern zugute.

Geretsried – Im Waldpark riecht es an diesem Montagvormittag nach frisch geschnittenem Holz und feuchtem Gras. Die rund 30 Schüler der sechsten, achten und neunten Jahrgangsstufe der Geretsrieder Mittelschule haben ihre Arbeitshandschuhe abgelegt, um bei einem erfrischenden Getränk ihr Werk zu betrachten: zwei Benjeshecken, zehn neue Nistkästen und weniger Abfall.

Im Rahmen eines pädagogischen Umweltprojekts haben die Mädchen und Buben zusammen mit der Interessensgemeinschaft Waldpark, der Umweltstation Königsdorf und der Kreisgruppe des Landesbund für Vogelschutz (LBV) einen Vormittag in dem Dreieck zwischen Altvaterstraße, Brahmsweg und Jeschkenstraße verbracht. Durch ihr Engagement sollte ihnen der sinnvolle Umgang mit der Umwelt vermittelt werden.

„Für die Bürger ist das Lebensqualität pur.“

„Ich kann das Projekt, die Natur für junge Menschen erlebbar zu machen, nur unterstützen“, sagt Volker Witte, Umweltreferent des Stadtrats, der die Arbeit der Jugendlichen vor Ort lobt. Der Schutz der Umwelt sei eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Vor dem Hintergrund der dichten Bebauung im Geretsrieder Süden soll der Waldpark dafür sorgen, diese letzte Grünfläche zu bewahren. Unter Beteiligung der Bürger werde er noch schöner gemacht, erklärt Jochen Pelz von der Interessensgemeinschaft. „Für die Bürger ist das Lebensqualität pur.“

Deswegen ist Pelz auf die Mittelschule zugegangen und hat verschiedene Projekte angeboten. „Wir haben mit der Umweltstation Königsdorf überlegt, wo man etwas machen könnte“, berichtet Lehrerin Judith Hausmann. Nachdem im Unterricht besprochen wurde, wozu die Maßnahme gut ist, machten sich die Klassen, darunter auch die Übergangsklasse, an die Heckenschere.

„Wir haben die Benjeshecken aus Altholz gebaut“, erklärt Stella aus der sechsten Klasse. Dickere Äste abzutrennen sei teilweise ganz schön anstrengend gewesen, ergänzt ihre Klassenkameradin Evelyn. „Trotzdem hat es mir gut gefallen.“ In den aufgestapelten Hölzern finden beispielsweise Blindschleichen, Igel und Insekten Unterschlupf und Brutstätten. Drumherum soll eine Wildblumenwiese entstehen.

Lesen Sie auch: Rauf auf den Sattel: Das Stadtradeln geht wieder los – heuer im ganzen Landkreis

Die Nistkästen haben die Schüler der Praxisklasse gebaut und montiert. Erich Hofmann, Zweiter Vorsitzender der LBV-Kreisguppe, stand beratend zur Seite. Je nach Größe, Höhe und Ausrichtung locken die Kästen unterschiedliche Vogelarten an. Die neuen Behausungen sind für Meisen und Trauerschnäpper gedacht. „Ich würde auch noch Fledermauskästen empfehlen“, sagt der Experte.

Neben ihrer Arbeit sammelten die Schüler auch Abfall, den andere am Wegesrand entsorgt haben. Stella hat das ein Stück weit die Augen geöffnet. „Ich war vorher schon oft mit meinem Hund im Wald“, erzählt sie. Blödsinn habe sie dort zwar nie gemacht, aber auch nicht den Müll aufgehoben. „Künftig werde ich ihn mitnehmen.“

sw

Auch interessant

Kommentare