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Sag’s mit Herzen: Stephanie Hanna-Necker (li.) und Fried-Thorsten Jantzen (hinten re.) warben auf dem Wolfratshauser Kirchweihmarkt am Sonntag für das Bürgerbegehren pro interkommunales Hallenbad.

2000 Herzen und ein Widerspruch

Müller: "Keine Ausstiegsklausel für Wolfratshausen"

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Wolfratshausen/Geretsried – Die Initiatoren des Bürgerbegehrens für das interkommunale Hallenbad haben auf dem Wolfratshauser Kirchweihmarkt am Sonntag 2000 Papierherzen verteilt. Bürgermeister Michael Müller widerspricht derweil seinem Wolfratshauser Amtskollegen.

Beim Thema interkommunales Hallenbad überschlagen sich die Ereignisse. Während die Initiatoren des Bürgerbegehrens für die Beteiligung Wolfratshausens am interkommunalen Hallenbad um Harmonie zwischen den Kommunen bemüht sind, kommt es auf politischer Ebene weiterhin zu Dissonanzen.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) hat am Wochenende auf den Vorstoß seines Wolfratshauser Amtskollegen Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) reagiert: „Ich sehe die Stadt Geretsried nicht im Zugzwang, ein neues Angebot an Wolfratshausen zu übermitteln“, erklärte Müller in der Jahresversammlung des VdK Geretsried am Samstag. Heilinglechner hatte in einem Pressegespräch am Freitag gesagt, dass er einen neuen Entwurf der Zweckvereinbarung zum gemeinsamen Hallenbad von den Nachbarn erwarte. Sollte die Vereinbarung eine Ausstiegsklausel über einen Zeitraum von 25 Jahren enthalten, würde die BVW-Fraktion voraussichtlich von ihrem Nein zur Betriebskostenbeteiligung abrücken. Schon in der Novembersitzung des Wolfratshauser Stadtrates könnten die Karten neu gemischt werden, deutete Heilinglechner an.

Ein „Sonderkündigungsrecht“ werde er der Flößerstadt nicht einräumen, stellt Müller fest. Via Facebook erläutert der Geretsrieder Rathauschef: „Ich bin der Meinung, dass es eine interkommunale Zusammenarbeit mit Ausstiegsklausel nicht geben kann. Wir haben einen Stadtratsbeschluss, den ich umsetzen werde – es gibt ein Bürgerbegehren in Wolfratshausen, welches gerade anläuft – gerne kann das Thema in der nächsten Stadtratssitzung in Wolfratshausen besprochen werden, um das Verfahren abzukürzen. Aber nicht mit einem neuen Verhandlungsergebnis.“ In einer E-Mail an die Geretsrieder Stadträte, die unserer Zeitung vorliegt, betont der Bürgermeister, dass es in puncto Hallenbad derzeit „keine Verhandlungen“ zwischen Geretsried und Wolfratshausen gibt. Das vorerst letzte Gespräch, an dem unter anderem der Fraktionschef der Bürgervereinigung, Josef Praller, sowie Landrat Josef Niedermaier teilgenommen hätten, habe am 23. September stattgefunden. Hauptpunkt sei das von Heilinglechner ins Spiel gebrachte Spaßbad zwischen Geretsried und Wolfratshausen gewesen. Eine Idee, die wie berichtet im Geretsrieder Stadtrat sang- und klanglos durchfiel. Müller Fazit: „Es ist alles gesagt.“

Gegenüber unserer Zeitung betonte Müller am Sonntag mit Nachdruck: „Ich werde mich als Bürgermeister nicht in die Entscheidungsprozesse der Stadt Wolfratshausen einmischen. Es ist ausschließlich Sache der Stadt Wolfratshausen zu entscheiden, ob sie sich an einem Betriebskostendefizit beteiligen möchte oder nicht.“ Er respektiere das Votum der Nachbarn. Egal, wie es ausfällt. „Ich mische mich auch nicht in das laufende Bürgerbegehren ein. Das ist ausschließlich Sache der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wolfratshausen.“

Wenn aber der Wolfratshauser Rathauschef in einer Pressekonferenz „ohne Rücksprache und Abstimmung mit mir“ (Müller) konstatiere, dass es derzeit Verhandlungen zwischen den Städten geben würde, „dann muss ich diesem Eindruck einfach entgegenwirken“. Müller: „Denn dem ist nicht so.“

cce

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