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Wichtige Infos für den Wiedereinstieg: Die Gründerinnen des Unternehmens „Neuorientierung null-acht-zwölf“ (vorne v. li.) Sabine Ostermann, Katharina Panholzer und Nicola Schackmann mit (hinten re.) Büchereileiter Björn Rodenwaldt sowie Ausstellern und Referenten. 

Info-Abend in der Stadtbücherei

Mit Thermomix und Talentschmiede zurück in den Job

In der Stadtbücherei wurden berufliche Perspektiven nach der Familienzeit vorgestellt. Es gibt so viele offene Stellen wie noch nie.

Geretsried – Nicola Schackmann, Sabine Ostermann und Katharina Panholzer von der Penzberger Firma „Neuorientierung null-acht-zwölf“ luden am Mittwoch zum zweiten Mal nach Geretsried zu einem Info-Abend mit zahlreichen Unternehmensvertretern und Vorträgen eingeladen.

Den „Thermomix“ von Vorwerk führte Bezirksleiterin Ellen Weinmeier in der Stadtbücherei nicht nur vor. Sie erläuterte den Besucherinnen auch, wie sie sich den rund 1200 Euro teuren Küchenhelfer sozusagen selbst erarbeiten können, nämlich mit Verkaufspartys in den eigenen vier Wänden. Für jedes vermittelte Gerät gibt es Prämien, für die ganz Fleißigen einen Bonus obendrauf. Der Job sei ideal für Mütter mit kleinen Kindern, die abends oder am Wochenende zu den Vorführungen mit Verkostung einladen könnten, sagte Weinmeier.

Talentschmiede gibt Orientierung

Wer nach der Erziehungszeit nicht weiß, ob er in seinen alten Beruf zurückkehren oder lieber etwas Neues anfangen möchte, kann sich in der „Talentschmiede Oberland“ der Bundesagentur für Arbeit orientieren. Auf diese Möglichkeit wies Agentur-Leiter Udo Kohnen hin. Er machte den Frauen Mut: „So viele offene Stellen wie im Moment hatten wir noch nie.“ Besonders gefragt seien Teilzeit- und Vollzeitkräfte im Gesundheitssektor sowie im Bereich Buchhaltung und Verwaltung. Kohnen informierte über Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen.

Die Caritas ist nach Angaben ihres Kreisgeschäftsführers Wolfgang Schweiger einer der größten Arbeitgeber im Landkreis. Die Teilzeitquote betrage 75 bis 80 Prozent, der Anteil an Frauen sei ähnlich hoch. Erzieherinnen, Pädagoginnen und Altenpflegerinnen hätten „beste Chancen“ bei tariflicher Bezahlung und oftmals flexibler Arbeitszeit wiedereinzusteigen. Sogar ein Studium an der Stiftungsfachhochschule in Benediktbeuern sei möglich.

Katholische Kirche sucht Mitarbeiter

Auch die Erzdiözese München und Freising warb um (möglichst katholisches) Personal. „Ob als Köchin, Sekretärin oder pastorale Mitarbeiterin – unser Angebot ist vielfältig“, erklärte Simone Vollmer. Kreisbäuerin Ursula Fiechtner richtete sich an Berufskolleginnen und Ehefrauen von Landwirten. Der Verein „Soziale Landwirtschaft“ unterstütze dabei, zum Beispiel Mini-Pflege-Wohngemeinschaften auf dem Land einzurichten oder einen Hofladen zu eröffnen.

Die Biomarkt-Kette „denn’s“ mit Filialen in Geretsried und Wolfratshausen freut sich ebenso auf Bewerbungen wie die Privatklinik Lauterbacher Mühle in Seeshaupt. Beim Verfassen der Schreiben hilft Coach Petra Edenhofer. In ihrem Vortrag „Frisches Selbstvertrauen im Job“ gab sie den Zuhörerinnen zudem Tipps, wie diese ihr Selbstbewusstsein stärken können. Man solle jeden Abend drei persönliche Stärken aufschreiben, sich von Freunden sagen lassen, worin man gut sei und sich klare Ziele stecken. Derart gerüstet gehe beim Vorstellungsgespräch nichts mehr schief, meinte Edenhofer.

Das wichtige Thema Rentenbeiträge erörterte VdK-Kreisgeschäftsführer Maik Kinski, Modelle zur Selbstständigkeit zeigten Vertreter der Industrie- und Handelskammer (IHK) auf. Mit einem Packen Prospekte, Visitenkarten und Werbegeschenken unterm Arm verließen die Besucherinnen nach gut zwei Stunden mit zufriedenen Gesichtern die Bücherei.

Tanja Lühr

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