Schüler fühlen sich falsch verstanden 

Nach Lehrer-Mobbing in Geretsried: Schülersprecher meldet sich zu Wort

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Nach der Berichterstattung über Lehrer-Mobbing am Geretsrieder Gymnasium meldet sich nun auch der Schülersprecher zu Wort. Er möchte einige Dinge klarstellen. 

Geretsried – Die Q12 des Gymnasiums distanziert sich ausdrücklich von Einträgen auf der Netzwerk-Seite Instagram. Wie berichtet hatten dort Schüler eine Lehrkraft derart beleidigt, dass die Schulleitung die Polizei eingeschaltet hat. „Nach reiflicher Überlegung möchte ich mich als Schüler und Stufensprecher der Q12 des Gymnasiums Geretsried zu Wort melden“, schreibt Jimi Tammelleo, der die Berichterstattung in unserer Zeitung als einseitig empfindet. Aus seiner Sicht sei es angebracht, nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler zu hören.

Tammelleo erklärt, dass er der Instagram-Seite zeitweise selbst gefolgt ist. Er sei Teil der genannten 400 Follower gewesen, räumt der Schüler ein. Aber: 400 Follower heiße in diesem Fall nicht, dass 400 Schüler des Gymnasiums der Seite folgten. Es gebe im Umkreis Gleichaltrige, die Haupt- oder Realschule, Fachober- oder Berufsoberschule oder andere Ausbildungsstätten besuchen, und denen es genauso möglich war, der Seite zu folgen. „Es entsteht in dem Artikel jedoch der Eindruck, dass sich nur das gesamte Gymnasium mit allen Schülern an dem ,Mobbing‘ beteiligt hat“, kritisiert der Stufensprecher. Da auf der Seite unzählige Posts veröffentlicht wurden, sei es ihm und vermutlich auch anderen nicht möglich gewesen, alle Posts zu lesen, zu bewerten und sich dagegen zu positionieren. 

„Schulfrieden massiv beeinträchtigt“

Tammelleo betont, dass es sich in diesem Fall „nicht einmal im Ansatz um die gesamte oder einen Großteil der Schülerschaft des Gymnasiums“ gehandelt habe, sondern vermutlich um ein paar Dutzend Schüler, die sich den berechtigten Vorwürfen der Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede aussetzen müssen. Das entschuldige nicht die Geschehnisse, so Tammelleo. Aber nach Erscheinen des Artikels auf der Merkur-Webseite sowie auf Facebook sei es zu einer Vielzahl an abwertenden und beleidigenden Kommentaren gekommen, „die in ihrer Art teilweise genauso beleidigend waren wie die Posts auf der betreffenden Seite“. Sie hatten laut Tammelleo mehrheitlich eindeutig die gesamte Schülerschaft des Gymnasiums pauschal zum Ziel. Außerdem habe in der Berichterstattung „jeglicher Hinweis“ darauf gefehlt, dass über die Instagram-Seite auch Schüler „gemobbt“ oder verunglimpft wurden.

Er selbst und viele Schüler würden es als unverhältnismäßig und empörend empfinden, dass Mobbing an Schülern in der Regel „kaum und auf keinen Fall zu so dramatischen Konsequenzen an unserer Schule führt“ – Lehrermobbing aber zu Polizeiermittlungen, Durchsagen und Diskussionsrunden.

Der Artikel und die Reaktionen im Netz haben bei vielen Schülern des Gymnasiums „zu Unverständnis, Beunruhigung, einem Gefühl der Bevormundung und der Verallgemeinerung geführt“, klagt Tammello. Das beeinträchtige den belasteten „Schulfrieden“ massiv.

Rubriklistenbild: © dpa / Karl-Josef Hildenbrand

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