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Warten auf Dobrindt: Bei einem Besuch des Bundesverkehrsministers demonstrierten sechs Mitglieder des Geretsrieder Modellbauclubs vor dem Rathaus. 

Neue Verordnung zum Einsatz von Drohnen 

Modellflieger können vorerst aufatmen

Wegen vielen Unfällen mit Drohnen will das Bundeskabinett den Verkehr in der Luft reglemtieren. Die Modellflieger sind wohl - anders als befürchtet - nicht davon betroffen.

Geretsried – Die Geretsrieder Modellflieger bangen um ihr Hobby. Jetzt springt ihnen der Bundesrat zur Seite. Wie berichtet hatte das Bundeskabinett eine Verordnung geplant, die den Einsatz von Drohnen strenger regeln sollte. Die Flughöhe von unbemannten Objekten – also auch Modellflugzeugen – sollte auf 100 Meter begrenzt werden, um die Gefahr von Unfällen mit Drohnen einzudämmen.

Der Geretsrieder Modellbauclub protestierte bei einem Besuch des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) Ende Januar gegen das Vorhaben (wir berichteten). Sie forderten, dass ihr Hobby von der Verordnung ausgenommen wird. Sonst könnten sie ihre Flieger nur noch eingeschränkt in die Luft steigen lassen. Kürzlich hatte der Bundesrat über den Entwurf zu entscheiden. Dieser knüpfte seine Zustimmung an die Bedingung, dass Modellflugzeuge nicht unter die Verordnung fallen. Die Modellflieger können also vorerst aufatmen.

Bundesverkehrsminister Dobrindt habe sich zu wenig eingesetzt

Der Vorstand des Geretsrieder Modellbauclubs, Stefan Grasberger, freut sich über die Entscheidung: „Es ist zwar noch nicht endgültig beschlossen, aber bis jetzt sind wir zufrieden.“ Weniger angetan ist Grasberger vom Verhalten von Bundesverkehrsminister Dobrindt. Der hatte die Geretsrieder um eine schriftliche Darlegung ihrer Bedenken gebeten, was diese auch getan haben. „Darauf haben wir noch nicht einmal eine Antwort bekommen“, ärgert sich der Vorstand des 50-köpfigen Vereins. Dobrindt habe zwar „Interesse gezeigt, aber seine eigenen verfolgt“, so Grasberger. Letzten Endes sei das aber nicht tragisch: „Ob jetzt das Bundesverkehrsministerium oder der Bundesrat dafür sorgt, dass wir unserem Hobby weiter nachgehen können, spielt für uns keine Rolle.“

Für einen Großteil der 15 Flugzeuge, die Grasberger besitzt, hätte die Regelung faktisch ein Flugverbot bedeutet. „Die entfalten erst auf 100 Metern Höhe ihre Thermik“, erklärt der Vereinschef. Auch Sicherheitsaspekte würden gegen den Entwurf Dobrindts sprechen: „Wenn der Motor ausfällt, muss der Flieger mindestens 100 Meter in der Luft sein, damit wir eine Bruchlandung verhindern können.“ Um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, beteiligten sich die Vereinsmitglieder an einer Online-Petition „Pro Modellflug – Hände weg von meinem Hobby“. Diese hat fast 130.000 Unterstützer. dst

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