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Ein erster Entwurf für das ehemalige Lorenz-Areal. Dort könnten bis zu 600 Wohnungen entstehen.

Die Stadt Geretsried hat Großes vor

Ein modernes Zentrum und bis zu 600 neue Wohnungen

Geretsried - „Wir bauen eine neue Stadt“, sagte CSU-Bürgermeister Michael Müller am Dienstagabend. Nahezu einstimmig brachte der Stadtrat drei Großprojekte auf den Weg, die Geretsried nachhaltig verändern werden.

Geretsried soll ein modernes Stadtzentrum bekommen. Zugleich sollen bis zu 600 neue Wohnungen entstehen. Für beides stellte der Stadtrat am Dienstagabend die Weichen.

Das  Gremium beschloss, für zwei Grundstücke in der Innenstadt einen vorhabenen Bebauungsplan aufzustellen: Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 (Eigentümer: Krämmel) sowie Egerlandstraße 58 bis 74 (Baugenossenschaft Geretsried, BG). Gleiches gilt für das ehemalige Lorenz-Areal zwischen Elbe- und Banater Straße. Hier plant Krämmel in Kooperation mit der BG bis zu 600 Wohnungen. Das Vorhaben hängt eng mit der Zentrumsplanung zusammen: Um ihre Häuser an der Egerlandstraße abreißen zu können, muss die Genossenschaft zunächst Ersatzwohnraum schaffen.

"Wir brauchen Urbanität"

Das Stadtzentrum von Geretsried aus der Luft.

„Wir stehen vor einer großen Herausforderung, aber auch einer großen Chance“, sagte Bürgermeister Müller zu Beginn der Beratung. Mit über 24 000 Einwohnern ist Geretsried die größte Stadt im Landkreis. Gerade im Zentrum Karl-Lederer-Platz/Egerlandstraße gleicht sie aber immer noch einer Siedlung aus den 1950er Jahren. „Wir brauchen Urbanität“, sagte Müller, „und die können wir nur durch Konzentration erreichen“. Deshalb sollen in der Innenstadt neue Geschäfte und andere Angebote angesiedelt werden. Es soll ein Ort entstehen, „an dem die Leute zusammenkommen“. Dies erfordert nach den Worten des Bürgermeisters auch eine „gewisse Dichte“. Das heißt, es wird massiv in die Breite und auch in die Höhe gebaut.

2500 Stellplätze erforderlich

Die Grundzüge der Planung erläuterte in der Sitzung der Architekt Klaus Kehrbaum. Sollten alle Grundstückseigentümer im Zentrum ihr Baurecht ausnutzen, könnte sich Zahl der Einzelhandelsflächen auf 14 000 Quadratmeter verdoppeln. Die erforderlichen 2500 Stellplätze sollen in einer Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz sowie in einem viergeschossigen Parkhaus an der Egerlandstraße entstehen. Über den Ladenflächen im Erdgeschoss sind Dienstleister sowie darüber Wohnungen geplant. Die neuen Häuser sollen grundsätzlich fünfgeschossig werden – das ist ein Stockwerk mehr als das jetzige Baugenossenschaftszentrum (BGZ) mit dem Bekleidungshaus C & A.

Verhandlungen über Turmbau

Die Unternehmensgruppe Krämmel ist zudem interessiert, ihre Häuserzeile am Karl-Lederer-Platz um einen Querbau in Richtung Rathaus zu erweitern und dort einen siebengeschossigen Turmbau zu errichten. Darüber müssen aber erst noch Verhandlungen geführt werden, da es sich um städtischen Grund handelt.

Bislang wurden nur Vorgespräche geführt. Das gilt auch für das Wohngebiet auf dem ehemaligen Lorenz-Areal. Hier muss zunächst zweifelsfrei geklärt werden, dass es für die benachbarten Betriebe keine Beeinträchtigungen geben wird. Ein erstes Schallschutzgutachten ist dahingehend positiv ausgefallen.

Mehr zu den Projekten lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des Geretsrieder Merkur/Isar-Loisachboten

Sabine Schörner 

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