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Mittelschule Geretsried: Stadt kämpft um Zusammenlegung

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Soll anderweitig genutzt werden: Die Stadt will die Klassen aus der Karl-Lederer-Mittelschule an die Adalbert-Stifter-Straße verlegen, um dort einen zentralen Mittelschulstandort zu schaffen.
Soll anderweitig genutzt werden: Die Stadt will die Klassen aus der Karl-Lederer-Mittelschule an die Adalbert-Stifter-Straße verlegen, um dort einen zentralen Mittelschulstandort zu schaffen. © Hermsdorf-Hiss

Die Adalbert-Stifter-Mittelschule soll erweitert und saniert werden, damit die Schüler aus dem Karl-Lederer-Haus dorthin umziehen können. So leicht ist die Sache aber nicht.

Geretsried – Es ist beschlossene Sache, die Klassen aus dem Karl-Lederer-Schulhaus an die Adalbert-Stifter-Straße zu verlegen, um dort einen zentralen Mittelschulstandort zu schaffen. Dazu muss die Adalbert-Stifter-Schule, die dringend saniert gehört, allerdings umgebaut und erweitert werden. Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig, wie einmal mehr am Dienstag in der Stadtratssitzung deutlich wurde.

Die Sanierung des Stifter-Hauses ist seit Jahren im Gespräch. Im Zuge der Planung hat das beauftragte Architekturbüro Haindl und Kollegen angesichts der Einwohnerentwicklung festgestellt, dass die angenommene Vierzügigkeit, also vier Klassen pro Jahrgang, gar nicht reichen wird. Im Februar sprach sich der Stadtrat daher für eine fünfzügige Variante aus.

Stadtrat legt Nachnutzung von Karl-Lederer-Mittelschule fest

Nun wurde aber bekannt: Die Regierung von Oberbayern erteilt die nötige schulaufsichtliche Genehmigung nicht, da die Stadt im Fall von weiterem Wachstum auf das Bestandsgebäude der Karl-Lederer-Schule ausweichen könnte. Für den Arbeitskreis Kinderbetreuung und Schulen kommt das nicht infrage, weil es die durch eine Zusammenlegung entstehenden Synergieeffekte zunichtemachen würde.

Um die Genehmigung doch noch zu bekommen, legte der Stadtrat die Nachnutzung der Karl-Lederer-Mittelschule fest. Soll heißen: Das Gebäude steht nicht mehr zur Verfügung, wenn die beiden Mittelschulstandorte zusammengelegt sind. Das Gremium folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung. Dagegen stimmte Dr. Detlev Ringer (Grüne). „Es ist dringlich, diese Entscheidung zu treffen, sonst wird die Fünfzügigkeit nicht kommen“, betonte Janina Kleiber vom Bauamt.

Geretsried braucht auch dritte Grundschule

Die frei werdenden Räume sollen der benachbarten Grundschule zusätzliche Kapazitäten verschaffen. Die Turnhalle, die laut Kleiber „in keinem sehr guten Zustand“ ist, werde nicht ausreichen und müsse erneuert werden. Weitere Umbauarbeiten sind im sogenannten Neubau im hinteren Bereich des Areals nötig: Hier sieht die Verwaltung die Chance, eine Kindertagesstätte mit zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen zu schaffen. Der Bereich, der dann noch übrig bleibt, könnte für eine soziale Einrichtung genutzt werden. Erwähnt wurde das Mütterzentrum, das mehr Platz bräuchte.

Die Verwaltung hat berechnet, dass in den nächsten Jahren zusätzliche Kindertagesstätten und eine dritte Grundschule benötigt werden. In Anbetracht dessen sei es eine Überlegung wert, das Gebäude der Karl-Lederer-Mittelschule in eine Grundschule umzuwandeln, auch wenn sich daneben bereits eine Grundschule befindet, meinte Ringer. „Zwei nebeneinander finde ich nicht so schlimm“, so der Stadtrat. Das sah Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) anders. „Das würde eine Riesengrundschule werden“, betonte sie. Zudem wäre es nicht der richtige Standort, die dritte Grundschule werde in der Mitte der Stadt benötigt.

Adalbert-Stifter-Schule muss zügig saniert werden

Dass in Sachen Mittelschule nun nochmal eine Schleife gedreht wird, schockierte Sabine Lorenz. „Ich dachte, dass da relativ bald angefangen wird, jetzt sprechen wir vom Sankt-Nimmerleins-Tag“, monierte die CSU-Stadträtin. Auch Ann-Kathrin Güner (Freie Wähler) hätte gern gewusst, wie schnell mit der Entscheidung der Regierung über die Fünfzügigkeit zu rechnen sei. Auch Dodenhöft hob hervor: „Es ist das allerwichtigste, dass wir endlich mit der Mittelschule loslegen.“

Sollte der Vorschlag der Stadt nicht durchgehen, müsse man die Stifter-Schule vierzügig bauen, sagte Janina Kleiber. „Auch wenn das keine gute Lösung ist“, so die Bauamtsmitarbeiterin. Einer Prognose über die Entwicklung der Schülerzahlen in Geretsried zufolge, müsste die Stadt an der Stifter-Schule bereits ein Jahr später wieder anbauen, wenn die vierzügige Einrichtung 2028, 2029 fertiggestellt wird.

sw

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