Arthur Zimprich
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Arthur Zimprich ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Nachruf

Im Dienst der Vergangenheit: Geschichtslehrer Arthur Zimprich ist gestorben

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Arthur Zimprich war Geschichtslehrer und gründete unter anderem das Königsdorfer Heimatmuseum. Am Montag ist er mit 78 Jahren verstorben.

Geretsried/Königsdorf – Arthur Zimprich hat viele Spuren in und um Geretsried hinterlassen. Der Weg der Geschichte und das Heimatmuseum von Königsdorf gehen unter anderem auf ihn zurück. Am Montag ist Arthur Zimprich im Alter von 78 Jahren im Senioren- und Pflegeheim Schwaigwall verstorben. Er hinterlässt vier Kinder und elf Enkel.

„Wir verlieren mit Arthur Zimprich einen Menschen, der sich besonders um den Erhalt der Geschichte unserer Stadt verdient gemacht hat“, sagt Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller. Besonders im Gedächtnis blieben Zimprichs Wirken im Arbeitskreis Historisches Geretsried, dessen Mitarbeit am Weg der Geschichte, die von ihm initiierten Obelisken und „auch das wunderbare Quiz, das er zu unserer Stadthistorie entworfen hat. Wir alle danken ihm für dieses beeindruckende Engagement“, so der Rathauschef.

Arthur Zimprich wurde am 8. Mai 1942 im Sudetenland geboren. Er war sechs Jahre alt, als seine Familie, die Mutter und zwei Geschwister, ausgewiesen wurden. Der Vater befand sich zu diesem Zeitpunkt in russischer Kriegsgefangenschaft. Über Berlin und das Lager Föhrenwald kam die Familie nach Geretsried, wo sie zunächst in einem ehemaligen Bunker an der sogenannten Herglotz-Kreuzung wohnte. Später zog die Familie nach Königsdorf. Diesem Wohnort blieb Zimprich bis zuletzt treu. Beruflich nahm er sich seine Eltern, die beide Lehrer waren, zum Vorbild. 31 Jahre lang, vom Studium bis zum Ruhestand, unterrichtete Zimprich Deutsch, Geschichte und Sozialkunde am Gymnasium Geretsried. „Er war Lehrer mit Fleisch und Blut“, sagt sein Sohn Arnold.

Prägend waren für Zimprich die schmerzlichen Erfahrungen von Hunger und Not in der Kindheit. „Als es etwas besser war, hat er sich abends immer ein Stück Brot unters Kopfkissen gesteckt, damit er etwas hat, wenn er wieder hungern muss“, berichtet Dr. Wolfgang Pintgen, Sprecher des Arbeitskreises Historisches Geretsried, von einer Erinnerung Zimprichs. Vermutlich deswegen, sagt dessen Sohn Arnold, habe sein Vater auch den Status und die Sicherheit als Gymnasiallehrer geschätzt. „Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem er nicht in Anzug und Krawatte losgezogen ist.“

Dem Königsdorfer war vor allem wichtig, Wissen weiterzugeben und seinen Teil dazu beizutragen, dass die Geschichte der Stadt Geretsried nicht in Vergessenheit gerät. „Er sah dies als Basis zur Stärkung des Gemeinsinns und guten Miteinanders in der Gemeinde“, sagt Pintgen. Bei seinen Vorträgen, Führungen und Ausstellungen war Zimprich stets auf Genauigkeit bedacht. „Geschichtliche Vorgänge zu ergründen, war sein Lebenselexier“, sagt sein Sohn. So befasste sich sein Vater nicht nur mit der Stadtgeschichte, er wusste auch von jedem Hof in seiner Heimatgemeinde und der komplizierten Herrschaftsgeschichte der in Wolfratshausen residierenden Herzöge fundiert zu berichten.  sw

Beerdigung

Arthur Zimprich wird im kleinen Kreis in Königsdorf bestattet.

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