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Ein Bild aus der Brandnacht: Eine verirrte Silvesterrakete verursachte höchstwahrscheinlich den Brand an der Sudetenstraße. Für ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerk sieht die Stadt deshalb aber keine Veranlassung. 

Konsequenzen nach Feuer

Nach Brand in der Silvesternacht: Böllern bleibt erlaubt

Der Brand an der Geretsrieder Sudetenstraße in der Silvesternacht zieht kein Verbot von Feuerwerken in der Stadt nach sich. Es gibt trotzdem feuerwerkfreie Zonen.

Geretsried – Vier Geretsrieder Familien verloren durch den Brand in der Silvesternacht mindestens für einige Monate ihr Zuhause (wir berichteten mehrfach). Die Polizei geht mittlerweile fest davon aus, dass eine Silvesterrakete einen Balkon im dritten Stock eines Wohn- und Geschäftshauses an der Sudetenstraße in Brand gesetzt hat. Von dort breitete sich das Feuer auf vier Wohnungen aus. Experten gehen derzeit von einem Schaden in Höhe von mindestens rund 500 000 Euro aus. Die Suche nach dem Verursacher läuft, eine Privatperson hat sogar eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt.

Unstrittig ist wohl, dass privat veranstaltetes Feuerwerk in den zunehmend verdichteten Innenstädten durchaus Gefahrenpotenzial birgt. Die Nachbarstadt Wolfratshausen hat vor einigen Jahren reagiert und den Unter- und Obermarkt wegen der eng zusammenstehenden, teilweise historischen Häuser zur feuerwerkfreien Zone erklärt. Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände der Klasse zwei – also Raketen und Knallkörper – ist dort wegen der Brandgefahr untersagt.

In der Nähe von Kirchen, Kinder- und Altersheimen ist Feuerwerk untersagt

An ein Verbot oder Einschränkungen der Böllerei zum Jahreswechsel denkt man in Geretsried nicht. Natürlich sei man „sehr betroffen“, sagt Bürgermeister Michael Müller auf Anfrage. Doch „Gott sei Dank sind solche Großbrände in Geretsried die Ausnahme“. Den aktuellen Fall nicht miteinbezogen, habe die Geretsrieder Feuerwehr aufgrund der Knallerei an Silvester in den vergangenen fünf Jahren insgesamt nur dreimal ausrücken müssen – „dabei handelte es sich immer um kleinere Einsätze“. Tatsache sei, dass es Feuerwerke in der Stadt – wie überall in Deutschland – zum Jahreswechsel gibt. Beschränkungen, etwa durch feuerwerkfreie Zonen, seien gesetzlich geregelt und vorgegeben: „Nach Paragraf 23 1. SprengV dürfen pyrotechnische Gegenstände nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden abgebrannt werden“, sagt Müller. Unter letztere falle beispielsweise die Altstadt in Wolfratshausen. So etwas habe Geretsried allerdings nicht. Und „in der Nähe von Kirchen, Kinder- und Altersheimen“, so Müller weiter, „sind Feuerwerke auch in unserer Stadt natürlich untersagt“.

Mit der Arbeit der Feuerwehr in der Silvesternacht ist der Rathauschef hochzufrieden. „Die ergriffenen Maßnahmen und der Ablauf des Einsatzes an der Sudetenstraße waren vorbildlich.“ Wie immer in einem solchen Fall habe es unmittelbar im Anschluss an den Einsatz eine Nachbesprechung mit der Einsatzleitung vor Ort gegeben, „auch das entstandene Bildmaterial wurde gesichtet“. Unabhängig davon hat Müller „unsere Kommandanten und den Leiter unseres Ordnungsamtes in diesem Fall erneut zu einem Termin gebeten. In erster Linie geht es mir dabei aber darum, den Herren noch einmal persönlich für ihren Einsatz zu danken.“

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