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Nach acht Jahren: Georg Hodolitsch nicht mehr Vorsitzender des SC Moosham

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Von: Peter Borchers

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Georg Hodolitsch, ehemaliger Vorsitzender des SC Moosham
Georg Hodolitsch, ehemaliger Vorsitzender des SC Moosham © Hans Lippert

Der Geretsrieder Georg Hodolitsch sprang ein, nachdem Michael Aichler den Chefposten beim SC Moosham abgegeben hatte. Aus der Übergangslösung wurden acht Jahre.

Geretsried/Moosham – Als Michael Aichler einst aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen den Chefposten beim Skiclub Moosham räumte, sprang Georg Hodolitsch in die Bresche. Aus der „Übergangslösung“, als die er sich selbst sah, wurden knapp acht Jahre – und das als nicht Einheimischer in einem sehr familiär geprägten Verein: Hodolitsch ist Geretsrieder. Nun hat der 71-Jährige, seit 1995 Mitglied im Verein, den Staffelstab an den 50 Jahre jüngeren Markus Aichler, Neffe des Ex-Vorsitzenden, übergeben. Im Gespräch mit Redakteur Peter Borchers blickt Hodolitsch zurück auf seine Amtszeit, die auch geprägt war vom Klimawandel und einer Pandemie.

Herr Hodolitsch, Sie als Nicht-Einheimischer haben den SCM lange geführt. Wie schwer war’s?

Als Geretsrieder, auch mit einer offenen Einstellung, ist es in einem Dorf nicht immer so einfach. Aber in unserem Verein weiß jeder, der ein Amt hat, genau, was er tun muss. Die machen ihre Arbeit alle super. Deshalb musste ich mehr repräsentieren als einteilen. Und mich hat es gefreut, dass ich in diesem wunderbaren Klub an vorderer Stelle mitarbeiten durfte.

Was waren die größten Herausforderungen?

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Ganz klar der Fakt, dass wir den Schnee nicht mehr so reichlich haben wie früher. Wir sind ja ein Skiclub. Zum Glück haben wir Leute im Verein, die das Spuren beherrschen. Eine Anekdote: Ich habe dem zuständigen Sachbearbeiter in Geretsried Anfang des Jahres bei geringer Schneelage angeboten, mit unserem leichten, kleinen Spurgerät die Loipe ehrenamtlich testweise zu spuren. Die Stadt möchte sich ja eine neues kaufen für die Loipen zwischen Geretsried und Königsdorf. Ihr altes ist in den feuchten Wiesen oft eingesunken, das jetzige große darf erst bei 15 bis 20 Zentimeter Schnee eingesetzt werden. Der Mann hat mir eine halbe Stunde lang Argumente geliefert gegen unser freundschaftliches Angebot. Ich hab’s dann aufgegeben. Tatsache war: In Moosham sind die Loipen im letzten Winter doppelt so lang gespurt gewesen wie in Geretsried, obwohl wir in etwa die gleichen Schneeverhältnisse hatten.

Tatsache ist auch der Klimawandel, von dem ein Flachlandverein wie der SCM noch mehr betroffen ist.

Stimmt. Deswegen habe ich zu meinen Mooshamern oft gesagt: Wenn der Schnee nicht zu uns kommt, müssen wir zu ihm fahren, zum Beispiel für unseren Langlaufkurs zu Weihnachten. Einmal habe ich es geschafft, dass wir dafür nach Leutasch sind – was eine super Sache war. Die Mooshamer ziehen aber nicht so recht. Das ist etwas, das ich während meiner Amtszeit also nicht verwirklichen konnte. Nur: Wenn die Angebote fehlen, kriegst du die Leute irgendwann nicht mehr auf die Loipe.

Sie machen sich Sorgen um Ihren Sport?

Ja, Langlaufen ist so gesund. 99 Prozent aller Muskeln werden beim Skaten beansprucht. Das Herz muss arbeiten, und das alles an der frischen Luft. Wen ich im letzten Winter, als gespurt war, alles auf den Loipen gesehen habe – es war eine wahre Freude: Alte, Junge, Dicke, Dünne, Kinder und ihre Eltern. Wir haben zwar eine Sommer-Laufgruppe unter der Führung von Michael Hofsäss, die wunderbar aktiv ist, aber wir sind halt immer noch ein Wintersportverein.

Haben Sie eine Idee, wie sich der Langlaufsport in Zeiten milder Winter retten lässt?

Ich würde mir hier eine geeignete Strecke zum Skirollern wünschen. Ich mache das in der warmen Jahreszeit gerne im Burgenland, wo es in den Weinbergen tolle Wege dafür gibt. Weil’s dort hügelig ist, fährt meine Frau mit dem Mountainbike voraus. Wenn es bergab geht, ist sie so meine Po-Bremse, wie ich immer sage (lacht). Also eine Rollerbahn hier wäre schon fein. Vielleicht wäre das auch eine Aufgabe für den Landkreis. Ich müsste mit Landrat Niedermaier mal wieder zum Langlaufen gehen und ihn überzeugen.

Berühmt geworden ist der Skiclub Moosham als sportliche Heimat von Uschi Disl, zehrte lange von den Erfolgen der Weltklasse-Biathletin. Wie sieht es im Leistungssport aus?

Wir haben in unserer Rennmannschaft ein paar Gute. Ein Bursche, der Philipp Allwang, ist im Langlauf-Bayernkader und läuft im Deutschlandcup. Regina Schilcher gehört ebenfalls zum Bayernkader und trainiert Langlauf und Biathlon. In der Sommerlaufgruppe nehmen unsere Sportler bayernweit an Rennen teil, für die sie sich qualifizieren müssen – in den Altersklassen zum Teil auch bei Deutschen Meisterschaften wie Theresa Boschner. Wir versuchen schon, die Talente zu fördern.

Seit fast zwei Jahren hat die Pandemie auch den Sport im Griff. Spürt der SCM trotz seiner familiären Strukturen die Auswirkungen, was die Mitgliederzahl betrifft?

Zum Glück war es nicht krass. In der Anfangsphase gab’s ein paar Kündigungen, vergangenes Jahr weniger. Kürzlich habe ich eine von einer Familie für ihr Kind erhalten. Ich habe den Eltern zurückgeschrieben mit der Bitte, darauf zu achten, dass ihr Kind weiterhin Sport macht. Diese Grundeinstellung hilft ihnen im späteren Leben, wie ich es an meinen beiden Söhnen erleben darf.

peb

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