L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist gestorben

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Blick nach vorn: Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl glaubt daran, dass die Kunden der Großmetzgerei Sieber treu bleiben. Er versucht, die Firma zu retten.

Arbeit an Aufhebung des Produktionsstopps

Nach Insolvenz bei Sieber: Der Kunde kann verzeihen

Geretsried – Produzieren ist das eine, verkaufen das andere: Nach der Insolvenz der Großmetzgerei Sieber hofft Insolvenzverwalter Dr. Josef Hingerl, dass die Kunden der Firma treu bleiben. Derzeit arbeitet er an der Aufhebung des Produktionsstopps.

Am Ende entscheiden die Kunden. Sie bestimmen, welche Fleisch- und Wurstwaren sie in ihre Einkaufskörbe legen. Dr. Josef Hingerl hofft, dass auch künftig Produkte der Großmetzgerei Sieber dazugehören. Der Insolvenzverwalter versucht derzeit wie berichtet, dem Geretsrieder Unternehmen aus der Zahlungsunfähigkeit zu helfen. Nach Listerienfunden, Produktionsverbot und dem Rückruf aller Waren hatte die Firma vorige Woche Insolvenz angemeldet. Hingerl glaubt daran, das Unternehmen retten zu können. Letztlich müssten „die Kunden der Firma Sieber mitmachen“.

Hingerl, auch bekannt als Präsident des Golfclubs Bergkramerhof in Wolfratshausen, gilt als Insolvenz-Experte. In den Jahren 2003 und 2009 half er dem Eishockeyclub der Tölzer Löwen aus der Insolvenz. Und er sanierte die Geretsrieder Firma Huber Präzisionstechnik. Im Fall Sieber verfolgt er laut Mitteilung zwei Strategien: Das Verwaltungsgericht München prüft den Produktionsstopp in einem Eilverfahren. Bis Ende der Woche gibt es wohl eine Entscheidung. Parallel dazu erarbeitet der externe Sachverständige Prof. Dr. Dieter Elsser-Gravensen aus Dänemark ein Konzept, das das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit akzeptieren soll. Ein Entwurf liegt bereits im Landratsamt. Sobald die Listerienfreiheit der Produktion gewährleistet werden könne, „soll die Produktion sofort wieder aufgenommen werden“, sagt der Insolvenzverwalter. Neue Maschinen seien nicht nötig.

Wer produziert, muss allerdings auch verkaufen. Hingerl hofft auf den Zuspruch der bisherigen Sieber-Kunden. Die seien zwar verunsichert worden. In der Region hätten ihm Bürger aber „immer wieder die außerordentliche Beliebtheit und Qualität“ der Waren bestätigt. Er glaube, die Verbraucher könnten die Situation der Geretsrieder Großmetzgerei von früheren Lebensmittelskandalen in Bayern – Stichwort Müller-Brot und Bayern-Ei – unterscheiden. Der Anwalt hofft zudem auf die Großkunden: Der Ruf sei zwar ruiniert, die Ware aber sehr geschätzt. Und: „Wenn die Produktion wieder läuft, stellen wir die sichersten Lebensmittel in Deutschland überhaupt her.“

In spätestens zwei Monaten könnten die Maschinen wieder laufen, sagt Hingerl. Dann würde man zunächst in eingeschränktem Umfang produzieren. Eine grundsätzliche Firmenschrumpfung und damit Entlassung festangestellter Mitarbeiter soll es nicht geben. „Davon gehen wir im Augenblick nicht aus.“ Wie es mit denjenigen weitergeht, die Werkverträge mit Sieber geschlossen haben, sei noch nicht geprüft worden.

dor

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