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Sorgt sich um ihre Lieblinge: Ingrid Brauner betreut seit 27 Jahren das beliebte Vogelhaus.

Gitter beschädigt, Tiere weg

Nach Randalen am Vogelhaus: Geretsrieder „Vogelmama“ verzweifelt

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Kürzlich haben Jugendliche am Vogelhaus in Geretsried randaliert. Weil die Gitter massiv beschädigt wurden, sind nun 25 Tiere weg. Ingrid Brauner, die sich um die Vögel kümmert, ist wütend.

Geretsried – Ingrid Brauner ist sauer. „Ich hab die Schnauze voll“, sagt die Geretsriederin. Seit 27 Jahren kümmert sie sich um das Vogelhaus des Kleintierzüchtervereins an der Adalbert-Stifter-Straße. „Aber so etwas gab es noch nie.“ Die 63-Jährige ärgert sich über die Jugendlichen, die kürzlich am Vogelhaus randaliert haben.

Voliere mit „extremer Gewalt“ beschädigt

Laut Polizei hatten vermutlich zwei männliche und eine weibliche Heranwachsende mehrmals gegen die Voliere in der Nähe des Schulzentrums getreten. „Sechs Gitterfelder sind kaputt“, sagt Brauner. Jeweils zwei bei den Nymphen- und Wellensittichen sowie bei den Unzertrennlichen, einer kleinen Papageiengattung aus Afrika. Nur die Zebrafinken und Kanarienvögel seien verschont geblieben. „Die Täter haben die verstärkten Metallränder eingetreten und die zehn Zentimeter langen Schrauben ausgerissen“, erklärt die Geretsriederin. „Das war nur mit extremer Gewalt möglich.“ Den Schaden am Gebäude beziffert die Polizei auf etwa 1500 Euro.

Was für Brauner allerdings viel schlimmer ist: „Durch die Öffnungen sind die Vögel dann natürlich aus den Außenvolieren nach draußen geflogen.“ Mindestens 25 der insgesamt 150 Tiere sind weg. Die Chancen, dass sie zurückkommen, schätzt die 63-Jährige als sehr gering ein. Heimische Greifvögel wie Turmfalken hat sie schon in der Nähe der Voliere auf Beute lauern sehen. Einer von Brauners Lieblingen, ein Halsbandsittich namens grüner Alexander, habe auch nicht mehr in seinem Gehege gesessen. Weil er auf einem Auge blind ist, war sich die Geretsriederin sicher, dass der Sittich nicht mehr nach Hause findet. „Aber er ist nur zu seinen Nachbarn in die andere Voliere geflogen“, erzählt die 63-Jährige. „Dass er wieder aufgetaucht ist, war das einzig Erfreuliche in dem ganzen Tohuwabohu.“

Nicht der erste Fall von Vandalismus am Vogelhaus

Zusammen mit ihrem Sohn hat Brauner die Gitter provisorisch geflickt. „Auch der städtische Bauhof hat uns schnell und unbürokratisch geholfen.“ Sehr belastbar sei die derzeitige Konstruktion jedoch nicht. Ein Handwerker soll sich der Sache bald annehmen. Wie genau das Häuschen gesichert wird, weiß Brauner noch nicht. Sie würde es am liebsten rundherum einzäunen lassen. „Mit Vandalismus haben wir hier immer wieder zu kämpfen.“ Andererseits freuen sich gerade Kinder, wenn sie die Piepmätze aus der Nähe sehen.

Gerade die kleinen Besucher sind der Grund, warum Brauner das Vogelhaus nicht aufgeben will. Sie wird sich weiter allein um die 100 Quadratmeter große Anlage kümmern, weil der Großteil der Vereinsmitglieder mittlerweile verstorben oder nicht mehr aktiv ist. „Das Haus ist über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und sehr beliebt“, sagt die Geretsriederin. Außerdem sei die Einrichtung wichtig – gerade jetzt in der Ferienzeit. „Im Tierheim ist kein Platz für die Vögel, wenn ihre Besitzer verreist sind“, erklärt Brauner.

Sie hofft, dass die Täter geschnappt werden „und eine saftige Strafe bekommen“. Noch mehr aber wünscht sich Ingrid Brauner, dass ihre gefiederten Freunde wieder auftauchen: „Wer ein Tier findet, weiß ja, wohin damit.“

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