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Trafen auch bei anspruchsvollen geistlichen Liedern immer den richtigen Ton: Dirigent Roland Hammerschmied (li.) und die „Mixed Voices“.  

Maria-Hilf-Kirche in Geretsried

Musikalische Weltreise mit „Mixed Voices“

Geretsried – Anders als in den vergangenen Jahren, als die Besucher der Adventskonzerte teilweise in den Gängen standen, fand am Samstagabend jeder einen Sitzplatz in der nahezu voll besetzten Maria-Hilf-Kirche in Geretsried. „Ich freue mich, dass Sie dieses Konzert dem Christkindlmarkt vorgezogen haben“, begrüßte der katholische Pfarrer Georg März die Gäste.

Ganz Recht hatte er damit nicht: Gibt es doch nicht wenige Geretsrieder, die erst am Nachmittag einen Bummel über den Karl-Lederer-Platz machen und sich danach ein musikalisches Kontrastprogramm gönnen. Denn die Auswahl an geistlichen Liedern, die Chorleiter Roland Hammerschmied diesmal getroffen hatte, war durchaus anspruchsvoll. Beginnend mit dem Psalm 91, den der deutscher Komponist Alwin Michael Schronen unter dem Titel „God Has Commanded“ zu neuer Popularität verhalf, entführten die Sängerinnen und Sänger der „Mixed Voices“ die andächtig lauschenden Besucher auf eine besinnliche Reise durch verschiedene Länder.

Chormitglied Alexander Müllejans, den viele auch als wortgewaltigen Kreisvorsitzenden der Grünen kennen dürften, sprach danach einleitende Worte zu einer 1890 entstandenen italienischen Version des „Vater-unser“-Gebets. Der berühmte Komponist Guiseppe Verdi vertonte dieses „Pater noster“ nach einem Text von Dante Alighieri.

Aus einem ganz anderen Kulturkreis stammt das hinduistische „Raghupati“. „Dieses Stück war eines der Lieblingslieder von Mahatma Gandhi“, erklärte Hammerschmied den Konzertbesuchern. Gesungen wurde es im Jahr 1930 beim fast 400 Kilometer langen „Salz-Marsch“ gegen das Salzmonopol der Briten in Indien. In der Bearbeitung der „Mixed Voices“, die vor Kurzem selbst den Subkontinent besucht hatten (wir berichteten), riss es die Zuhörer zum ersten lauten Beifallssturm des Abends hin.

Danach teilte sich der rund 30-köpfige Chor erstmals auf, um Benjamin Brittens „A Hymn To The Virgin“ sowohl von der Empore als auch vor dem Altar zu präsentiert. Der Spannungsbogen zwischen Chor und Konterchor faszinierte das Publikum ebenso wie „Ubi caritas“ in einer zeitgenössischen Komposition aus Norwegen. In seiner Urversion wurde es bereits im Mittelalter während der traditionellen Fußwaschung gesungen.

Am Ende durften sich die Liebhaber weltlichen Liedgutes freuen. Denn das Stück „The Parting Glass“ nahmen einst die irischen Pogues und die Dubliners auf. Bereichert mit den klaren Frauenstimmen der „Mixed Voices“ wirkte dieses Traditional umso kraftvoller. Und wie schon im vergangenen Jahr gab der Chor in der vehement geforderten Zugabe den Hubert-von-Goisern-Klassiker „Heast as nit“ zum Besten.

Einigen Besuchern gefiel das Konzert so gut, dass sie am Sonntagabend auch den zweiten Adventsauftritt der „Mixed Voices“ besuchten. Andere empfahlen diesen wie immer kostenfreien musikalischen Genuss ihren Freunden.

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