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Couragierter Helfer: Ein Rollstuhlfahrer aus Geretsried kam einer Verkäuferin zu Hilfe, die von einem Mann bedroht wurde. 

Er verhinderte Schlimmeres

Verwirrter Mann bedroht Verkäuferin - Geretsrieder Rollstuhlfahrer handelt couragiert

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Er zeigte Zivilcourage und verhinderte Schlimmeres: Als ein wohnsitzloser Serbe eine Verkäuferin in einem Tabakwarengeschäft am Münchner Hauptbahnhof angriff, kam ihr ein Rollstuhlfahrer aus Geretsried zu Hilfe.

München/Geretsried – Ein 48 Jahre alter Serbe wollte im Januar in einem Tabakwarengeschäft am Münchner Hauptbahnhof mit einer EC-Karte Zigaretten kaufen. Trotz winterlicher Temperaturen war er barfuß unterwegs. Laut der 44-jährigen Verkäuferin sah der Mann ausländisch aus, auf der Karte stand aber ein ungewöhnlich deutsch klingender Name. Deshalb habe ihn die Verkäuferin nach seinem Ausweis gefragt. "Der Mann zeigte ihr daraufhin ein Identitätspapier in kyrillischer Schrift", berichtet Wolfgang Hauner, ein Sprecher der Bundespolizei. "Als die Verkäuferin erklärte, die Polizei zu informieren und zum Telefon griff, wurde der Mann gewalttätig."

Der Serbe habe mit der Faust auf den Tresen geschlagen. Dann habe er versucht, die Geldablageschale aus Plexiglas abzureißen, die die Münchnerin mit ihrer Hand zu schützen versuchte. Daraufhin habe der 48-Jährige mit beiden Händen versucht, nach ihr zu greifen. "Sie wich jedoch zurück, woraufhin der Mann die Faust ballte, aggressiv vor der Frau stand und dann zweimal in ihre Richtung schlug", so Hauner weiter. Getroffen habe er sie zwar nicht, dann aber noch mit einer Ablageschale für Feuerzeuge vor ihr herumgefuchtelt.

Geretsrieder zeigt Zivilcourage

In diesem Moment kam laut Hauner ein Rollstuhlfahrer aus Geretsried in den Laden. Der 47 Jahre alte Akademiker mit irakischer Staatsbürgerschaft, der seit 2015 in Deutschland lebt, hatte das Geschehen zunächst wie mehrere andere Passanten von außen durch die Glasscheibe betrachtet und kam der Frau dann zu Hilfe. "Durch beschwichtigende Gesten und Worte versuchte er sein Gegenüber von seinem aggressiven Handeln abzubringen", sagt der Polizeisprecher. Zwei weitere Männer betraten das Geschäft und nahmen dem wirr agierenden Mann die Ablageschale ab, bevor wenig später eine Streife der Bundespolizei eintraf.

Sie waren zunächst von einem Randalierer ausgegangen. Weitere Ermittlungen ließen jedoch den Verdacht einer versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie der einer Nötigung aufkommen. Außerdem stellte sich heraus, dass der wohnsitzlose Serbe die EC-Karte vermutlich unterschlagen hatte, denn der Eigentümer hatte sie in einem Geldautomaten steckengelassen. Daher kommt auf den 48-Jährigen, der seit dem gegebenenfalls noch eine Anzeige wegen Fundunterschlagung hinzu. Laut Sprecher Hauner geht die Bundespolizei davon aus, dass die Gewalttat durch das couragierte Einschreiten des Geretsrieders nicht eskalierte und die Verkäuferin nicht verletzt wurde. mh

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