Die ernsten Diskussionen sind vorbei, jetzt ist Zeit für Spaß mit Bauhelm und Taucherbrille (v. li.): Moritz Sappl (Bürgermeister von Eurasburg), Anton Demmel (Königsdorf), Hubert Oberhauser (Egling), Michael Müller (Geretsried), Leni Gröbmaier (Dietramszell), Michael Grasl (Münsing), Klaus Heilinglechner (Wolfratshausen) und Landrat Josef Niedermaier beim Spatenstich am Baufeld für das interkommunale Hallenbad am Schulzentrum. Foto: Sabine Hermsdorf-Hiss

„Es war ein langer Weg“

Nach acht Jahren geht es los: Das interkommunale Hallenbad wird gebaut

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Jetzt wird wirklich gebaut. Nach acht Jahren der Diskussion und Planung ist am Donnerstag der Startschuss für das interkommunale Hallenbads gefallen. Für die die Eröffnung ist auch schon ein Termin angedacht.

Geretsried – Auf der Zielgeraden verlieren die am interkommunalen Hallenbad beteiligten Kommunen keine Zeit mehr. Am Donnerstag haben acht Bürgermeister und Landrat Josef Niedermaier die Vereinbarung über die Investitions- und Folgekosten des Neubaus im Geretsrieder Rathaus unterschrieben. Gleich im Anschluss erledigten sie den Spatenstich auf dem gerodeten Baufeld an der Adalbert-Stifter-Straße. Die ersten Arbeiten will der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung vergeben, damit Ende Mai/Anfang Juni die Bagger anrücken können. Wenn alles gut läuft, wird das neue Hallenbad im Februar 2020 eröffnet.

„Es war ein langer Weg“, resümierte Michael Müller, Geretsrieds Bürgermeister. Am 23. März 2010 hatte sich der Stadtrat für den Neubau eines Hallenbads ausgesprochen. Es folgten viele Diskussionen und Entscheidungen, bis der Plan für die Zusammenarbeit mit den Gemeinden Egling, Eurasburg, Münsing, Königsdorf, Icking und Dietramszell sowie der Stadt Wolfratshausen und dem Landkreis stand.

„Für den Prozess ist es völlig normal, dass gefragt wird“, sagte Müller. Das interkommunale Hallenbad sei „fast ein einmaliges Projekt“. Er hoffe, dass dies nun ein Anstoß für weitere sei. Dem schloss sich Klaus Heilinglechner an – auch wenn der Wolfratshauser Stadtrat lange unentschlossen war, sodass es zum Bürgerentscheid kam. „Ich hoffe, dass die Stadtväter jetzt mal lernen, dass wir viel öfter zusammenarbeiten müssen“, sagte der Bürgermeister.

Hubert Oberhauser (Egling), Anton Demmel (Königsdorf), Moritz Sappl (Eurasburg), Michael Grasl (Münsing) und Leni Gröbmaier (Dietramszell) betonten, dass ihre Gemeinden dem Projekt immer positiv gegenüber gestanden hätten. „Wir gehen gemeinsam schwimmen, aber nicht baden“, scherzte letztere. Sie sei froh, dass das Bad kommt. Und „ich wäre froh, wenn die beiden alten Hallenbäder für einen nahtlosen Übergang bis zum letzten Tag betrieben werden können“, sagte Gröbmaier über das Ascholdinger und das Geretsrieder Hallenbad an der Jahnstraße.

Der Neubau wird ein Schul- und Sporthallenbad mit Kinder-, Wettkampf-, Springer- und Lehrschwimmbecken mit rund 580 Quadratmetern Wasser- und 2540 Quadratmetern Grundfläche. Insgesamt kostet das Projekt etwa 15 Millionen Euro, wovon der Freistaat 4,2 Millionen Euro übernimmt. Kritisiert wurde im Diskussionsprozess unter anderem, dass die Kapazität nicht ausreiche. Dazu sagte Grasl: „Es könnte mehr sein, aber ein Anfang ist gemacht.“ Er hoffe, dass sich die Rettungsorganisationen hinsichtlich der Belegungszeiten einig werden.

Die Sauna, die ursprünglich mit dem Hallenbad gebaut werden sollte, hatte der Geretsrieder Stadtrat aus Kostengründen zurückgestellt. Man konzentriere sich auf die Sicherstellung des Schul- und Vereinssports, sagte Müller. „Parallel suchen wir einen privaten Investor für die Sauna.“ Sie könne an das Bad angedockt werden. „Es gibt acht potenzielle Interessenten, die wir prüfen.“

Erste Vergabe

Der Geretsrieder Stadtrat vergibt in seiner Sitzung am Dienstag, 24. April, das erste Paket der Gewerke, unter anderem für die Rohbauarbeiten, Edelstahlbecken und Badewassertechnik. Außerdem wird ein Konzept für ein Parkdeck mit zwei Ebenen zum Grundsatzbeschluss vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Susanne Weiß

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