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Das war’s: Der Wolfratshauser Stadtrat hat der Beteiligung am interkommunalen Hallenbad in Geretsried unterm Strich eine Absage erteilt. Viele Besucher der Sitzung verließen nach der Entscheidung am Dienstagabend die Zuschauerempore im Rathaus.

Geretsried reagiert auf Absage aus Wolfratshausen

Nach Hallenbad-Aus: Geretsried hat einen Plan B

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Geretsried/Wolfratshausen – „Enttäuscht“ zeigte sich Michael Müller (CSU) nach dem Wolfratshauser Nein zum interkommunalen Hallenbad. Der Bürgermeister haderte aber nur kurz und schaute dann nach vorne. Jetzt soll Plan B greifen.

Müller selbst war nicht im Wolfratshauser Rathaus, als die Entscheidung fiel. Wohl aber Thomas Loibl, der neue Pressereferent der Stadt, Robert Lug, Fraktionssprecher der Freien Wähler, sowie seine Fraktionskollegin Vera Kraus. Müller war also auf dem Laufenden, wusste bereits kurz nach der Abstimmung Bescheid. Völlig unvorbereitet hat ihn das Ergebnis nicht erwischt. „Das Patt war ja bereits im Vorfeld absehbar“, sagte Müller. Er kündigte an, dass Geretsried jetzt umplanen werde. „Die Wolfratshauser wollen ihre Köpfe nicht ins Wasser stecken, wir werden unsere Köpfe nicht in den Sand stecken.“ In der nächsten Stadtratssitzung am Dienstag, 27. September, will Müller den Bau eines kleineren Hallenbads für die Stadt Geretsried vorschlagen.

Details, da bittet Müller um Verständnis, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. „Es geht jetzt erst einmal darum, ob ich vom Stadtrat das Mandat bekomme, eine alternative Lösung zu erarbeiten.“ Da die Entwicklung des interkommunalen Bads in mehreren Stufen erfolgt sei, gebe es natürlich Ideen, Entwürfe und Varianten, die auch bereits vorgestellt wurden. Daraus abzuleiten, wie das kleine Geretsrieder Bad einmal aussehen könnte, wäre verfrüht. Müller macht aber kein Hehl daraus, dass ihm eine Variante „mit einer attraktiven Sauna“ – betrieben von einem privaten Investor – am liebsten wäre. „Das würde einen enormen Mehrwert bedeuten.“ Der 47-Jährige hofft, dass die Entscheidung, wie genau das Bade gebaut werden soll, bis zum Frühjahr gefallen ist.

Die bisher investierten Planungskosten von 1,2 Millionen Euro sind für Müller übrigens „keineswegs rausgeschmissenes Geld – immerhin haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen“. Trotzdem: da man in der Planung wieder sehr weit zurückgehen müsse, würden weitere Kosten entstehen. Dass sich bei einem Projekt von dieser Dimension Veränderungen ergeben, die zu Mehrausgaben führen, ist Müller zufolge „nicht schön, damit muss man aber rechnen“.

Die Idee aus der Wolfratshauser Bevölkerung, mit Hilfe eines Bürgerbegehrens das interkommunale Bad doch noch auf den Weg zu bringen, findet Müller zwar gut. „Man muss es aber auch realistisch einschätzen: Die jahrelange Diskussion, das Hin und Her und das ganze Gezerre zeigen doch, dass sich das Wolfratshauser Gremium in der Frage der interkommunalen Zusammenarbeit noch nicht gefunden hat. Es dürfte schwierig werden, auf diesem steinigen Acker eine solche Saat reifen zu lassen.“ Er halte es für wenig zielführend, den Stadtrat per Bürgerbegehren zu einer Zusammenarbeit mit Geretsried zu zwingen. Müller bedauert, dass bei der Wolfratshauser Entscheidung in seinen Augen auch persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten eine Rolle gespielt haben. „Offenbar ist die Zeit bei einigen noch nicht reif, die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit im Sinne des Mittelzentrums zu erkennen“, so der Rathauschef. Ob es eine Möglichkeit gibt, die anderen Nordlandkreis-Kommunen auch ohne Wolfratshausen mit ins Boot zu nehmen, will Müller nicht ausschließen. „Ich werde sowohl mit meinen Amtskollegen als auch mit Landrat Josef Niedermaier Gespräche führen.“ Im Vordergrund aber, das betont Müller, stehe jetzt eine vernünftige Alternative für Geretsried.

fla

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