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Das Insolvenzteam: (v. li.) Dr. Josef Hingerl, Steffen Rätzke und Paul Tamasiu erklärten vor den Werkstoren der Geretsrieder Firma Sieber das Vorgehen nach der Insolvenz. Zuvor hatte es eine Betriebsversammlung gegeben.

Positive Stimmung nach Betriebsversammlung

Nach Insolvenz: Arbeitsplätze bei Metzgerei Sieber sollen gerettet werden

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Geretsried – Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl ist optimistisch: In zwei Monaten soll die Produktion der Großmetzgerei Sieber in Geretsried wieder laufen. Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Die Betriebsversammlung am Montagabend dauerte knapp eine Stunde. Gegen 18 Uhr verließen die rund 50 festangestellten Mitarbeiter der Großmetzgerei Sieber zügig den Firmensitz an der Böhmerwaldstraße. Manche standen noch in kleinen Grüppchen zusammen und tauschten sich aus. Die Mienen der Menschen waren ernst, aber nicht verzweifelt. Nach der Insolvenz der Firma in der vorigen Woche hatte sich Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl in der Sitzung gegenüber der Belegschaft optimistisch geäußert. Er sei der Ansicht, dass die Metzgerei – und damit die Arbeitsplätze – gerettet werden könnten.

Unternehmen beauftragt externen Sachverständigen

„Im Augenblick ist das Unternehmen tot“, sagte Hingerl vor den Werkstoren nach der Versammlung im Gespräch mit unserer Zeitung. „Jetzt ist es unsere Aufgabe, den Tanker wieder fahrbar zu machen.“ Die notwendigen Gespräche mit Behörden, Landrat Josef Niedermaier und den Geldgebern seien angelaufen. Auch einen externen Sachverständiger hätten die Verantwortlichen beauftragt.

Sieber schreibt wie berichtet seit gut zwei Wochen Schlagzeilen. In Produkten der Firma waren Listerien gefunden worden. Das Unternehmen rief daraufhin seine komplette Ware zurück. Die Behörden verhängten ein Produktionsverbot.

"Ich bin der Ansicht, wir werden das schaffen"

Hingerl sagte am Montagabend, ihm sei es in der Betriebsversammlung gelungen, den Optimismus an die Mitarbeiter weiterzugeben. Gekündigt habe bislang noch keiner der Festangestellten. Das rate er auch nicht: „Ich bin der Ansicht, dass wir das schaffen werden.“ Die Versammlung sei positiv verlaufen. Er habe das weitere Vorgehen geschildert. Böse Worte seitens der Mitarbeiter habe es keine gegeben. Im Gegenteil: Einige hätten sich bei der Geschäftsführung bedankt, dass man alles daran setze, die Produktion wieder aufnehmen zu dürfen.

Hingerls Insolvenzteam strebt laut Mitteilung an, die Maschinen „schnellstmöglich wieder anzukurbeln“. Über das Wochenende habe der externe Sachverständige ein Konzept entworfen, das am Montagmorgen dem Landratsamt übermittelt worden sei. Am Mittwoch gebe es ein Gespräch mit den Behörden. „Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, um die Listerienfreiheit der Produktion zu gewährleisten“, erklärte Hingerl. Er glaube, dass die Angestellten in spätestens zwei Monaten wieder an ihren Arbeitsplätzen tätig werden könnten.

dor

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