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Andreas Wagner, Bundestagsabgeordneterder Linken aus Geretsried, äußert sich zum Richtungsstreit in seiner Partei.

Interview

Nach Linken-Parteitag: Das sagt Andreas Wagner zum Streit in der Parteiführung

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Auf dem Bundesparteitag der Linken gab‘s Zoff zwischen Parteichefin Katja Kipping und der Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht. Wie sieht Linken-MdB Andreas Wagner den Richtungsstreit?

Geretsried/Leipzig – Von Harmonie war auf dem Bundesparteitag der Linken in Leipzig  nicht viel zu sehen. In der Frage der künftigen Migrationspolitik gerieten die Parteivorsitzende Katja Kipping und Fraktionschefin Sahra Wagenknecht aneinander. Kipping plädiert für offene Grenzen für Flüchtlinge. Wagenknecht ist der Ansicht, eine Politik der durchlässigen Grenzen treibe viele Bürger in die Arme der AfD. Andreas Wagner sitzt seit Herbst für die Linke im Bundestag. Wie sieht er den Führungsstreit in seiner Partei? 

- Herr Wagner, waren Sie selbst auf dem Parteitag zugegen?

Nein, ich war kein Delegierter und bin zudem gesundheitlich angeschlagen. Ich habe den Parteitag daher am Bildschirm verfolgt.

- Sehen Sie in dem offenen Streit eine Schwächung Ihrer Partei?

Parteitage sind dafür da, aktuelle Themen zu diskutieren und strittige Fragen zu klären. Zu einer lebendigen Mitgliederpartei gehört auch, mal leidenschaftlich zu streiten. Ich glaube nicht, dass der Streit auf dem Parteitag die Linke schwächt. Entscheidend wird jedoch sein, ob es gelingt, wieder zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren. Schließlich wird im Herbst gewählt, und wir haben das Ziel, in den Bayerischen Landtag einzuziehen.

-Wo ist Ihre Position? Auf der Seite Ihrer Parteichefin Kipping? Oder sympathisieren Sie eher mit Wagenknecht?

Wir sind alle in derselben Partei und Mitglied derselben Fraktion. Daher fühle ich mich auch beiden verbunden. Gleichzeitig teile ich die Sichtweise und Einschätzung von Sahra Wagenknecht. Ich finde, wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden, und müssen für Verteilungsgerechtigkeit sorgen. Wir brauchen eine Politik, die allen Menschen eine Perspektive gibt, und wir müssen noch mehr dafür tun, dass sich Menschen nicht gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen. Wir müssen für gerechte Handels- und Wirtschaftsbeziehungen sorgen und dürfen nicht länger Kriege mit Waffenexporten unterstützen und anheizen. Der Idee von einer Sammlungsbewegung stehe ich positiv gegenüber. Wir brauchen ein breites gesellschaftliches Bündnis, um die derzeitige Rechtsentwicklung zu stoppen.

peb

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