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Lichtdurchflutet: Nachdem das Gotteshaus entkernt wurde, wird nun das Dach abgetragen.

Aus, Äpfel, Amen

Die Neuapostolische Kirche wird abgebrochen 

Geretsried – Ein Gotteshaus verschwindet aus dem Stadtbild. Die Neuapostolische Kirche an der Adalbert-Stifter-Straße 27 wird derzeit Stück für Stück abgetragen.

Bis Weihnachten soll das Dach entfernt sein. Im April möchte die Firma Keval mit dem Bau von Wohnungen auf dem Grundstück beginnen.

„Es ist für uns das erste Mal, dass wir eine Kirche abreißen“, sagt Hanka Stephan, Geschäftsführerin der Keval Verwaltung GmbH. Die Firma aus Grünwald hat der Neuapostolischen Kirche (NAK) das Areal im Frühjahr dieses Jahres abgekauft, nachdem diese ihren Standort in Geretsried im Mai 2015 aufgegeben hatte.

Ein letzter Blick: So sah der Gottesdienstraum im Obergeschoss aus.

Das Gebäude mit dem steil aufragenden Dach wurde bereits entkernt. Ein Blick in den hohen Gottesdienstraum im Obergeschoss zeigt, dass von der Einrichtung – rund 100 Sitzplätze, Altar, Kreuz, Bilder – nichts mehr übrig ist. Im Erdgeschoss, in dem sich Versammlungsräume für Kindergottesdienste, Chorproben und Jugendtreffen befanden, ist ebenfalls alles leer geräumt. Auch die Fenster wurden entfernt. Das Abnehmen der Dachschindeln wurde laut Hanka Stephan mit größter Vorsicht von einer Fachfirma aus Benediktbeuern durchgeführt. Der Grund: Die Eternitplatten waren leicht asbesthaltig. Sofern sie intakt bleiben, besteht aber keine Gefahr, dass das krebserregende Asbest austritt. „Einfach mit der Abrissbirne kann man heute kaum noch ein Gebäude dem Erdboden gleich machen. Es wird alles sortenrein und schrittweise abgetragen“, erklärt Bauleiter Christof Seiche.

Bis Weihnachten soll das Dach der Neuapostolischen Kirche weg sein, bis zum Frühjahr 2017 der Rest. Im April, so der Zeitplan, möchte Keval mit dem Bau von 15 Wohnungen samt Tiefgarage auf dem 1400 Quadratmeter großen Grundstück beginnen. Hanka Stephan verspricht ein „ansprechendes Ensemble“, das zusammen mit dem Keval-Projekt „Am Bucheneck“ gleich gegenüber an der Ecke Adalbert-Stifter-Straße/Buchenweg entsteht. „Das wird das Stadtbild in diesem Bereich deutlich verändern.“

„Am Bucheneck“ soll bis Frühjahr 2017 der Rohbau für 26 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen stehen. In einer Tiefgarage finden 28 Fahrzeuge Platz. Die Wohnungen werden vom Wolfratshauser Immobilienbüro Bartsch vermarktet. Laut Hanka Stephan sind 15 Prozent der Wohnungen verkauft und etliche reserviert.

von Tanja Lühr

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