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„Kreative Ideen entwickeln, um den Siedlungsdruck zu steuern“: Bayerns Minister für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat, Dr. Markus Söder (re.), im Gespräch mit Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller und dessen Wolfratshauser Amtskollegen Klaus Heilinglechner (li.).

Bürgermeister fordern mehr Unterstützung

Mit Söder gegen den Siedlungsdruck

Bei seinem Besuch im Geretsrieder Rathaus hat Bayerns Finanzminister nicht nur einen Förderbescheid fürs interkommunale Hallenbad überreicht. Dr. Markus Söder versprach zudem die Einberufung einer interkommunalen Konferenz, um den Siedlungsdruck auf die Region zu reduzieren.

Geretsried – Pünktlich zum verabredeten Zeitpunkt um 18 Uhr rollte am Mittwochabend eine schwarze Limousine mit getönten Scheiben vor das Geretsrieder Rathaus. Darin saß kein Filmstar, der sich aufgrund der Geretsrieder Hollywood-Kurve verirrt hatte, sondern Markus Söder. Der Bayerische Staatsminister für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat war nicht nur in die größte Stadt im Landkreis gekommen, um einen Förderbescheid für den in Geretsried geplanten Bau des interkommunalen Hallenbads zu überreichen. Schwerpunkt seines Besuchs war ein anderes Thema, über das er mit dem Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller und dessen Wolfratshauser Amtskollegen Klaus Heilinglechner diskutieren wollte: „Wie gehen wir mit dem Wachstum in unserer Region um?“

Müller und Heilinglechner forderten mehr Unterstützung der Kommunen

Söders Stellungnahmen dazu interessierten auch Vize-Landrat Thomas Holz aus Kochel, Bezirksrat Thomas Schwarzenberger aus Krün, die beiden stellvertretenden Wolfratshauser Bürgermeister Fritz Schnaller und Helmuth Holzheu sowie den Bad Heilbrunner CSU-Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber. Letzterer hatte das Treffen mit dem Staatsminister kurzfristig organisiert. Müller und Heilinglechner skizzierten Söder kurz die Problematik des enormen Zuzugs und forderten von dem CSU-Politiker, dass die Staatsregierung die Kommunen noch mehr unterstützt als bislang. Ein unterschwelliger Vorwurf, den Söder so nicht stehen lassen wollte. Denn die bayerischen Städte und Gemeinden in Bayern erhielten in diesem Jahr rund neun Milliarden Euro aus dem kommunalen Finanzausgleich (FAG). „So viel war es noch nie“, betonte der 50-Jährige.

Wachstumsregion rund um München bereitet mehr Sorgen als angenommen

Söder räumte jedoch ein, dass ihm die Wachstumsregion rund um München mehr Sorgen bereite, als noch vor einigen Jahren angenommen. Während im nordöstlichen Teil des Freistaats das Wachstum eher beschleunigt werden müsse, gehe es im südlichen Oberbayern darum, die Entwicklung zu verlangsamen. „Wir müssen ein paar kreative Ideen entwickeln, um den Siedlungsdruck zu steuern“, sagte der Franke. Söder schlug vor, noch vor der politischen Sommerpause eine interkommunale Konferenz einzuberufen. Denn in und um die Landeshauptstadt herum „ist der Druck am stärksten“, so der Finanzminister.

Förderbescheid für das interkommunale Hallenbad

Am Ende seines 45-minütigen Besuchs überreichte er Bürgermeister Michael Müller den Förderbescheid für den Bau des interkommunalen Hallenbads. Wie berichtet fördert der Freistaat – in einer ersten Rate – das geplante Schul- und Sportbad am Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße mit 403 000 Euro. Vorher prüfte Söder noch einmal sorgfältig, ob er auch den richtigen Förderbescheid im Gepäck hatte. „Wir sind hier nicht bei der Oscar-Verleihung, bei der die Umschläge vertauscht wurden“, scherzte der Minister in Anspielung auf den Fauxpas bei der jüngsten Preisverleihung im Dolby Theater in Hollywood. Im Stile eines Filmstars schritt Söder anschließend zum Goldenen Buch der Stadt Geretsried, um sich darin zu verewigen.

Von Peter Herrmann

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