U2 und U7: Zugausfälle, Unterbrechungen und Verzögerungen

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Eine Trachtenausstellung gab es früher im Heimatmuseum. Im neuen Stadtmuseum war dafür kein Platz. Um die Gewänder wenigstens im Depot am Kirchplatz zeigen zu können, will der Förderverein nun Schaufensterpuppen kaufen.

Ersparnisse müssen investiert werden

Museumsverein: Zu viel Geld auf der hohen Kante

Geretsried – Ein Verein, der zu viel Geld hat – das dürfte nicht allzu oft vorkommen. Der Förderverein Geretsrieder Heimatmuseum wird vorerst keine Beiträge mehr von den aktuell 110 Mitgliedern einziehen, weil er sonst Ärger mit dem Finanzamt bekommt.

„Wir dürfen keine Reichtümer anhäufen“, warnte der Vorsitzende Helmut Hahn während der Jahresversammlung in den Ratsstuben. 113 000 Euro haben die Museumsfreunde auf der hohen Kante – dank Spenden, Straßensammlungen und Mitgliedsbeiträgen. Das sind zwar 174 Euro weniger als im Vorjahr, aber insgesamt ist es immer noch zu viel Geld.

Ideen, wie sie es ausgeben könnten, hätten die Vorstandsmitglieder schon. 20 000 Euro würden sie der Stadt gerne zur Verfügung stellen, wenn diese – wie seit Jahren vom Verein gewünscht – die Barackenteile, die im Museumsgarten unter einer Plane gelagert sind, aufbauen würde. Die ersten Heimatvertriebenen lebten in Holzbaracken. Eine solche Originalhütte wäre nach Meinung Hahns ein interessantes Anschauungsobjekt.

Helmut Hahn, Vorsitzender des Fördervereins Geretsrieder Heimatsmuseum.

Doch der Aufwand und die Brandschutzauflagen sind relativ hoch. Die Stadt müsste ein Fundament für rund 10 000 Euro gießen, und sie müsste mehrere Notausgänge schaffen. Werner Sebb meinte, die Baracke bräuchte ja nicht begehbar zu sein. „Es würde reichen, wenn die Museumsbesucher einen Blick durchs Fenster ins Innere werfen könnten.“

Georg Hodolitsch schlug vor, von einem Teil des Vereinsvermögens den historischen Alpenland-Bulldog zu kaufen, der noch dem Privatmann Ludwig Berger gehört. Laut Helmut Hahn würde dieser den in der früheren Geretsrieder Firma Alpenland gebauten Traktor verkaufen. Es sind nur noch etwa zehn dieser Bulldogs in Deutschland erhalten. Der Oldtimer kommt jedes Jahr beim Einzug zum Sommerfest zum Einsatz. Hahn meinte, der Traktor sei „nicht unter 10 000 Euro“ zu haben. Er würde mit einem Kauf lieber noch warten.

Definitiv Geld ausgeben wird der Verein demnächst für zehn bis 20 Schaufensterpuppen, die die wertvollen, noch erhaltenen Trachten der Landsmannschaften tragen sollen. Die bekleideten Puppen könnten im Depot am Kirchplatz ausgestellt werden. Das Problem ist jedoch, dass das Depot immer noch nicht eingerichtet ist. Hans Schmuck kritisierte, dass dringend Regale für die zahlreichen alten Bücher im Besitz der Museumsfreunde benötigt würden. Die historischen Bücher sollen allen Bürgern zugänglich gemacht werden. An einem Schreibtisch im Depot könnten Interessierte in ihnen lesen und recherchieren.

Schon lange regt der Förderverein an, dass die Trachten der Siebenbürger Sachsen, der Egerländer, der Schlesier, der Deutschen aus Ungarn und anderer Landsmannschaften im Museum der Stadt gezeigt werden. „Das kann man heute alles multimedial darstellen. Dafür müsste nicht extra groß Platz geschaffen werden“, so Hahn. Er würde die besonderen Gewänder gerne zum Beispiel Besuchern aus der norwegischen Freundschaftsgemeinde Eidsvoll zeigen: „Gäste kommen ja nicht immer nur zu Festen, bei denen die Landsmannschafts-Vertreter die Trachten tragen.“ Museumsleiterin Anita Zwicknagl habe ihm versprochen, das Anliegen bei einem geplanten Gespräch mit dem Museumsbauer, dem Büro „Die Werft“, vorzutragen. An den Kosten würde sich der Verein ebenso beteiligen wie an den Kosten für eine Sonderausstellung über frühere, noch gepflegte und ausgestorbene Bräuche aus den Herkunftsländern der Heimatvertriebenen.

Tanja Lühr

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